Schlafsack, Reflektor und Feuer
Geschrieben von Wizard am 05. Februar 2005 20:35:
Als Antwort auf: Re: Schlafsack geschrieben von Joe68 am 05. Februar 2005 18:15:57:
Alte Pfadfinderregel (zumindest bei dem Haufen in dem ich war):
Schlafsack bis etwa –10 bis –15°C
Ist es wärmer, wird der Schlafsack offen gelassen, ist es kälter wird was angezogen.
Normale Schlafsackbekleidung:
Kurzes Sportzeug also T-Shirt und kurze Turnhose.Wird es zu kalt, zieht man einen Jogginganzug drüber.
Bei Nasskaltem Wetter kommt die Kleidung unten in den Fußteil des Schlafsacks, ansonsten dient sie zusammengerollt als Kopfkissen. Ist die Kleidung nass oder feucht wird sie am Feuer vorsichtig getrocknet. Ein besonderes Augenmerk ist auf das Schuhwerk zu richten. Die Feuchtigkeit vom Tragen muss raus und neue sollte möglichst nicht hinein. Schuhwerk das offen herumsteht, wird gerne von Krabbelzeug auf seine Bewohnbarkeit oder Futtereignung untersucht.
Von mir erdachte Gegenmaßnahme:
Zwischen Feuerstellen und Schlafplatz zwei Pflöcke in den Boden rammen. Sie sollten so lang und dick sein, das sie tief genug in den Boden gehen und nicht umfallen können und das Schuhwerk mindesten 10 cm über dem Boden ist. Selbiges wird Kopfüber auf die Pflöcke gesteckt.
Zur Sache Feuer und Reflektor:
Jeder bei uns hat in seiner Ausrüstung ein BW-Zeltplane. Selbige dient vielen Zwecken, die Funktion wie gedacht als Zelt steht da an letzter Stelle. Die Funktion als Reflektor und Sichtschutz steht dagegen ziemlich weit oben. Die beschriebene Funktionsweise geht natürlich auch mit jeder anderen Plane, wenn sie von geeigneter Größe ist. Heringe und Zeltstangen werden nicht mitgeschleppt, sondern vor Ort geschnitten. Heringe werden nicht durch die Ösen geschlagen sondern durch Schnurschlaufen die durch die Ösen gezogen wurden.
Die Plane wird leicht schräg aufgestellt. Wie ein halbes Zelt, nur mit steilerem Winkel. Der Winkel richtet sich mach Lagerplatz und Wetter. Im Schlafbereich wird in Hüfthöhe eine leichte Mulde ausgehoben, wenn keine dickere Unterlage (z. B. Luftmatratze) vorhanden ist. Dann wird ein BW-Poncho als Schutz gegen die Bodenfeuchtigkeit ausgebreitet und der Schafsack drauf gelegt. Etwa 70 bis 100 cm vor der Schlafstelle wird eine leichte Feuergrube ausgehoben (etwa in Bauchhöhe) und mit Steinen umsäumt wenn vorhanden. Neben der Feuerstelle werden zwei bis vier Pflöcke in den Boden (etwa Brusthöhe) gerammt. Selbige dienen dem Aufstapeln des Feuerholzes. So kann man auch im Halbschlaf oder Schlaf Holz nachlegen (das geht tatsächlich). Das Feuer wird logischerweise mit kleinem Holz angezündet und dann mit größeren (dickeren) stücken unterhalten. Es sollte so brennen, dass es nicht weit zu sehen ist (Plane auch entsprechend aufstellen). Das Feuer soll wärmen und zum Kochen sein, also Hitze abgeben. Zu sehen sollte es möglicht nicht sein, weder durch sein Licht, noch durch Rauch. Das erfordert einiges an Übung und selbst in Pfadfinderkreisen gibt es heute nur noch wenige, die das wirklich beherrschen. Als Feuerholz kann natürlich alles brennbare dienen. Stehen verschiedene Hölzer zur Auswahl, sind Laubhölzer vorzuziehen. Nadelhölzer enthalten Harzgallen, die nicht nur laut knallen, sondern auch gefährlichen Funkenflug verursachen. Brandlöcher im Schlafsack sind da eventuell noch der geringste Schaden. Birke ist das einzige Holz, das notfalls auch nass brennt. Frisch geschlagenes Holz ist normalerweise zu vermeiden. Todholz ist da viel besser geeignet. Todholz sind abgestorbene Bäume, die noch aufrecht stehen oder abgestorbene Äste am Baum.
Ist man nicht alleine und verfügt auch über zwei oder mehr Planen, werden diese um die Feuerstelle gruppiert. Bei zwei in einer V-Form, bei drei als offenes Dreieck. Mehr als vier braucht man nicht. Sind mehr als einer Person unterwegs, sind Wachen einzuteilen. Als Einzelperson muss man abwägen, ob der Schlaf wichtiger ist oder die Wache. In der Regel wird sich da ein Halbschlaf einpendeln. Der Körper schläft und der Geist ist mehr oder weniger wach. Auf diese Weise gelingt dann auch das Füttern des Feuers problemlos.
Übung macht den Meister, um so mehr, wenn jemand dabei ist, der einem das genau zeigen kann. In den Sommerferien halte ich ab und zu kostenlose Kurse ab. Die sind zwar eigentlich an die Kinder und Jugendlichen bei mir im Jugendtreff gerichtet, es sind aber auch interessierte Erwachsene willkommen. Allerdings nur einzeln oder bis max. 3 Personen, da das Ganze keine Großveranstaltung ist sondern unter halbrealen Bedingungen und auch nur halb legal.
MfG
Wizard
- Wo wohnst du? (n/t) Joe68 07.2.2005 17:41 (1)
- Hier ;-)) Wizard 08.2.2005 03:56 (0)