Thema Ausrüstung Teil IV
Geschrieben von Wizard am 06. März 2006 04:17:03:
Moin Leute,
bevor ich zum 4. Teil zum Thema Ausrüstung komme, möchte ich auf ein paar Dinge hinweisen.
Bei der von mir vorgeschlagenen Ausrüstung handelt es sich um Dinge, mit denen meine Familie und ich und Freunde gute Erfahrungen gemacht haben. Die vorgeschlagenen Dinge sind also auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten und bieten ein gutes Preis / Leistungsverhältnis. Fortgeschnittene, Profis und Leute mit gutem Finanzpolster mögen andere Erfahrungen gesammelt und teurere Ausrüstung haben. Neulinge in dieser Sparte haben meist wenig bis keine Erfahrung auf diesem Gebiet und sind oft finanziell auch nicht so gut ausgestattet. An diese Neulinge sind die Tipps und Hinweise von mir vorzugsweise gerichtet, damit sie wenigstens ein paar Anhaltspunkte haben. Ganz ohne eigenes Überlegen, Planung und vor allem Üben wird es allerdings nicht vonstatten gehen. Jeder muss im Endeffekt selber herausfinden was für ihn / sie am Besten geeignet ist. Eine gut ausgewählte "Fluchtkleidung" samt der dazugehörigen Mindestausrüstung (Thema Ausrüstung 1. Teil) kann im Notfall Lebensrettend sein, wenn man über das nötige Wissen und Können verfügt. Es ist also das Mindeste was man haben sollte. Bei allem was darüber hinaus geht, geht es darum, sich in einer solchen Situation die Sache leichter zu machen (Thema Ausrüstung 2. und 3. Teil). Alles was danach kommt, kann man fast schon als Luxus ansehen (Thema Ausrüstung 3. und 4. Teil). Es sind Dinge, die sich er oder sie beschaffen kann, wenn Zeit, Geld oder Gelegenheit vorhanden ist und es sich auch die Dinge, die je nach Situation gleich oder unterwegs zurückgelassen werden.
Sonstige Hilfsmittel:
Unter Sonstiges ist bei uns zu finden:• Wanderstäbe
Auch bei Wanderstäben gibt es einiges auf dem käuflichen Markt. Angefangen bei Billigprodukten à la Supermarkt bis hin zu ziemlich teuren Modellen. Wir bevorzugen Wanderstäbe, die wir aus Haselnuss selbst schneiden und mit Spitzen versehen. So ein Stab sollte etwa die Länge des Besitzers haben, möglichst gerade sein und am dünnen Ende etwa 2 bis 2,5 cm dick sein. Der Stab wird nur im Griffbereich entrindet, gereinigt und getrocknet. Nach dem Trocknen kann man den Stab ölen (z. B. Danishoil) oder lackieren (matt), dann die Spitze anbringen, fertig. Ein solcher Wanderstab hat nicht nur den Vorteil, dass er fast nichts kostet. So eine Spitze kostet zwischen 3 und 5 Euro und Öl oder Lack hat man eh im Haus. Wir jedenfalls. Zu den anderen Vorteilen gehören unter anderem:
Als Waffe zu gebrauchen.
Als Zeltstange zu gebrauchen.
Man kann damit das Gelände vor sich sondieren (im Boden, Schnee, Eis herumstochern).
Man muss sich schon viel Mühe geben um einen solchen Stab kaputt zu bekommen.Übrigens ist gerade die richtige Zeit sich einen Haselnuss zu beschaffen. Zum Trocknen bitte nicht auf die Heizung legen. Besser ist es, ihn in der Garage oder einem anderen luftigen, nicht zu warmen Ort zu trocknen. Die Trockenzeit beträgt etwa 3 bis 5 Monate.
• Grillrost (auch zum draufstellen der Töpfe und ähnlichem)
Bei uns aus 4 mm Rundstahl (VA) geschweißt. Das Rost ist rund (etwa 50 cm Durchmesser) mit drei herausstehenden Stäben mit denen es bei Gebrauch auf Astgabeln liegt. Zum besseren Anfassen sind auf den Stäben hölzernen Griffe aufgesteckt. Wer sich solche ein Rost nicht selber anfertigen kann, das kann auch auf ein fertiges Rost von einem Grill zurückgreifen. Es muss halt nur dick genug sein, damit es auch Töpfe aushält. Ein solches recht Preisgünstiges Rost hatten wir früher auch im Gebrauch. Da uns die herausstehenden Stäbe zur Auflage zu kurz waren, habe ich dann selbst eins gebaut. Zum Grillrost gehört auch noch eine Kochkette, etwa 1,5 m lang. Etwa 50 cm vom einen ende entfernt sind zwei ebenfalls etwa 50 cm lange Stücke eingehängt, so das man hier drei Enden hat. Alle vier Enden der Kette sind mit Haken bestückt, so dass man die Möglichkeit hat, die Kette an einem Dreibein zu befestigen und unten das Grillrost oder einen Topf mit Henkel einhängen kann. Außerdem gibt es noch eine passende Tasche für Grillrost und Kette.• Grillspieße (für Hähnchen und ähnlichem Kleinvieh) nebst Zubehör
Von diesen Grillspießen haben wir zwei Sorten.A) Eine einfache Ausführung, von der jeder eine hat. Sie dient dazu, dass man sich Fleischstücke, Würstchen oder Fisch leicht am Lagerfeuer braten kann. Sie bestehen aus zwei VA Stäbe (6 mm) von 40 cm Länge, die zusammengeschraubt werden. Der untere Stab ist unten leicht angespitzt und hat einen aufgeschobenen Holzgriff (etwa 10 cm vom Stab schauen unten noch heraus. Der obere Stab hat oben auch ein Gewinde, auf dem man je nach bedarf eine Spitze oder eine dreispitzige Gabel aus 3 mm VA Draht aufschraubt.
Die Dinger waren ursprünglich nicht für die Ausrüstung gedacht, sondern für die Angel und Grillausflüge an der Weser, damit die Kinder sich damit ihre Würstchen selber brutzeln können. Da das Material vorhanden war und ich zu der Zeit noch die Möglichkeit hatte um es zu verarbeiten, habe ich halt ein paar mehr gemacht. Und wenn man so was eh schon hat, warum also nicht mit in die Ausrüstung packen. Auf die gleiche Weise sind auch die beiden anderen Grillspieße entstanden und in die Ausrüstung gewandert.
B) Bei dieser Ausführung handelt es sich Grillspieße für was größeres wie z. B. zwei Hähnchen. Ursprünglich aus je einem VA Stab von 1 m Länge mit 8 mm Durchmesser gebogen, angespitzt, mit Griff und verschiebbaren Spitzen versehen. Ganz praktisch, aber nicht ausgereift. Also wurden sie etwas umgearbeitet. Der vordere Teil ist ein gerades Stück von 40 cm Länge mit Spitze und Gewinde. Der mittlere Teil ist ebenfalls 40 cm lang und hat an beiden Enden ein Gewinde. Die Griffkurbel hat fast eine Z-Form (25, 10, 15 cm) mit losem Holzgriff (mit Hutmutter gesichert), Auflager für Astgabeln und Gewinde. Dazu gehören das mittlere Gewindestück mit seinen Doppelspitzen, zwei aufschiebbare Gabelspitzen und eine Tasche (je Grillspieß versteht sich). Gehandhabt wird das Ganze so:
Zwei passende Astgabeln (nicht zu klein und zu schwach) seitlich am Rand der Feuerstelle in den Boden stecken (Grillgut soll nicht in die Flammen sondern nur in die Hitze), Griff an Mittelstück schrauben, untere Gabelspitze aufstecken, Hähnchen oder anderes Grillgut aufstecken, mittleres Gewindestück aufschrauben, Grillgut zurechtrücken und mit der verschiebbaren Gabelspitze fixieren, Schraube der Gabelspitze festziehen. Vorderes Teil anschrauben, Grillgut aufstecken, obere Gabelspitze aufstecken, Grillgut fixieren und Schraube festziehen, fertig. Nun noch den Spieß auf die Astgabeln legen und langsam kurbeln bis es gar ist. Achtung, möglichst immer gegen die Gewinde drehen
• verschiedene Töpfe und Pfannen
Einfach ein kleines Sammelsurium an verschiedenen Töpfen und Pfannen wie sie bei Pfadfinder oder Campern Verwendung finden. Eben was, das zum Kochen und Braten am offenen Feuer geeignet ist.• Feuerschale
Die ist genau so wie die Grillspieße in der Ausrüstung gelandet. Ursprünglich war es die Kohleschale von einem Rundgrill mit etwa 50 cm Durchmesser und langen Beinen. Da uns das Mitschleppen des Ganzen Grills zu umständlich war, wurden halt nur die Schale und das Rost mitgenommen. Die Schale kann men einfach auf ein paar Steine stellen oder besser noch, man steckt drei Pflöcke in den Boden, so das die Schale etwa 10 cis 30 cm sicher über dem Boden gehalten wird. Der Vorteil einer solchen Schale besteht darin, dass man nicht erst einige Steine für eine Feuerstelle suchen muss, passende Äste sind leichter zu finden wenn man eh Feuerholz sucht und man hat das Feuer nicht direkt auf dem Boden.Warum halten wir es für besser, wenn das Feuer nicht direkt auf dem Boden ist?
Außerhalb einer Ernstfallsituation fühlt sich mancher (z, B, der Förster) durch Brandflecken, verkohlten Holzresten und Asche auf dem Boden gestört. Es verringert ganz erheblich die Gefahr von Wald-, Moorbrand und ähnlichem nicht so gerne gesehenen Vorkommnissen. Außerdem lassen sich so die Reste besser beseitigen und man es fällt viel leichter, Feuer auch bei nassem Boden anzuzünden und man kann feuchtes Holz zum Trocknen unter die Schale legen. Ach ja, der Teil der Hitze, der normal im Boden verschwindet, wird zu einem nicht unerheblichen Teil zur Seite abgestrahlt. Man hat also noch eine bessere Wärmeausbeute, was besonders bei Kälte recht praktisch ist.
Bei einem Ernstfall gelten die gleichen Dinge wie oben nur eben aus anderen Gründen.
• Eimer (so ein schwarzer Maurereimer aus dem Baumarkt)
Man hätte auch Falteimer nehmen können, aber die sind mir halt billig in die Hände gefallen und sie halten einiges mehr aus als Falteimer.• Rechteckige Balje (eine Art Wanne aus dem gleichen Material wie die Eimer)
Die wurden nicht extra gekauft, sondern gehörten vor dem Umbau zu den Anhängen um darin Sachen zu transportieren. Jetzt dienen sie halt als Deckel und können späten noch zu anderen Dingen recht nützlich sein.• erweiterte Erste Hilfe (mehr Verbandszeug, Medikamente, Skalpell nebst Ersatzklingen, bisserl was zur Zahnbehandlung usw.)
Zur Sicherheit auf mehrere Personen verteilt, falls mal was verloren geht.• Fallen und Fallenmaterial (deren Erwerb derzeit zwar erlaubt ist, aber die Benutzung nicht. Im Ernstfall interessiert das keinen mehr.)
• verschiedenes Material zum Fischen (Angeln nebst reichlich Zubehör, Senken, Netz)
Was sich halt bei einem Angler so ansammelt. Das Einzige, was extra für die Ausrüstung angeschafft bzw. gebaut wurde sind etliches in Reserve (Schnüre, Haken, Wirbel, Blei, Posen usw.) und einen Holzkoffer passend für das Angelgerät um es sicher auf einem Anhänger zu transportieren.• zwei Handpumpen, die sowohl Luft als auch Wasser pumpen können und verschiedene Luftpumpen für die Fahrräder / Anhänger.
• handbetriebene Kaffeemühle, auch zum Mahlen anderer Dinge geeignet
Mal billig irgendwo abgegriffen.• Fleischwolf mit Zubehör.
Haben wir eh im Gebrauch, also kann er auch auf einen Anhänger wenn sich die Gelegenheit bietet.• verschiedene Tauschmittel, die man auch gut selber verbrauchen kann wie Tabak, Alkohol, Kaffee
• reichlich Verbrauchmaterial was das Nähen und Flicken von Stoff und Leder anbelangt
• verschiedenes Kartenmaterial von Deutschland und Europa
• verschiedenes Schreib- und Zeichenmaterial nebst Zubehör
• In Überlegung befinden sich unter anderem noch ein größerer, zerlegbarer Grillspieß.
Ähnlich wie die Hühnerspieße, nur eben für das Spanferkel. Der ist zwar nicht für die Ausrüstung sondern für Familienfeste gedacht, aber wenn er dann schon mal da ist, kann man ihn auch mitnehmen wenn man die Gelegenheit bekommt.MfG
Wizard