sonstige Ursachen für Kataklysmen / Auswahlkriterien (Schauungen & Prophezeiungen)

Baldur @, Montag, 23. April 2012, 19:15 (vor 2962 Tagen) @ Eyspfeil4924 mal gelesen

Hallo, Eyspfeil,

es bleibt ja die Frage im Zentrum, ob es für uns in unserer Lebensspanne von Interesse ist, sich mit Schauungen zu beschäftigen, um einen Erkenntnisgewinn daraus ziehen zu können - oder ob das nur akademischer Zeitvertreib ist von Leuten, die nichts besseres zu tun haben, als sich gedanken um Textauslegungen zu machen. Wir wären dabei selber von der von mir so sehr kritisierten *Religionswissenschaft* gar nicht weit weg.

Klar hat der Mensch auch früher schon die Umwelt massiv gefährdet (biologische Wasserverschmutzung, Verbreitung von Seuchen), allerdings noch nie in derart extremen Maßstäben. die Vernunft und die Mathematik sagen, daß es so nur noch eine begrenzte Zeit weitergehen kann.

Vermutlich gibt es ein simples Naturgesetz, nachdem alles einem zyklischen Wandel unterworfen ist und die Bäume nicht in den Himmel wachsen dürfen. Dann brauchts gar keinen einzelnen, zürnenden Willen mehr hinter allem, dann ist alles bereits seit Anbeginn genau so festgelegt. Und es ist egal, ob Dinosaurier frevelten, oder der Homo Erectus angeblich sapiens.

Aber dazu brauchen wir keine Schauung, das bringt bloßes Nachdenken. Diffus, ohne Zeitangaben und Details. Die möchten wir aber gerne wissen.

Wenn ich die Kathi aus dem Ötztal mal wieder zitieren darf, bringt die jede Menge Frommgeschwafel, das bei einem Nichtkatholiken die Schmerzschwelle stark überschreitet.

Zitat: Die Verfolger der Kirche haben eine Zeitlang eine große Macht. Aber diese
kurze Zeit dürft ihr im Glauben nicht umfallen. Bleibt mir um Gottes willen
katholisch! Ihr müßt stark bleiben, auch wenn es euch das Leben kostet, denn
die Gottlosen werden zum Schluß vom Herrgott furchtbar gestraft. Zitat Ende (wie der Rest zitiert nach Anton Angerer, *Das steht der Welt noch bevor*, S. 129f.).

Blödsinn ?

Wie genau sah sie angeblich ? War sie verläßlich, hatte sie Treffer ?

Zitat: Die 1951 verstorbene Katharina
wurde auch öfters von Vorauserlebnissen geplagt. (Das Folgende ist entnommen
dem „Osttiroler-Boten“, Lienz, am 4. Dezember 1986, Seite 4):
Es meldeten sich bei ihr oft „Arme Seelen“, die sie um Hilfe drängten. Oft
sah sie Unglücks- oder Sterbefälle voraus, wußte dabei aber selten, um wen
es sich handelte oder wann es eintreten werde.

Fazit: das ganze war äußerst dürftig. Unbeweisbar, unergiebig.

Wie wurden die angeblichen Aussagen gewonnen ?

Zitat: Die knappen Sätze der Seherin wurden etwas ergänzt und Dialektausdrücke
ins Hochdeutsche übertragen

Von wem ? Aus welchen Motiven ?

Jetzt schreit die Tonne nach Futter.

ABER: falls wir die sonstigen Aussagen trotz allem für zutreffend ansehen würden, wäre diese Quelle eine nahezu einzigartige, denn die Länge der wirtschaftlichen Durststrecke, die demnach allem vorangehen soll, ist sonst m.W.n. nirgends beschrieben.

Und würde man weiter hineininterpretieren, und mal die Kirche weglassen, hätte man ein gefundenes Fressen für eine Bestätigung des Visionen von E.Z. (Übergriffe fanatischer Muslime) und des Traumes über die Zwangsbekehrungen im Pariser Stadion - denn es ginge dann gar nicht gegen Kirche, sondern für eine fremde, militante Religion. Auch zu diesem Aufeinandertreffen von religiösen Weltanschauungen gibt es sonst meines Wissens ebenfalls kaum Material (außer bloßem Beobachten und Nachdenken und Spekulation).

Es wäre damit eine ungemein wertvolle Quelle, obwohl kein direkter Zeitbezug vorhanden ist.

Nur: was gäbe mir das Recht, mir frei rauszupicken, was mir gerade nützlich erscheint, und zu verwerfen, was mir berechtigterweise Sorgen macht und zur Vorsicht mahnt ?
Würden wir einem Wahrsager glauben, die noch nie einen Treffer hatte ? Dürften wir das, ohne selbst unglaubwürdig zu werden ?

Rest folgt.

Beste Grüße vom Baldur


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