Anfälligkeiten

Geschrieben von Badland Warrior am 10. Januar 2005 13:12:37:

Als Antwort auf: Re: Mal eine Frage zu den Staatsschulden geschrieben von narada am 10. Januar 2005 12:53:26:

Hallo, Narada!

Ich hab schon mehrmals erläutert, warum solche "Pläne" (klingt für mich zu sehr nach Verschwörungstheorie) nicht funktionieren können:
1. In jeder Abteilung irgendwo gibt es mindestens zwei Fraktionen, die gegeneinander arbeiten. Dabei passieren Fehler, es gibt kommunikationslücken, und technische Fehler. Versehentlich werden Disketten verlegt, Sachen falsch berechnet, durch eine Aushilfskraft Daten vernichtet, usw.
2. es gibt Hacker, die Schaden anrichten. Die Gefahr ist bei solchen Großkonzernen gering, aber möglich. Ebenso können Viren einiges zerschießen.
3. Der Chef bekommt immer die Infos, die er gern sehen möchte. auch, wenn sie nicht stimmen. Da wird manipuliert, gelogen und verdreht. Das geht alle Abteilungen hoch.
4. Wer arbeitet, macht Fehler. Wer viel arbeitet, macht viele Fehler. Wer keine Fehler macht, ist ein faules Schwein. Das gilt auch für Großkonzerne und Regierungen, sogar für Geheimdienste. Viele Fehler summieren sich letztendlich. Und wer hat dann am Wenigsten Überblick? Der Chef oder der Vorstand. Und merke: In Vorständen gibt es mindestens zwei Fraktionen, die gegeneinander arbeiten.
5. Es gibt auch Software-bedingte Fehler. Die summieren sich ebenfalls, von Abteilung zu abteilung. Zuerst sieht es so aus, als ob irgendwo ein Cent fehlt. Schließlich sind es Milliarden von Dollar. Sie fehlen nicht wirklich, aber sie sind falsch verrechnet worden. Nun such du mal den Fehler:-)))) Oder: Irgendwer hat sich tatsächlich gesundgestoßen und hockt nun auf Fernando Poo oder Vanuatu und lädt die Welt zum A....lecken ein.:-))) Soll vorkommen. Und merke: Jede Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Und wieviele Aushilfskräfte, frustrierte Mitarbeiter oder unbedarfte Auszubildende gibt es überall? Da gibt es Potential für VIELE Fehler!
6. Es gibt immer mal wieder Fehlspekulationen. Und wenn da jemand dran rührt... Z.B. die Sache mit den Derivatspekulationen bei Stanley Morgan. Erinnert sich kaum noch ein Mensch dran. Wird nicht dran gerührt. Dann würde Stanley Morgan nämlich umkippen, und viele Banken mit sich reißen. noch spielt man aber "Bankenmikado": Wer sich zuerst bewegt, hat verloren.
7. Es gibt überall menschliches Versagen und Dinge, die ungeplant passieren. auch gezielte Sabotage.
Nun rechne das mal vom Bankschalter bei der Dresdner Bank oder der Sparkasse hoch bis zur FED oder Stanley Morgan oder Weltbank, Chefetage. ein noch so ausgeklügelter Plan ist somit zum Scheitern verurteilt. Merke: Je mehr Teile ein System hat, desto anfälliger ist es. Und inzwischen ist das System so kompliziert, dass JEDE Entscheidung die letzte sein kann. Da kann man planen, soviel man will:
Der Mensch dachte, Loki lachte!

Baddy


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