Präzisierung (Schauungen & Prophezeiungen zum Weltgeschehen)

Gerhard, Freitag, 18. November 2011, 01:47 (vor 2892 Tagen) @ Leo DeGard4968 mal gelesen

Hallo, Leo DeGard!

Deine Frage kann, oberflächlich gesehen, relativ schnell beantwortet werden: die Lehrerin stammt aus dem oberen Remstal, und für sie ist deshalb die Fahrt nach Stuttgart immer eine Fahrt auf der B 29 (die von Aalen nach Stuttgart zieht), auch wenn die letzten 3 Kilomenter vor dem Kappelbergtunnel formal der B 14 zugehören (die von Schwäbisch Hall her kommt) - beide Strecken vereinigen sich halt kurz vor dem Tunnel. Die Panzer können durchaus auch auf der eigentlichen B 14 herangekommen sein.

Tiefer betrachtet wirft Deine Frage ein großes Problem auf, das ich vor ein paar Tagen gegenüber Taurec ansprechen wollte, und über das ich bei dieser Gelegenheit hier noch ein bißchen grummeln darf: man halte sich bitte bei einem Entwurf für einen möglichen Kriegsverlauf nicht an Schablonen, selbst wenn diese aus Schauungen stammten sollten.

Eine solche Schablone, angeregt von Irlmaiers (naiv ausgedrückten) "Panzerkeilen", ist die VORSTELLUNG, dass die eindringenden russischen Verbände hübsch und brav die Autobahnen nutzen und nichtmal ihre Zigarettenkippen nach rechts oder links werfen. So empfand ich wenigstens den Einwurf von Taurec, als er meinen eigenen Traum als wenig wahrscheinlich darstellte, weil ich offenbar nicht auf der Autobahn wohne, wo allein die Panzer vorbeikommen würden.

Selbst BB spricht bei der Kaufering-Diskussion von "gestaffeltem Flankenschutz" und auf

http://satorius666.blogspot.com/2011/04/der-3-weltkrieg-und-die-schlacht-am.html

findet sich folgende realistische Formulierung

"weil es immer auch Sperrverbände gibt, die links und rechts der Route absperren und aufpassen, dass es von der Seite keine Überraschungen geben kann. Diese Verbände sollen laut den Sehern sehr brutal zu den umliegenden Anwohnern sein."

(Wobei ich gern wüßte, welche Seher das gesagt haben ....).

In dem Bild, das ich mir vom Verlauf des eventuellen Krieges mache, kommen jedenfalls bereits in den ersten Tagen russische Streikräfte auch rechts und links der jeweiligen "Keile" vor, die Hauptmasse an Gerät und Männern wird freilich die großen Straßen nutzen. Wenn der Tross etwas verteilt/gestreut vorrückt, im "Schutz" (!!) von Städten, ist er möglicherweise auch besser gegen Luftangriffe geschützt. Mit dem Panzertransporter fährt man übrigens auf einer Bundesstrasse wohl genauso schnell wie auf einer Autobahn, denn mit PKW-Gegenverkehr braucht man da als Panzerfahrer nicht rechnen ...

Der hier geschilderte Traum lässt zudem völlig offen, ob er eine Szene aus den ersten Tagen des Krieges ist - oder aus den 2 Monaten nach der Rheinberührung der Russen. Manchmal wird hier der Eindruck erweckt, die Russen ziehen an den Rhein, und im (östlich gelegenen) Hinterland ist danach kein einziger Russe mehr zu sehen; alle weiteren Kämpfe spielten sich demnach im Rheintal sowie hinauf nach Westfalen ab. Ich halte so eine Ansicht für falsch.

Zu den sog. Schablonen zählt m.E. auch der "überraschende Kriegsbeginn", der eine friedliche Welt schildert, in die plötzlich die Russen "über Nacht" einfallen. Wenn es denn passieren soll, dann dürften viel eher die ganzen Systeme (einschließlich NATO ...) sukzessive zusammenbrechen (die Gründe dafür sind hier zunächst egal), und es dürfte eine jahrelange Unsicherheit bestehen mit Restabilisierungsversuchen, neuen Kriegsängsten, Friedenshoffnungen und -bemühungen sowie ständiger Ungewissheit. Und dann, wenn man vielleicht gerade mal wieder gute Aussicht hat (Friedenskonferenz?), dann wird "es einfach geschehen".

Der hier mitgeteilte Traum der Lehrerin könnte dahingehend ausgelegt werden, dass in einer Zeit des Zusammenbruchs (warum der kommt, kann hier offen bleiben) bereits eine zunehmende Fluchtbewegung in Richtung Westen beginnt. Aber diese Auslegung ist vorerst gewagt. Es müßten weitere Belege hierzu auftauchen. Die Fluchtbewegungen in Richtung Süden, die in den Schauungen berichtet werden, könnten aber durchaus auch retardiert ausgelegt werden - denn es gibt offenbar mehrere Wellen (nach Irlmaier), von denen nur die letzten es nicht mehr schaffen. Wann aber sind diese unglücklichen "Letzten" aufgebrochen?

Grüsse, GL


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