Re: BETEN FÜR DEN PAPST
Geschrieben von Elbin am 25. Februar 2005 22:11:45:
Als Antwort auf: Re: BETEN FÜR DEN PAPST geschrieben von Suchender am 25. Februar 2005 20:03:
Hallo,
danke für den Beitrag - sehr aufschlußreich.
Grüße
Elbin*>Über dreitausend Jahre alte Schriften der Sumerer, Babylonier und Israeliten belegen den Missbrauch an Kindern genauso wie die noch erhaltenen Zeugnisse der klassischen Antike, also der Griechen und Römer.
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>"Geliebte Kinder"
>Zu diesen frühen Zeiten war im Unterschied zu heute die gesellschaftliche Akzeptanz der sexuellen Beziehungen von Männern mit Kindern wesentlich größer. Sie wurden meist mit religiösen Argumenten gerechtfertigt. Von Illegalität konnte zu diesen Zeiten keine Rede sein - nicht einmal bei den alten Israeliten. Im wichtigsten Leitfaden der Juden, dem Talmud, steht, dass "ein Mädchen von drei Jahren und einem Tag durch Beiwohnung angetraut wird" (Jabmuth 57 b). Sexuelle Handlungen an Kindern unter drei Jahren galten außerdem nicht als Verbrechen.
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>Im antiken Griechenland war die so genannte Knabenliebe (Päderastie, aus pais: Kind und erastes: Liebhaber) Teil der sexuellen und geistigen Bildung. Unter der Obhut eines älteren Mannes wurde der Heranwachsende zu einem reifen Staatsbürger erzogen. Gut betuchte Männer durften Beziehungen mit Jungen ab zwölf Jahren eingehen. Auch bei sexuellen Kontakten mit Jüngeren musste kaum jemand hohe Strafen befürchten.
>Doch gab es auch andere Fälle: Viele Knaben wurden häufig von älteren Männern missbraucht. In Athen konnte man per Vertrag einen Knaben mieten und im alten Rom gab es spezielle Knabenbordelle. Dort, wo homosexueller Kontakt mit freien Knaben gesetzlich verboten war, hielten sich Männer Sklavenjungen. Und sowohl Knaben als auch Mädchen wurden zur Prostitution verkauft.
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>Verheiratete Kinder
>Im Mittelalter war nach Ansicht der Kirchenfürsten ein Kind ab dem Alter von sieben Jahren - damals das Übergangsalter von der Kindheit zum Erwachsensein - reif für die geschlechtliche Ehe. Sieben war also das gesetzliche Mindestalter für die Verlobung. Solche Kindes-Ehen wurden meist dann eingegangen, wenn dadurch ein Machtzuwachs oder Geldgewinn garantiert war.
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>Und im 16. Jahrhundert, zu Zeiten des Bourbonenkönigs Ludwig XIII, wurden Säuglinge und Kleinkinder kastriert, um in Bordellen von Männern missbraucht zu werden.
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>Neue Studien
>Claudia Jarzebowski, Historikerin an der FU Berlin, analysiert Prozessakten aus dem 18. Jahrhundert im Geheimen Preußischen Staatsarchiv in Berlin. Sie stellt fest, dass Kindesmissbrauch zunehmend als schweres Verbrechen gilt. Immer wieder liest die Historikerin zwar von Freisprüchen, doch die Schreiber berichten auch von harten Strafen: von Arbeitslager, Festungshaft und Landesverweis.
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>Die Sichtweise der Kinder bleibt unbeachtet. Dafür fühlt sich der Staat in die Pflicht genommen, reglementiert den Umgang zwischen Familienmitgliedern stärker und macht ihn zu seiner Angelegenheit. Das gemeinsame Nächtigen von Geschwistern und Eltern in einem Bett wird verboten. Doch die im 18. Jahrhundert einsetzende Strafrechtsreformdebatte sieht den Inzest als ein Begehren, das auf gegenseitiger sexueller Anziehung beruht - und geht damit an der Realität der Kinder weit vorbei.
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>Aus den königlichen Akten kann Claudia Jarzebowski keine präzisen Trends ablesen. Doch eine Ahnung nimmt Gestalt an: Das Ausmaß von Kindesmissbrauch hat sich über viele Jahrhunderte nicht maßgeblich verändert.