Türken, Kurden, Minderheiten, Dönerbuden und die USA

Geschrieben von Badland Warrior am 28. Januar 2005 11:51:36:

Als Antwort auf: Türkei droht mit Invasion in den Irak geschrieben von Beobachter am 28. Januar 2005 05:58:34:

Moin, Beobachter!

Dazu fallen mir mehrere Dinge ein: Die Türkei hasst ihre eigenen und auch alle anderen Kurden. Es ist wirklich gut denkbar, dass sie die Turkomanen (klingt so ähnlich wie Pyromanen) aufwiegeln.
Dann gibt es da Mord und Totschlag. Ganz dumm dabei: Sowohl die irakischen Kurden, als auch die Türken sind Verbündete der USA. Das kann sogar dahin führen, dass die türkei und die Amis sich zerstreiten, und die türkei aus der NATO rauskomplimentiert wird. Aber nur eventuell. Schließlich ist die türkei sozusagen der Flugzeugträger der NATO in der Ecke. Sollten die Türken aus der NATO fliegen, weshalb soll man sie dann noch in die EU aufnehmen? Damit fiele auch die Angst vor zehntausenden Türken weg, die nach Deutschland strömen könnten.
Ich denke aber nicht, dass es eine Zerreißprobe wegen der Kurden geben wird. Die haben vorher auch kaum einen interessiert, außer dass die PKK von den Russen beliefert und ausgestattet wurde, und von der neurechten "Jungen Freiheit" bejubelt.
Sollten die Türken wirklich den Irak noch mehr destabilisieren wollen, dann wäre das sicherlich nicht im Sinne der Amis. Es kann den Türken aber Punkte bei den anderen Sunniten in der Ecke bringen. Schließlich gibt es unter den Kurden auch Aleviten und Yeziden. Außerdem sind sunnitische Türken den sunnitischen Irakis wahrscheinlich näher als christliche, jüdische und heidnische Amerikaner.
Schließlich sind ja alle Nichtmoslems in den Augen der extremeren Richtungen nicht nur Menschen zweiter Klasse, sondern manchmal gar keine Menschen.

Ein kurdischer Staat würde die Türkei auch enorm schwächen. Erst einmal würden sie Territorium einbüßen, und dann würde sich wahrscheinlich der eine oder andere Mensch etwas intensiver für die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei interessieren. Und die Türken müssten ihre Blödheit einsehen, wie sie mit ihren Minderheiten umspringen. Da gibt es nämlich nicht nur die Kurden, sondern auch die Armenier und die nichtarmenischen Christen. Einen Fehler einzugestehen, das liegt aber nicht in der turktatarischen Mentalität drin. Dazu sind sie zu stolz.
Es würde den Türken allerdings auch ähnlich sehen, mal kurz irgendwo einzumarschieren, um die Gegend zu "befrieden", sprich, für Friedhofsruhe zu sorgen. Schließlich leben sie auf geklautem Gebiet. Die Ecke dort war mal griechisch, bzw. syro-phönizisch. Und weshalb sollten sie snicht mehr Gebiet klauen, wenn es sich gerade mal so anbietet? Gleichzeitig mal kurz endgültig die Kurden ausrotten, und schon hat man mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Als Dreingabe gibt es dann auch noch Ölquellen. Der kurdische Irak wäre also ein Leckerbissen, auch ohne Fladenbrot dazu, allerdings nicht ohne Risiken.

Und hierzulande, das vergisst man leicht, kann es durch türkisch-kurdische Auseinandersetzungen da unten auch zu Animositäten kommen. Man stelle sich vor, man steht an der Dönerbude, und plötzlich schmeißt einer ne Granate rein oder sowas. Das muss ja nun auch nicht wirklich sein.

Daraus folgt: Die Türken würden sich Ärger einhandeln. Wären sie nicht mehr in der NATO, könnten sich die Russen die Hände reiben. Wenn ich mich nicht täusche, liegen die Sympathien der Türken eher bei den Tschetschenen. Außerdem stünde die NATO dann etwas dumm da. Ein Ausstieg aus der NATO aber wäre dann auch die Stunde für die radikalen Mullahs, noch stärker gegen den Westen zu hetzen.
Allein der Konflikt aber kann überall zu Ärger und Destabilisierung führen, wo Kurden und Türken aufeinandertreffen. Mal kurz jemanden auf der Straße niederschießen, das ist auch hier in Deutschland schon vorgekommen.

Und: Es ist für uns erst einmal sicherer, Currywurst mit Pommes, Halbes Hähnchen mit Kartoffelsalat, oder ordentlich gegrillte Schweinshaxe zu futtern. Solange es das noch gibt, und wir es uns leisten können.

Badland Warrior


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