Hallo Häuptling. Und noch´n Gedicht…Achtung: länger
Geschrieben von Last Boy Scout am 25. Februar 2006 11:54:52:
Als Antwort auf: Re: Thema Ausrüstung Teil III geschrieben von Tahca Ushte am 24. Februar 2006 20:44:54:
Hallo T. U.,
Nö, Wizard ist ja noch einer der „Guten“ und ich hatte meinen Beitrag auch nicht als böswillig konzipiert. Allerdings hast Du genau die Fragen aufgeworfen, die ich auch gestellt hätte. Das Problem ist allerdings folgendes: Es laufen zu viele Leute in den Foren rum, die im Leben nicht mit ihrer zentnerschweren Ausrüstung auch nur mehr als einmal im Jahr mehr als 2 km damit in der Gegend herumgelaufen sind. Eben Theoretiker. Aber diese Fragen dürfen ja wohl gestellt werden, weil ich mir gerade die Situation vorstelle.
Aber das Szenario setzt doch folgende (äußerst positive) Annahmen voraus:
1. Es ist lauschig warm, so ca. 18 – 20 Grad, also ideal zum wandern.
2. Man hat eine mäßige Luftfeuchtigkeit von sagen wir mal 50%. Also nicht diese subtropischen Temperaturen und Luftfeuchtigkeitsgrade, welche wir z. B. in den Sommern 2003 und 205 auch hier in Deutschland hatten. Man braucht also nicht alle 1 – 2 Stunden eine Trinkpause und auch keinen Ersatz für die ausgeschwitzten Mineralstoffe und der Körper bleibt immer schön gleichmäßig leistungsfähig; der Kreislauf macht das über den ganzen Tag mit.
3. Es ist also trocken und angenehm; man braucht also nicht mit einem schwerbepackten Rucksack durch von Regen aufgeweichten Boden zu stapfen, was nämlich ebenfalls einen zusätzlichen Kraftaufwand und damit Kalorienbedarf bedeutet.
4. Was also geschieht, wenn es dummerweise doch nicht so kommt, wie die Prophezeiungen das suggerieren ? Wenn man also gezwungen ist, bei Temperaturen von sagen wir mal 8 Grad oder 35 Grad im Schatten und einer hohen Luftfeuchtigkeit evakuieren muß ?
5. Weiterhin: der zu überquerende Fluß hat keine nennenswerte Strömung.
6. Man ist mehr oder weniger allein unterwegs und braucht sich weder um fremde Truppen noch um Psychopathen und Mob, die einem die Ausrüstung klauen könnten, unterwegs. Es ist also ungefährlich.
7. Weiterhin sind keine oder kaum andere Leute unterwegs die auch nicht in Panik und Angst versuchen, den Fluß zu überqueren.
8. Als psychische Vorbereitung empfehle ich hier dringend einmal die Werke von Gustave LeBon, einem französischen Sozialwissenschaftler, der bereits vor mehr als 100 Jahren u. a. die noch heute gültigen Erkenntnisse zur Psyche des Menschen in Ausnahmesituationen entdeckt hat. Ich könnte diese hier nun wiedergeben, aber: Googeln und cut-and-paste könnt ihr ja alle hier recht gut, wie ich festgestellt habe! Allerdings bezweifle ich, dass derart tiefgehende Dinge in den mentalen Fast-Food-Gemeinden überhaupt diskutiert werden !
9. Wie breit ist dieser Fluß eigentlich ? Es ist schon ein Unterschied, ob ich die Mosel bei Lahnstein, die Elbe oder Rhein überqueren will.
10. Wie lange soll den diese Flußüberquerung dauern ? Bei einer derartig umfangreichen Ausrüstung, dazu noch mit Family prognostiziere ich mal eine halben Tag! Denn wieviel kann man wohl auf einer LUMA pro Fahrt mitnehmen?
11. Wieviel zeit wird zum trocknen der Ausrüstung auf der anderen Flußseite eingeplant ?
12. Das Szenario geht scheinbar ebenfalls davon aus, dass auf der anderen Flußseite keine Leute hocken, die nur darauf lauern, herrenloses Gut sagen wir mal „an sich zu nehmen“.
13. Die Sache mit dem Saatgut ist zwar vom Ansatz her richtig. Allerdings wage ich einmal den Einwurf, dass Zitruspflanzen und Apfelbäume einige Jahre bis zum Erntezeitpunkt brauchen. Abgesehen davon: Zitrusfrüchte brauchen Wärme.
14. Der BW-Rucksack ist eigentlich weniger geeignet. Ihm fehlen vor allem bei dieser Zuladung der so wichtige gepolsterte Hüftgurt, der das Gewicht von den Schultern auf die Hüften verteilt. Jeder der mal mehr als 10 km mit dieser umfangreichen Ausrüstung gelaufen ist weiß, dass danach erst mal eine Pause fällig ist. Das gilt vor allem bei der angenommenen Fluchtsituation, in der man wesentlich schneller sein muß, als zu Friedenszeiten.
15. Wie weit soll die Reise eigentlich gehen: 10 km, 20 km, 50 km oder doch mehr als 100 km ?
16. Die Sache mit dem Schlafsack: Wer schon einmal – insbesondere im BW-Schlafsack oder in anderen, ähnlichen Tüten mit Gummiüberzug versehenen
– Modellen geschlafen hat wird folgendes festgestellt haben: durch das Schwitzen in der Nacht (oder beim Schlaf) sondert der Körper Feuchtigkeit ab.
Diese kondensiert von innen an der Gummihülle und es kommt zu dem Phänomen der Verdunstungskälte, mit der Folge, dass man sich den Arsch abfriert oder zumindest am nächsten morgen mit klammen Klamotten aus der Tüte aufsteht!
Daher kann ich aus Erfahrung nur sagen: bei nassem Wetter und bei Kälte weg mit der Gummihülle. Ihr überlebt – insbesondere bei tieferen Temperaturen – sonst keine einzige Nacht! Die Angaben zu den „Extremtemperaturen“ bei Schlafsäcken der diversen Versandhausanbieter berücksichtigen nämlich kaum und sehr selten, was diese Temperaturangabe wirklich bedeuten. Eine der wenigen Ausnahmen hiervon sind Lauche & Maas/Därr aus München.17. Als Unterlage sollte hier in jedem Falle was „gescheites“ zum Einsatz kommen! Macht doch alle mal den (kostenlosen) Test, und legt euch mal nur eine einzige Nacht mit der Penntüte auf den Teppichboden in eurer Wohnung.
Die Fortgeschrittenen und Experten hier und in anderen Foren gehen dann mal zu Phase zwei über und übernachten mal zwei Nächte in einem realen Wald unter realen Bedingungen auf einer ebenso realen untauglichen Unterlage.Ich könnte mir vorstellen, dass euch die Knochen am nächsten Tag derartig weh tun, dass ihr eure 50-kg-Rucksäcke nicht wieder zig Kilometer weit schleppt.
Vor allem dann nicht, wenn das Gewicht ausschließlich auf den bereits durch das Nächtigen lädierten Schultern lagert.Leute, seits mir nicht böse. Aber ich lese seit Jahren immer wieder dieselben theoretischen Ansätze. Ich lese immer wieder davon, wer alles eine ach so tolle Ausrüstung hat. Ich habe mich ebenfalls vorbereitet (und tue das weiterhin laufend) aber wenn ich mehr oder weniger häufig die gleichen Beiträge in verschieden Foren lese stelle ich mir schon die Frage, ob hier nicht einfach was reingeschrieben wird, was sich zwar nett anhört und der nach Katastrophen hungernden Gemeinde als mentales Fast-Food vor die Füße geworfen wird. Ich komme nicht umhin aber ich werde den Eindruck nicht los, dass etwa 80 – 90 % der Forumsteilnehmer hier das Thema von der Seite „Untergang und Krisen als Hobby“ angehen. So als neuer Kick einer ansonsten von ihrem Leben und den Umständen gelangweilten bis desillusionierten Truppe, die als Kompensation für anderweitig fehlende Aufmerksamkeit über Kriege und Katastrophen redet, als wenn es irgendeine Talkrunde bei Christiansen geht! Motto: Hauptsache, ich habe auch mal was gesagt. Mal sehen was da so an Antworten kommt. Ist doch ´ne spannende Sache über Dinge zu reden, die unsere Großeltern aus gutem Grunde nicht mehr erleben wollen. Bestes Beispiel für diese Mentalität ist/war das mittlerweile geschlossene Proph-Forum. Und nun geht das hier seit einiger Zeit auch los.Dass die überwiegende Mehrheit gemütlich am Compi sitzt – die eine Hand am Kaffee und die andere locker an der Maus – und dann über – genau betrachtet – extrem negative Dinge philosophiert. Da werden seitenweise irgendwelche Ausrüstungslisten veröffentlicht, welche sich bei genauerer Ansicht und Nachfrage – so auch von Dir – als ungeeignet erscheinen. Da werden Vorgehensmodelle diskutiert, die sich zwar nett Danach schalten wir den Compi ab und gehen zum gemütlichen teil des Tages über. „Ist das Mittagessen schon fertig ? Hmmh, was läuft in der Glotze ?T. U., ich denke mal, dass der wesentlich wichtigere Teil der Vorbereitungen im Bereich der psychischen Gesundheit und der emotionalen Vorbereitung liegt.
Aber, und das hast Du ja scheinbar ebenfalls erkannt, genau darum kümmert man sich nicht. Ist ja auch zu belastend sich vorzustellen, was es bedeutet mal wirklich 2 Wochen im Wald oder einer Scheune oder Ruine zu hocken und nicht zu wissen, wo das Futter für den nächste Tag herkommt. Was es bedeutet sich mal ein paar Tage nicht waschen zu können, wenn einem die Buxe am A…. kleben bleibt, was es bedeutet, unter einem derartigen psychischen Druck zu stehen.Aber was soll´s. Die schnelle Folge der Beitragsthemen und Threads – auch in anderen Foren -zeigt mir doch, dass eine tiefergreifende Auseinandersetzung gar nicht gewollt ist, weil unangenehm!Ausrüstungsliste ? Thema abgehakt, nächster Beitrag bitte!
Medikamente ? Thema abgehakt, nächster Beitrag bitte!Und so weiter. Es wird in schneller Folge durchgehechelt, bloß nicht hinterfragen – so wie Du das machst – nicht weiterdenken. Google und wikipedia werdens schon wissen…Es lebe cut-and-paste…Etc., etc…..
Gruß
Last Boy Scout
- Re: Hallo Häuptling. Und noch´n Gedicht…Achtung: länger Tahca Ushte 27.2.2006 00:58 (3)
- Frage zum WC-Stein AlexP 27.2.2006 01:50 (2)
- Re: Frage zum WC-Stein Tahca Ushte 27.2.2006 10:36 (1)
- Re: Frage zum WC-Stein AlexP 27.2.2006 10:59 (0)
- Re: Hallo Häuptling. Und noch´n Gedicht…Achtung: länger AlexP 25.2.2006 14:13 (1)
- Re: Hallo Häuptling. Und noch´n Gedicht…Achtung: länger Last Boy Scout 25.2.2006 15:57 (0)
- Re: Hallo Häuptling. Und noch´n Gedicht…Achtung: länger detlef 25.2.2006 13:55 (0)
- Re: Hallo Häuptling. Und noch´n Gedicht…Achtung: länger WesenheitX 25.2.2006 12:25 (0)