Tageskommentar 15. Dezember 2005

Geschrieben von Tarman am 14. Dezember 2005 23:23:05:

Wieder 320 Arbeitsplätze weniger, weil Continental ein Werk schließen will, daß bislang mit Gewinn arbeitet. Der Vorstand geht davon aus, daß die Produktion in Zukunft nicht mehr rentabel wäre, und verlegt deshalb die Fertigung nach Tschechien. Ich hingegen gehe davon aus, daß der Vorstand für Continental nicht mehr rentabel ist und deshalb nach Tschechien... nein, besser nach Neuschwabenland verlegt werden sollte. Sie haben noch nie von Neuschwabenland gehört? Das war die letzte Kolonie, welche das Deutsche Reich erworben hatte. Sie wurde nie besiedelt, denn sie liegt in der Antarktis. Ich rechne damit, daß so ein Jahr in der Nähe des Südpols dem Vorstand zu neuen Einsichten verhelfen würde. Und wenn nicht... Ist doch schön da unten. Der stellvertretende Vorstand wird inzwischen das Werk und die Arbeitsplätze in Deutschland retten. Und wenn nicht, bauen wir die Südpolstation eben aus.

Müssen wir sowieso, denn wir brauchen Platz für den Vorstand der Deutschen Telekom. In deren Festnetzsparte klappt nichts, hinten und vorne fehlen die Servicekräfte. Trotzdem werden 32.000 Arbeitskräfte entlassen. Gleichzeitig will man 6.000 neue Leute einstellen... Irgendwie schizophren. Finde ich jedenfalls. Anstatt Leute, die man bereits hat, entsprechend zu qualifizieren, tauscht man sie aus. Ist das die Leistung eines Vorstandes, für die ein Einzelner das Hundertfache eines normalen Angestellten als Gehalt abkassiert? Nennt man das Personalplanung? Haben die Vorstände den Abschluß als "Master of Business Administration (MBA)" oder den als "Master of Desaster (MD)"? Je mehr ich von Managern deutscher Firmen höre, desto mehr glaube ich an den MD.

Präsident Ahmadinedschad von Persien hat wieder einmal an den in Deutschland gesetzlich vorgeschriebenen sechs Millionen Toten des Holocausts gezweifelt. Jetzt darf Israel auch nach Amerika verlegt werden. Gute Idee, da ist viel mehr Platz. Am besten, wir entsorgen alle Amerikaner nichtjüdischen Glaubens aus New York. Wer irgendwie tauglich ist, ob Männlein oder Weiblein, geht als Infanterist in den Irak, der Rest als Rentner nach Kalifornien. Damit können wir ganz Israel nach New York verlagern.

Äh... Oh... Ach nein, doch nicht. Wenn ganz Israel nach New York umzieht, wofür sollen sich dann noch Amerikaner im Irak abschlachten lassen? Nein, wir brauchen Israel dort, wo es jetzt ist. Schließlich habe sich Israel schon einmal für die ganze Welt geopfert, sagte gerade ein Kommentator in den ARD-Tagesthemen. Ich habe ganz erstaunt hingehört. Israel? Geopfert??? Sollte mir etwas entgangen sein? Denn ich kann mich nur daran erinnern, daß die ganze Welt ihre Opferstöcke an Israel abzuliefern hat. Der Typ meinte das ernst. Er sagte zum Glück auch, welches Opfer er meinte: Die Zerstörung des kurz vor der Fertigstellung stehenden irakischen Atomreaktors. Großartig! Damals, als sich die Japaner für die ganze Welt opferten und die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor versenkten, bekamen sie dafür nicht nur einen Weltkrieg erklärt, sondern auch noch zwei Atombomben auf den Kopf.

Aber Israel ist ein Sonderfall. Die dürfen ohne Kriegserklärung fremde Länder bombardieren. Das darf sonst nur noch die USA. Aber vielleicht bombardiert jetzt die ARD den Iran. In aller Freundschaft. Zu Israel.


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