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Über Kriterien zur Schauungsauswertung (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Taurec ⌂ @, München, Sonntag, 17. Februar 2013, 12:44 (vor 2403 Tagen) @ Hope6918 mal gelesen

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Hallo!

Vor allem muss man erstmal die Natur von Raum und Zeit, Wahrscheinlichkeit und freiem Willen verstehen lernen, bevor man Störfaktoren weitestgehend ausschließen kann. Und da mangelt es meiner Ansicht nach noch stark bei Schauungen und ähnlichem, weil es keine wirklich einheitliche Methodik der Auswertung oder einen Kriterienkatalog gibt (zumindest nicht das ich wüßte - bitte korrigieren, falls ich falsch liege).

Der Vorwurf des Mangels einer einheitlichen Methode kann bei einer "Szene", die nicht im geringsten institutionalisiert ist, wohl kaum ernstgenommen werden. ;-)

Davon abgesehen gibt es Ansätze. Beispielsweise hat sich Alexander Gann hat in den Achtzigern ausgiebig Gedanken darüber gemacht. Sein Buch "Zukunft des Abendlandes?" ist aber extrem selten, so daß die Kriterien, die er aufstellte, kaum jemandem bekannt sind.
Im Grunde listet er drei Argumente auf, die für die Echtheit einer Schau über zukünftige Ereignisse sprechen:

  • Extrapolative Argumente: Ein Seher, der in der Vergangenheit bereits Treffer hatte, wird auch in der Zukunft richtig liegen. Gann spezifiziert dabei, daß die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Treffers um so größer ist, je ähnlicher die noch ausstehende Schau ihrer Art nach (Thema, Symbolik, zeitliche Distanz, persönliche oder kollektive Ebene) den bereits eingetroffenen ist.
  • Argumente der inhaltlichen Übereinstimmung: Wenn mehrere unabhängige präkognitive Eindrücke (d. h. vom mehreren Sehern) übereinstimmen oder sich ergänzen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, daß sie ein tatsächliches zukünftiges Ereignis zeigen.
  • Argumente der Realitätsähnlichkeit: Wenn Gegebenheiten in einer Schau, z. B. technische, physikalische, soziale, geographische Details usw., die dem Seher unbekannt waren, in der Schau richtig gezeigt wurden, ist anzunehmen, daß die Schau ein tatsächliches Ereignis zeigt. Die Realitätsähnlichkeit nimmt auch zu, sobald Teile einer Schau eintreffen, z. B. die Neubauten im Dorf des Waldviertlers in der Funkenregenschau, die neu geborenen Kinder in derselben oder die Neubauten in ITOmas Pasing-Schau. Mittlerweile wissen wir allerdings, daß Schauungen auch stark symbolisch sein können in einer Art, die der Traumsymbolik nicht unähnlich ist. Das Fehlen praktischer Realitätsähnlichkeit kann also nicht als pauschales Argument gegen die Echtheit einer Schau gelten.

Gann schießt im weiteren meines Erachtens über das Ziel des Erreichens seines wissenschaftlichen Anspruches hinaus, weil er versucht, diese Argumente zu quantifizieren und eine Trefferwahrscheinlichkeit in Prozent anzugeben. Die Zahlen, die er dabei schöpft, sind jedoch rein willkürlich.
Schauungen können unter Beachtung dieser Argumente betrachtet werden, jedoch rein qualitativ. Das heißt, die Bewertung bleibt immer subjektiv, auch wenn man den Deutungsvorgang systematisch strukturiert.
(Daher halte ich auch Berndts quantitative Methode, die auswertet, wie oft bestimmte Motive in verschiedenen Schauungen genannt werden, für wenig zielführend. Schon die Identifizierung eines Motivs bedarf der subjektiven Auslegung des Visionstextes.)

Wer in den Foren einige Zeit unterwegs war, wird vielleicht feststellen, daß unsere Herangehensweise im Grunde Ganns Argumenten folgt, wenngleich sein Buch nur wenigen bekannt ist. Offenbar ergibt sich diese Betrachtungsweise mehr oder minder zwangsläufig, sobald man Vernünftig an das Thema herangehen will.

Gruß
Taurec


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