Re: Must-read-link zum Thema Wirtschaft .....

Geschrieben von IT Oma am 18. Januar 2005 12:49:37:

Als Antwort auf: Re: Must-read-link zum Thema Wirtschaft ..... geschrieben von Bonnie am 18. Januar 2005 09:03:23:

Liebe Bonnie,
ganz richtig, diesen Aspekt hatte ich überhaupt nicht behandelt.
Die Preise entstehen aufgrund von Nachfrage und Angebot und die Kosten sind im allgemeinen die absolute Untergrenze, den der Produzent (und ggf. der Händler) muß ja mindestens soviel Gewinn machen, daß er sich und seine Familie davon ernähren kann. (Und das ist auch kein "leistungsloses Einkommen", denn der Produzent (Kapitalist) oder Händler bringt Leistung, indem er die Voraussetzungen schafft, daß der angestellte Arbeit"nehmer" arbeiten kann, ohne sich um das Drumherum kümmern zu müssen und ohne das Risiko zu tragen, daß die Ware nicht sofort verkäuflich ist. Ist sie natürlich völlig unverkäuflich, so leidet auch der Arbeitnehmer darunter, denn dann verliert er seinen Arbeitsplatz).
Auch die von Dir beschriebene "Schnäppchenmentalität" trägt zur Verschärfung der Situation bei, denn sie "züchtet" die skrupellosesten Produzenten.
Dabei sei nicht unterschlagen, daß es auch eine ganze Reihe Kapitalisten gibt, die die Preise höher treiben als sie müßten, um ein angemessenes Einkommen zu erzielen.
Hinzu kommt noch, daß für besonders begehrenswert erscheinende Waren Preise gezahlt werden (und zwar freiwillig! wie jeder sehen kann, der mal in ebay reingeschaut hat), die in keinem Verhältnis zum Wert stehen, und zwar auch von Leuten, die es sich nicht leisten können.

Gier ist eben auf beiden Seiten kontraproduktiv.

Liebe Grüße
ITOma

>Exakt, ITOma, das hätte mir auch einfallen müssen.
>Ich bin in meiner Argumentation (die NoPasaran nicht verstanden hat, er hat sie als "süß" bezeichnet *gg*) nur noch einen Schritt weiter gegangen.
>Die Preise entstehen nicht aufgrund der "Leistung". Das ist das kleine Einmaleins der Wirtschaftswissenschaft. Das wollte ich mit meinen Beispielen (Aussehen, Intelligenz, Ideen) klarmachen. Die Preise entstehen aufgrund von Nachfrage und Angebot.
>Die Kosten, die ein Produkt verursacht, sind nicht gleich dem Preis. Sie sind eine Art Untergrenze für den Preis, denn wenn man ein Produkt teurer als den Marktpreis produzieren muß, dann wird man die Produktion einstellen. Es sei denn, man möchte einen Konkurrenten vom Markt verdrängen und hat den finanziell längeren Atem.
>In der Phase befinden wir uns seit mehreren Jahren/Jahrzehnten.
>Man muß bedenken, daß jedes "Schnäppchen" Folgen hat für das ökonomische System:
>- Der Produzent muß die niedrigsten Löhne zahlen (Auswandernung in Billiglohnländer)
>- Der Produzent muß zulasten der Umwelt produzieren
>- er muß den Staat um Steuern besch***, wo es nur geht
>- es werden alle anderen Konkurrenten, die noch "fair" produzieren, vom Markt verdrängt, so daß der Produzent, der sowohl Umwelt als auch Gesellschaft als auch Arbeitnehmer wie Dreck behandelt, hinterher übrig bleibt und seine Produktion zum Normalfall wird.
>Es wird immer viel gemeckert über die fiesen Kapitalistenschweine und der eigene Anteil an der Entwicklung (die "Schnäppchen-Mentalität") wird absolut ignoriert.
>Liebe Grüsse, Bonnie


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