Re: Gemeinsame Vorstellungen zielgerichteter Geschichte
Geschrieben von Aurora am 09. Januar 2005 13:05:31:
Als Antwort auf: Re: Gemeinsame Vorstellungen zielgerichteter Geschichte geschrieben von Badland Warrior am 09. Januar 2005 12:49:41:
>Moin, Bouvier!
>Ich würde es als vordergründige Ähnlichkeit betrachten. Die "Retter"-Thematik ist ursprünglich vorderorientalisch, da im Messianismus begründet. Mashiach und Christos sind "Der Gesalbte". Einig sind sich chie Überlieferungen nur da, wo es um einen Zusammenbruch geht (alles muss zerstört werden), nachdem es wieder qaufwärts geht. Also eine neue gausssche Kurve im Sinne von Widdowson und Beasley.
>In der Edda z. B. gibt es definitiv KEINE Retterfigur. In der Offenbarung des johannes ist das auch alles sehr zentriert auf Jesus und die Auserwählten, während das in der Edda schwammiger gehalten wird. Während das Weitergehen in der Edda offen ist, wird in der Offenbarung ganz offen von einem Ende der Geschichte gesprochen. Jesus ist wieder da, und gut ist...
>Da kann als bessere Erklärung vielleicht die Lehre der Veden herhalten. Diese gehen von einer zyklischen Betrachtung aus und Zeitaltern (Yugas). Ob wir demnach gerade ins Kali-Yuga eintreten, mitten drin oder am Ende sind, weiß ich auch nicht genau. Da müsste ich meine Hindukontakte wieder aufwärmen, die etwas eingeschlafen sind.
>Ich selbst bin der Meinung, dass es keine lineare Fortsetzung gibt, sondern eher eine zyklische. das heißt, erst einmal geht die "Achterbahn" der Menschheit die gausssche Kurve nach unten bis zum Aufprall. Was danach noch übrig ist, wird etwas länger brauchen, um die nächste Kurve hochzukommen. Im Allgemeinen sagt mir jedoch das Ragnarökbild wesentlich mehr zu, als das der Offenbarung.
>Ich nehme an, dass gewisse Gemeinplätze in Letztere eingeflossen sind, das Ganze jedoch holzschnittartig auf die christliche Sichtweise als "euinzig Wahre" verengt wurde.
>Baddy*
Du kriegst Widdowson und Beasley auch überall unter... :)
Ohne mir in der Zwischenzeit Deine beiden Helden einverleibt zu haben - das ist aber irgendwie eine Ebene drunter, nämlich auf den wirtschaftlichen/politischen Prozess bezogen, wie ich mal annehme. Sehr mutig, das auf die makrokosmische Perspektive zu übertragen. Geht sicher nicht eins zu eins, wenn man mal von der Gesetzmässigkeit "alles verläuft zyklisch" absieht.Es ist sicher kein Zufall, dass verschiedene Kulturen ähnliche Zukunftsbilder eingefangen haben. Wir sprechen letztlich immer von Vorstellungen / Bildern, die in symbolischer Weise zum Ausdruck gebracht worden sind.
Diese Symbolik beginnt sich zu erfüllen, meines Erachtens. Es ist daher positiv, so man meditiert oder ähnliches, die fixierten Vorstellungen immer wieder in die Luft zu jagen, um von der Vorstellung (Verpackung) zum Inhalt, d.h. der Rezeption des bildloen Inhalts über die eigene Wahrnehmung zu gelangen.
lieben Gruss,
Aurora
- simbolik detlef 10.1.2005 00:32 (0)