Re: Ausnahme und Regel

Geschrieben von Eispfeil am 28. Oktober 2005 19:32:

Als Antwort auf: Re: Ausnahme und Regel geschrieben von detlef am 28. Oktober 2005 18:51:51:

>hallo,
>>>kurz ausgedrueckt, BB behauptet, dass die heutigen probleme eine folge von verhaetschelung der arbeiter sind.
>>So in etwa habe ich es verstanden.
>>>du dagegen behauptest, dass die probleme ausschliesslich "denen da oben" zu verdanken sind.
>>Ja. Weil nur "die da oben" über die entsprechenden Geld- und Machtmittel verfügen.
>>>da moechte ich bloss darauf hinweisen, dass ein hilfsarbeiter und taxifahrer, der aussenminister werden konnte, doch auf gewisse "untere" einfluesse schliessen laesst.
>>Bitte nicht die Ausnahme zur Regel machen. Von Elisbath Niejahr - früher Spiegel, jetzt Zeit - gab es einen fabelhaften Artikel, aus welchen Schichten die BRD ihre Eliten rekrutiert. Die Antwort war so eindeutig dahingehend, daß die Führungskräfte wiederum die Kinder von Führungskräften oder Unternehmern sind, daß Dr. E. Niejahr von der "großen Lebenslüge der BRD" geschrieben hat. Zwar habe es in der Zeit nach dem Krieg eine glückliche Phase der sozialen Mobilität gegeben, die jedoch längst wieder vorbei sei. Der "Soziale Aufzug" (l´ascenseur social, wie man sinnfällig in F sagt) ist defnitiv außer Betrieb oder kaputt.
>ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass das elternhaus eine grosse rolle spielt, sich die noetigen faehigkeiten zu erwerben. wohl wichtiger, als die schule. da die schule ja kaum aus der oberschicht stammende lehrer hat.
>>>ich gehe davon aus, dass deiner meinung nach die probleme deutschlands ein verschulden der kapitalisten und ihrer helfer, der manager sind.
>>Die Ursachen lagen und liegen immer, in allen Staaten und Gesellschaftsformen, bei der Ober- nicht bei der Unterschicht.
>ursachen, oder handlungen?
>die handlungen, lohnerhoehung, laengerer urlaub, werkswohnungen, und was auch immer, stammen natuerlich von "oben"
>doch die ursachen duerften doch wohl immer die intelektuellen der unteren mittelschicht gewesen sein, die selbst ernannten anwaelte der arbeiter.
>die, die den einfachen leuten krause ideen in die koepfe pflanzen, um selbst funktionaersposten zu ernten.
>>>ich koennte mir allerdings vorstellen, dass das problem doch bei den sozialen errungenschaften fuer die unterschicht liegt.
>>Ich nicht, weil ich die Situation dort unten kenne.
>solange du "dort unten" schreibst, bezweifle ich das. ich habe unter 16 jaehrig begonnen, als hilfsarbeiter die steuern fuer "eure" schulbildung zu bezahlen.
>den volksschulabschluss auf dem zweiten bildungsweg gemacht. auch wenn ich heute zu den boesen kapitalisten gehoere, braucht mich keiner ueber "unten" zu belehren. da war ich, und das vergesse ich auch nicht.
>>...Unten, im Sumpf der Gesellschaft, zahlt man über-lebensnotwendige Medikamente aus eigener Tasche. Im Laufe von 30 Jahren kommt ganz schön was zusammen; über´n Daumen gepeilt 40 - 50.000 DM, Zahnbehandlung nicht eingerechnet. Das mal als Anmerkung zur sozialen Überversorgung.
>50.000,- durch 70 jahre = 715,- durch 12 monate = 60,- durch euro = 30 euro im monat. was ist das? 10% vom arbeitslosengeld? 5% vom arbeiterlohn? entschuldige, dass ich mich durch diese zahl nicht beeindrucken lasse.
>>>wieviel lohnersatz erhaelt ein arbeitsloser? stimmt die zahl von sechs euro pro stunde? - wenn ja, dann entspricht sie dem stundenlohn von vier schwer koerperlich arbeitenden menschen hier in meinem land und in vielen anderen laendern der erde.
>>Die Frage ist, ob sie der Situation in Deutschland entspricht. Das wäre mein Ansatz, der, wie Du weißt, auf das Nationale abhebt, nicht das Internationale.
>das wuerde ich auch fuer legitim halten, wenn deutschland nicht einen loewenanteil an einkuenften aus dem ausland fuer exporte erhalten wuerde.
>das nationale wuerde aber auch vorraussetzen, nicht bei aldi die billige importware zu kaufen, mit deren preis die nationalen produzenten nicht mithalten koennen.
>insofern ist die kaufkraft von deutschen arbeitslosen und arbeitern ein vielfaches dessen, was die arbeiter erhalten, die die, in deutschland an arbeiter und arbeitslose verkauften, artikel herstellen.
>>>jetzt zu glauben, dies sei irrelevant, waere falsch. deutschland ist stark export orientiert. was bedeutet, dass ein grossteil der kunden fuer deutsche produkte nur ein viertel der kaufkraft haben, die ein deutscher arbeitsloser hat. (von der acht oder zehnmal so hohen kaufkraft eines deutschen arbeitenden mal ganz zu schweigen)
>>Ja. Wenn der deutsche Arbeiter das Sozialamt für die halbe Welt zu finanzieren hat, Tributleistungen, Reparationen und Wiedergutmachung ohne Ende und obendrein noch die Angriffskriege seiner Zwingherrn bezahlen muß, wird das Spuren hinterlassen.
>bitte hoer auf zu traeumen. abgesehen von den "mea culpa abgaben" an israel, zahlt deutschland nichts. es verdient!
>bei einem typischen entwicklungshilfeprojekt verdienen deutsche unternehmer am aufbau, deutsche akademiker werden in lohn und brot genommen, damit sie ihre doktorarbeiten vorbereiten koennen, deutsche funktionaere verwalten das ganze, aber der pfoertner und die spatenpaulis werden lokal zu lokalen loehnen angestellt.
>und die kosten fuer das ganze werden dem "entwickelten land" ganz clever als nicht rueckzahlbarer kredit gegeben. warum nicht geschenkt? weil ein nicht rueckzahlbarer kredit ewig zinsen bringt. die mit billigen rohstoffen nach deutschland bezahlt werden.
>>>letzten endes ist es ganz simpel: wer fuer sein produkt nur ein viertel dessen einnehmen kann, wie er fuer loehne aufwenden muss, geht pleite. oder "wandert ab".
>>Ja. Ich glaube bloß nicht, daß der deutsche Arbeiter daran schuld ist.
>"der arbeiter" ist nicht "schuld". aber er ist unbezahlbar! er ist teurer im unterhalt, als seine leistung gross ist.
>und so lang sich das nicht aendert, wird euer weg sehr steil weiter nach unten gehen muessen.
>ich komm von "unten" ich weiss, dass man die volle leistungsfaehigkeit eines menschen braucht, um, aus eigener kraft und "nachhaltig", "hoeher" zu kommen.
>ich weiss aber beim besten willen nicht, warum ein mensch, der nur halbe leistung bringt, auch hoeher kommen sollte. halbe leistung bedeutet fuer mich gearbeitete(!) 180 std im monat. der monat hat schliesslich durchschnittlich 360 stunden tageslicht. (also bei freiem sonntag, 14 std pro tag. das was die meisten selbststaendigen leisten muessen.)
>gruss,detlef

Hallo Detlef,
Du schreibst doch kompletten Schwachsinn...
Wie lange lebst du nicht mehr hier? so ca. 30 Jahre ?
Dein Hervorheben deiner "Arbeit" und die deiner Landsleute in SA geht leider komplett an der Realität vorbei(der Bundesdeutschen wohlgemerkt).
Kann aus eigener Erfahrung nur das Gegenteil bestätigen.
Lebe doch bitte mal mit dem Einkommen eines Südamerikanischen "Arbeiters" in dem von dir so hochgelobtem Wunderland Deutschland.
Wirst du dir nicht antun gell..hast dich ja rechtzeitig verp....
Bitte nicht persönlich nehmen.. aber es gibt hier noch genug Menschen die dir
das Gegenteil "locker" beweisen können...z.B. im Gesundheitswesen.
Völlig genervt von soviel Schwachsinn...
MfG
Eispfeil
P.S.
Von einer Freischaltung meines Beitrages kannst du gerne absehen...Meinung bleibt halt Meinung und die kann ich eh nicht ändern...


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