Re: Geistige Gesundheit
Geschrieben von Röde Orm am 09. September 2004 16:47:24:
Als Antwort auf: Geistige Gesundheit geschrieben von Starfire am 09. September 2004 16:04:16:
Hallo Starfire
Es gibt natürlich Lieblingsszenen im Katastrophenfall, ganz klar. Ich kann sehr überlegt und ruhig in kritischen Unfall-Situationen handeln. Dieses konnte ich schon mehrfach unter Beweis stellen. Die Emotionen werden für eine kurze Zeit einfach weggeklickt, wobei dann halt die rationelle Logik gut Platz findet. Ähnlich verhält es sich bei kurzen Stresssituationen, z.B. bei zwischenmenschlichen Konflikten, wo meine Gesundheit bedroht wird (klasse ausgedrückt *gg*). Auch da gibt es einen Schalter, klick, und ich handele schnell und rationell, absolut der Situation abgestimmt und angemessen. Ich könnte mir sogar vorstellen bei einem Schusswechsel kühl und besonnen zu reagieren, sogar wenn meine Familie davon bedroht ist.
Jo, sogar bei der beschriebenen Dreitägigen Finsternis würde ich nicht in Panik ausbrechen (glaube ich jedenfalls nicht), wenn sie denn auf der Ebene stattfindet. Ich kann gut mit kurzen Stresssituationen fertig werden. Da kommt der Stress erst gar nicht an mich heran.
Ich kenne aber auch meine Schwächen. Katastrophen für mich als Definition sind dort, wo Menschen dauerhaft leiden müssen. Damit kann ich überhaupt nicht umgehen, z.B. dahinsiechende Krebsopfer, oder alte Leute, die mit Liegewunden ans Bett gefesselt sind. Das kann ich überhaupt nicht ab und würde wohl bei Dauerberieselung zerbrechen. Lieber gehe ich als Soldat in den Krieg, statt als Altenpfleger meinen Dienst zu leisten.
Somit wäre mein schlimmstes Szenario langsam dahin sterbende Menschen, z.B. wie bei ABC-Angriffen, Reaktorunfällen oder Seuchen. Ein Albtraum sind Vernichtungslager wie zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Ich träumte schon oft, dass ich ein Häftling in einem Konzentrationslager bin. Das sind die schlimmsten Träume. Ich träumte sicher öfters davon, weil ich mich mit der Materie stark beschäftigt habe. Ich kann nicht sagen, wie ich bei diesen Beispielen reagieren werde. Meine Beispiele sind ja langsamere Prozesse des Leidens und des Leid Erfahrens. Kann sein, dass mal eine gewisse Gewöhnung (Abstumpfung) eintritt, aber das kann ich heute natürlich nicht sagen. Ich kann nur aus meinem Gefühl und meiner kurzen bisherigen Erfahrung dieses so äußern.
Als Sanitäter auf dem Schlachtfeld bin ich zu gebrauchen, verzichte aber freiwillig in einem Feldlazarett zu arbeiten:-)
Gruß
RödePS: Mein Testergebnis behalte ich für mich:-)