Re: Wie "Glauben an eine Schimäre" Information übersteuert

Geschrieben von Taurec am 16. Oktober 2005 19:41:28:

Als Antwort auf: Re: Wie "Glauben an eine Schimäre" Information übersteuert geschrieben von Taurec am 16. Oktober 2005 19:15:42:

Selbst in dem althochdeutschen Muspilligedicht taucht der Antichrist auf.
Und zwar nicht als ein Antichrist, sondern der Antichrist:

"Dar scal er fora demo riche az rachu stantan,
pi daz er in werolti kiwerkot hapeta.
Daz hortih rachon dia weroltrehtwison,
daz sculi der antichristo mit Eliase pagan.
der warch ist kiwafanit denne wirdit untar in wic arhapan.

khenfun sint so kreftic, diu kosa ist so michil.
Elias stritit pi den ewigon lip,
wili den rehtkernon daz richi kistarkan:
pi diu scal imo helfan der himiles kiwaltit.
der antichristo stet pi demo alt fiant"

Da soll er vor dem Reiche Rechenschaft stehen
für was er in der Welt gewirkt hat.
Ich hörte, daß die Weltrechtsweisen sagen
es solle der Antichrist mit Elias kämpfen.
Der Feind ist gewappnet dann wird unter ihnen Kampf erheben.

Kämpfer sind so kräftig, der Grund ist so wichtig
Elias streitet für das ewige leben
will den Rechten das Reich bestärken
Für die soll ihm helfen der Gewaltige des Himmels
Der Antichrist steht bei dem alten Feind"

(Übersetzung ohne Gewähr)

Das Lied ist ein paar Hundert Jahre älter als Luther. Ich frage mich, wie die alten Deutschen darauf kommen, wenn diese Vorstellung nicht damals schon in irgendeiner Form vorhanden war.

Gruß
Taurec


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