'Markustag = Ostern' usw. schriftlich schon 1732 nachweisbar (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

randomizer @, Dienstag, 25. Juni 2013, 03:14 (vor 2280 Tagen) @ Taurec2601 mal gelesen
bearbeitet von randomizer, Dienstag, 25. Juni 2013, 03:32

Hallo Taurec & Ulrich!

Danke! Das ist interessant.

den Wiener Pseudo-Nostradamus von 1886 hatten wir im alten Forum schonmal, damals allerdings ohne den Originalscan, sondern nur das Transkript von sagen.at

Den Ausspruch über Markustag, Johannestag usw. hatten wir bereits, allerdings ohne die Quelle gefunden zu haben:

Randomizer behauptete, das sei bereits für das 19. Jahrhundert nachweisbar. Eine der Quellen ist offenbar die von Dir gefundene.

das Motiv wurde ja 1886 wieder aktuell, tatsächlich war es aber schon Jahrzehnte zuvor weit verbreitet (nachweisbar in diversen Zeitungen 1848, 1849 ff.). Das Motiv ist sicher ursprünglich literarisch, dringt aber spätestens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vielerorts in den Volksaberglauben ein. Rill bzw. der prophetische Franzose konnte dieses Fragment sowohl aus der Literatur als auch aus dem Volksmund kennen.

Bereits 1732 behandelte Ignaz Langetl dieses eschatologische Motiv (1734 stand bevor) hier:

Langetl, Ignatius: Problema paschale, in quo versiculi noti : 'Quando Marcus Pascha dabit, Antonius pentecostabit, Joannes Christum adorabit, totus mundus vae clamabit.' resolvuntur. in: Mausoleum Graecense Ferdinandi II . (Graecii) Widmanstadii (1732)

Die Auskunft Jung-Stillings, daß dieser Spruch auf Papst Benedikt XIII. (†1730) zurückgehe, klingt plausibel, eine noch frühere Herkunft würde ich aber auch nicht ausschließen (?1666?).

Viele Grüße,
randomizer

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