Häuserkampf
Geschrieben von Suchender am 11. März 2005 09:57:
11.03.2005
BERLIN/FALLUDSCHA/ABIDJAN (Eigener Bericht) - Die Bundeswehr soll ihre Fähigkeiten zur Kriegführung in Städten ausbauen (,,Häuserkampf") und damit das ,,militär- und sicherheitspolitische Gewicht" Deutschlands ,,vergrößern". Dies empfiehlt ein ,,Diskussionspapier" der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Wie es in dem Entwurf heißt, werden die Schauplätze zukünftiger Kriege immer häufiger in Städten zu finden sein; als Beispiel gilt der US-Angriff auf das irakische Falludscha vom November 2004, bei dem rund 6.000 Menschen ums Leben kamen. Mögliche Orte entsprechender EU-Operationen sind dem Papier zufolge die Hauptstädte afrikanischer Staaten. Der urbane Krieg westlicher High-Tech-Legionen (,,Military Operations in Urban Terrain"/MOUT) soll die zivile Infrastruktur lokaler Widerstandsgruppen vernichten und richtet sich deswegen automatisch gegen die Bewohnerinnen und Bewohner ganzer Straßenzüge, Stadtviertel und Großagglomerationen.Kernfähigkeit
Die als ,,Diskussionspapier"1) bezeichnete Kriegsvorlage (Untertitel: ,,Häuserkampf in Städten als dominante Kernfähigkeit der Zukunft?") orientiert sich an den illegalen Überfall- und Besatzungsoperationen der US-Streitkräfte, die als Maßstab deutscher Zielplanungen herangezogen werden. Demnach lässt sich feststellen, dass die US-Militäreinsätze der vergangenen 20 Jahre in rund 80 Prozent aller Fälle auch gegen Städte gerichtet waren; fast 40 Prozent der Einsätze fanden ausschließlich in urbanem Gebiet statt. Daraus folgert die Studie der offiziösen deutschen Stiftung, dass die ,,Bedeutung des städtischen Siedlungsraums" mit seinen ,,Einflußfaktoren" und ,,Machtschwerpunkte(n)" ,,weiter zunehmen" werde. Der Bundeswehr stehe ,,ein verstärkter Einsatz in dieser an Bedeutung weiter zunehmenden Konfliktumgebung" bevor.Gewicht Deutschlands
Investitionen in Trainingsanlagen und Ausrüstung für den groß angelegten Häuserkampf könnten ,,das militär- und sicherheitspolitische Gewicht" Deutschlands ,,vergrößern", heißt es weiter. Eine offensive deutsche Militärkonkurrenz, die das Irak-Fiasko Washingtons zugrunde lege, sei nicht unmöglich. So habe die US-Armee in Falludscha hohe Verluste erlitten (,,mindestens 64 Soldaten"), benötige Zeit, um ,,angemessene Ausrüstungen und Fahrzeuge" anzuschaffen sowie ,,Anpassungen an Truppenstruktur und taktische Vorgehensweisen" vorzunehmen. Vor diesem Hintergrund biete sich Berlin jetzt Gelegenheit, ,,der Bundeswehr eine konzeptionelle Führungsrolle bei MOUT (zu) ermöglichen"....
- Re: Häuserkampf Tecumseh 11.3.2005 11:10 (0)