"Salzfieber" in Russland

Geschrieben von HJH am 20. Februar 2006 15:56:31:

Tag zusammen

Einen vllt. nicht ganz ernst gemeinten Artikel fand ich heute in der "Nahe-Zeitung", der aber dennoch aufzeigt wie schnell es gehen kann, wird eine "Kleinigkeit" wie Salz zum (überlebenswichtigen) Produkt, was sich zu hamstern lohnt.

Der Artikel folgt einem Gerücht, nachdem angeblich die Ukraine ihre Salzlieferungen nach Russland einstellen möchte, und so Salzpanikkäufe von Russen die Folge sind - allerdings völlig unbegründet.

In wenigen Tagen hat diese "Krankheit", das Salzfieber, Hunderttausende von Russen befallen, Experten sind allamiert zwecks der neuen, exotischen Epidemie.
Infizierte streifen tagaus, tagein durch ihre Wohnorte auf der Suche nach einem Päckchen Speisesalz. Rentner geben dafür ihre letzten Ersparnisse her, um in ihren Wohnungen Salzvorräte zu hamstern. Die Lage ist ernst: Selbst das russische Parlament beschäftigte sich schon mit dem Salzfieber. Nun sollen dringend Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Begonnen hatte alles mit einem Gerücht über Russlands Nachbarrepublik Ukraine. Nachdem Russland im Januar der Ukraine den Gashahn zudrehte, dies in einem Kompromiss endete, fürchten die Russen Rache seitens der benachbarten Ukrainer. Und schnell ging auf den russischen Märkten die Nachricht um, die Ukraine würde aus politischen Gründen kein Speisesalz mehr nach Russland liefern. Die Russen wissen noch aus Zeiten des sowjetischen Warendefizits was in solchen Fällen zu tun ist: kaufen.

Schnell war alles Speisesalz um Moskau herum leergekauft, die Behörden baten die Gebietshauptstadt Tula um zusätzliche Lieferungen, was der dortigen Bevölkerung nicht verborgen blieb, die wiederum alle Salzvorräte wegkaufte. Das Salzfieber war ausgebrochen, und in manchen Regionen stieg der Preis eines Salzpäckchens von 0,10 Euro auf 1,80 Euro.

Im Fernsehen wird zur Vernunft aufgerufen, denn es gibt keinen Grund, so viel Salz zu horten. Ganz Russland verbraucht jährlich höchstens 500.000 Tonnen Salz, alleine in Zentralrussland produzieren zwei Fabriken jährlich zwei Millionen Tonnen von dem "weißen Gold". Zusätzlich kommen Importe aus Weißrussland und der Ukraine hinzu. Und die ukrainischen Salzerzeuger unterstreichen, auch weiterhin Salz nach Russland zu liefern, gar die Exportmengen seien verdoppelt worden. Doch wahrscheinlich werden die Russen auch das nicht glauben.

Und der Salzkonsumvirus mutiert. Schon gibt es in manchen Städten einen Mangel an Streichhölzern und Zucker, andere Regionen stehen vor leeren Mehl- und Nudelvorräten. "Es ist der Wahnsinn. Die Hysterie könnte vielleicht vier Monate dauern", meint ein Experte. In Moskau sollen die Salzreserven noch für zwei Monate reichen. Was wird dann geschehen?

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So ist das mit "Viren" und "Epidemien"-überall auf der Welt reichen Gerüchte aus, ganze Bevölkerungsschichten zu verunsichern...

Gruß

Jörg



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