Re: souterrains

Geschrieben von Mao am 07. November 2005 02:53:15:

Als Antwort auf: Re: souterrains geschrieben von FranzLiszt am 07. November 2005 01:21:51:

>Wenn doch ein Ort, dann kommt auch das Abwassersystem in Frage. Ist es so groß wie in Wien?
>Gruß franz_liszt

Hallo franz_liszt!

Das Pariser Kanalsystem muss auch ziemlich gewaltig sein. Ich hab gerade einen Erfahrungsbericht gefunden, der recht nett zu lesen ist:

Nachdem ich nach unten gestiegen war und mich 5 Meter unter dem Erdboden befand, sah ich das erste Ausstellungsstück des Museums – eine ausgestopfte Ratte. Es lief mir kalt über den Rücken. Man sagt, dass auf jeden Einwohner von Paris drei Ratten kommen; ihr Magen verdaut selbst die stärksten Gifte unglaublich gut. Die Ratten sind offensichtlich wohlgenährt. Sie verputzen jeden Tag 100 Tonnen Abfall, das heißt ein Drittel der Abfälle, die in die Kanalisation gelangen.

Steine, Nägel, Schlüssel und sonstige schwere Gegenstände werden mit dem Abwasser und durch den Regen in die Kanalisation geschwemmt. Ich inspizierte die Maschinen, die in riesigen, 2 100 Kilometer langen „Darm“ säubern. Im Hintergrund hörte ich das Wasser tropfen. 15 000 Kubikmeter Abfall werden hier jedes Jahr von ungefähr 1 000 Kanalarbeitern entsorgt. Dunkelheit, herunterplatschendes Schmutzwasser, glitschige Wände und ein abrupter Anstieg des Wasserspiegels können die Arbeit eines Kanalarbeiters ziemlich erschweren.
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Der "Darm" von Paris


Ebenfalls bemerkenswert:

07. September 2004 Einen vollständig ausgestatteten Kinosaal entdeckten Polizisten im Pariser Untergrund. Es ist der bislang spektakulärste Coup der Kataphilen, die sich seit Jahrzehnten heimlich in den Pariser Katakomben herumtreiben. Knapp 20 Meter unter dem Chaillot-Palast, gerade gegenüber vom Eiffelturm, fand die Polizei in dem 400-Quadratmeter-Saal nicht nur Filmrollen mit Krimis aus den 50er und 60er Jahren, sondern auch eine Art Bar mit Whiskyflaschen. Die Unbekannten machten noch eine letzte Stippvisite in ihrem unterirdischen Kino und hinterließen die spöttische Botschaft „Sucht uns nicht”.
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Kino in den Katakomben


Die Katakomben als Unterschlupf

Das unterirdische Höhlensystem bot immer wieder Zuflucht für Verfolgte. Direkt unter dem Eiffelturm verbergen sich Stollen, die einst Schmugglern und Straßenräubern als Schlupfwinkel dienten. Hauptquartier des berüchtigten Bandenführers Cartouche waren die Steinbrüche unter dem Montmartre. Zu Beginn der französischen Revolution versteckte sich Jean-Paul Marat, radikaler Wortführer der linksgerichteten Massen in den Katakomben. Die verwinkelten Gänge wurden im Mai 1871 Schauplatz einer tragischen Episode der Pariser Commune. Während in Paris erbitterte Kämpfe tobten, flüchteten sich verzweifelte Kommunarden nach unten. Als die Regierungstruppen alle Ausgänge verbarrikadierten, saßen die Aufständischen in der Falle. Eine mörderische Menschenjagd begann in dem dunklen Labyrinth.Während des Zweiten Weltkriegs richteten sich deutsche Besatzungstruppen einen Teil der Katakomben als Luftschutzkeller ein. Und am 18. August, kurz vor der Befreiung der Stadt durch die Alliierten, errichtete die „Résistance parisienne“ hier ihr Hauptquartier. Krankenstationen wurden aufgebaut und ein eigenes Telefonnetz verlegt. Dank ihrer Ortskenntnis gelang den Untergrundkämpfern immer wieder empfindliche Schläge gegen die deutschen Besatzer.
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Die Katakomben von Paris


Das Wiener Kanalnetz

Das Wiener öffentliche Kanalnetz besitzt eine Gesamtlänge von rund 2.300 Kilometer. Pro Jahr werden rund 500 Millionen Schilling (36,34 Millionen Euro) in die Modernisierung und Sanierung des Kanalnetzes investiert. Etwa 78 Prozent sind begehbare Kanäle (begehbar ab einem Eiprofil 70/105 cm), der Rest Rohrkanäle. Das Stadtgebiet wird durch 5 Hauptsammelkanäle entwässert.
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Wiens Kanalsystem


Und last but not least als Wiki Artikel:

Die Wiener Kanalisation umfasst ein rund 2.300 km langes Kanalnetz, welches sämtliche Abwässer Wiens zur Hauptkläranlage der Entsorgungsbetriebe Simmering, einer 100%igen Tochter der Stadt Wien, an den tiefst gelegenen Punkt Wiens, weiterleitet. Dies sind jährlich rund 220 Millionen m³. Das Netz der Hauskanäle ist 6.300 km lang. Rund 700 Mitarbeiter der Magistratsabteilung 30 in Wien, der Wien Kanal, sind für die Instandhaltung, Räumung und Kontrolle des Kanalisationssystems zuständig.
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Wiki


Gruß aus den Katerkomben Wiens

Mao



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