Der kleinste im Morgenlande [beginnt kurzen Weltkrieg] (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

randomizer, Montag, 07. Mai 2012, 18:06 (vor 2754 Tagen) @ Taurec3686 mal gelesen

Hallo Taurec,

Eine Volkssage, die von Franz Illig in der Zeitschrift "Berg und Wald" in der Ausgabe vom 6. März 1914 abgedruckt wurde:

der Volkskundler hieß Franz Ilg

„Eine andere Prophezeiung vom Weltkriege lautet: Der Kleinste im Morgenlande werde den Krieg beginnen,
der zum Weltkriege wird. Der wird nun so lange dauern, als der Bauer, der sich mit einem Laib Brod auf den
großen Felsen bei Ober-Lichtbuchet flüchtet, diesen aufgegessen haben wird.“


Das Brotlaibmotiv ist ja als Wandersage sehr verbreitet (im Zusammenhang mit zukünftigen Schlachten), in Kombination mit einer Weltkriegserwartung jedoch einmalig und bemerkenswert: Wie hat man sich Anfang 1914 wohl einen Weltkrieg vorgestellt, der nur etwa eine Woche dauere?? Schwerlich, und so leitete Hans Watzlik das obige Fragment 1921* auch wie folgt ein:

"Ein lustigerer Wahrsager herentgegen sagte: Ein Bauer wird sich auf den großen Felsen bei Oberlichtbuchet flüchten und sich einen Laib Brot mitnehmen, und der Weltkrieg wird solange andauern, bis selbiger Bauer den Laib vertilgt hat."

Das interessante Prophezeiungsfragment stammt übrigens aus der Gegend von Kuschwarda im Böhmerwald, mir sind aber derzeit keine Anhaltspunkte bekannt, die eine Verwandtschaft mit den benachbarten Waldpropheten (Stormberger/Wudy/etc.) wahrscheinlich machen.


[image]


'Der kleinste im Morgenlande, der den Krieg beginne' (bei Watzlik rausgekürzt) klingt in unserer Zeit natürlich sehr nach Israel, wie legitim diese Deutung ist, können wir erst in Zukunft beurteilen.

Viele Grüße,
randomizer

*) Watzlik, Hans: Böhmerwald-Sagen. (Moldavia) Budweis 1921, Seite 67;
Watzlik zitiert dort zwar aus Ilgs 'Sagen aus dem Walde.' (in: Berg und Wald 1914, Seite 45), verschweigt aber wie gewöhnlich die Quellenangabe; ich konnte das 1914er-Original ca. 2007 erwerben, die bei Watzlik fehlende Quellenangabe fand ich glücklicherweise in Gustav Jungbauers Böhmerwald-Sagen (Jena 1924), Seite 260.

PS: Zum Thema Irlmaiervorlagen bzw. vermeintlicher 'Irlmaierkern', bemühe ich mich, Baldur und Taurec noch zu antworten; Eyspfeils leeres Geschwätz und desinformativen Unsinn klarzustellen, fehlt mir aber jede Kraft...

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