Re: In letzter Zeit aufgefallen

Geschrieben von Mario am 21. September 2005 09:39:50:

Als Antwort auf: In letzter Zeit aufgefallen geschrieben von Greif am 20. September 2005 18:20:17:

>Hallo Leute,
>mal kurz berichtet, was in letzter Zeit so aufgefallen ist. So aus dem Leben gegriffen.
>1. Es bleiben bei uns in letzter Zeit immer mehr Aktionswaren bei Aldi übrig. Es geht so weit, daß sie diese Waren dann enorm reduziert verkaufen. So wurden Fahrräder anstatt für 290,- € für 150 € verkauft. Stereoanlage anstatt 79€ für 30 € usw. Das passierte letztes Jahr noch nicht. Entweder sparen die Leute mehr oder sie brauchen nichts mehr.
>2. Die Leute werden allgemein agressiver. Letztens sprang einer mit beiden Beiden gegen den Zigarettenautomaten, weil dieser defekt war. Am hellichten Tag an der Dorfhauptstr. Im Straßenverkehr ist es auch sofort spürbar. Aus dem Weg, jetzt komme ich.
>3. Im normalen Gespräch stelle ich immer mehr die Tendenz fest, daß die Leute immer rechthaberischer werden. Keiner will von seinem Standpunkt abrücken. Ich auch nicht, ist doch klar.
>4. Immer mehr Menschen in meiner Umgebung rechnen mit einem Zusammenbruch oder dem Ausbruch einer großen Krise. Es wird auch immer wieder von einem neuen Krieg gesprochen. Da dieser bisher die einzige Art war, wie man wieder Wachstum schaffen könne. Zuerst muß man was kaputt machen, danach aufbauen. War schon immer so.
>
>Bitte berichtet doch, ob euch auch solche Begebenheiten auffallen.
>Ach ja, eine kleine Sache für die Leute, die keine Kaffeemaschine haben und doch gerne Filterkaffee trinken. Einfach einen Kaffeepad (das sind die die Dinger, in denen der Kaffee portionsweise in Filterpapier abgepackt ist - Aldi 1,80 € o.s.) in eine etwas größere Tasse werfen und mit heißem Wasser übergießen und ziehen lassen. So wie einen Teebeutel. Der Kaffee wird echt gut. Den Pad kann man dann raußnehmen und man hat wunderbar gefilterten Kaffee. Ne echte Marktlücke. Geschäftstüchtige voran.
>Gruß Greif.


Hallo Greif, Hallo Forum,

zu der Sache mit den Aktionswaren bei Lidl und Aldi etc. – das die Leute nichts mehr oder weniger kaufen, kann ich hier aus dem Osten nicht bestätigen.
M.E. kaufen vor allem die Älteren wie die Hamster.
Wenn ich mir mal einbilde, etwas aus einer Aktionsware zu kaufen, da ja Geiz „SO G*IL“ ist, muß ich wirklich um 08.00 Uhr am Laden sein.
Die Produktqualitäten sind ja oft nicht schlecht.
Was ich aber bemerkte:
Wir im Osten hatten in „Schlechterer Zeit“ – also vor der Wende – immer das Bedürfnis „etwas da zuhaben“.
Was ich bei uns nun so erkenne ist, daß die Leute anfangen; zum einen – zu Hamstern – und zum anderen nur das Billigste kaufen.
Aber wie kann ich es verstehen, das ich ein und den selben - vermutlichen - Rentner erst bei Aldi sehe, wo er einen Fernseher kauft und 1 Woche später bei Lidl wo er sich noch so ein Teil besorgt.
Sicherlich sagt der Eine oder Andere, daß Opa noch mal Geschenke macht, aber warum nimmt er dann nicht gleich beim 1. Mal 2 Teile mit?
Es ist zwar nicht das optimale Hortungsmittel, aber ich könnte mir denken, daß Opa sich das kauft, was „Früher“ schlecht – oder nur sehr teuer zu bekommen war.
Nach dem Motto: „Das Teil frißt ja nicht!“

Vielleicht ist das auch zu weit hergeholt. Aber die Umgangstöne sind im allgemeinen nach meiner subjektiven Einschätzung härter geworden.
M.E. und das betone ich immer wieder, daß es auf eine große „Sache“ hinausläuft.
Das System kann sich nur durch eine „Reinigung“ läutern.
Entweder durch einen Bürgerkrieg oder den absoluten Zusammenbruch.
Wenn es dem Staat schlecht geht, macht der Großkapitalist Gewinnrekorde.
Man merkelt ja schon wieder das Gejammer, weil die Parteien sich jetzt nicht einigen können und die Wähler an dem Dilemma wieder schuld wären.
Eine neue Wahl geht auch nicht, da die Linken vermutlich noch mehr Stimmen schöpfen würden. – Eine große Koalition ist sicher das Unproduktivste. Aber m.M. ist die Karre schon zu weit im Dreck, als das man noch den Wagen anhalten könnte.
Frei unter dem Motto: „Weiter so unter dem Banner von Adenauer, Kohl und Merkel !“ – Frühere Propaganda aus dem Osten - nur mit neuen Gesichtern.
Als die Harz – 4 Demos losgingen hatte ich schon wieder das gleich ungute Gefühl wie 1989.
Damals zeigte man mit der Kamera die Leute der Demos von OBEN und die Masse der Leute wurde auch als solche erkannt.
Wenn ich mir die Berichterstattung vom Hartz-Jahr anschaue, sehe ich, daß die Kamerapositionen auf GLEICHER Höhe mit dem angeblichen Pöbel vorgenommen worden ist.

Erklärung:

Wenn ich eine Lücke des Demo-Zuges filme und ich mich auf gleicher Höhe mit den demonstrierenden befinde, erwecke ich den Eindruck, daß es ja gar nicht so viele Leute sind, die da demonstrieren!
Dann nehme ich noch „Gestalten“ auf, die dem Alkohol oder was auch immer verfallen sind und schon stelle ich die Sache als Abfallhaufen der Gesellschaft dar. Dazu will man ja nicht gehören und man geht nicht zu dieser Demo.
Bei uns lief beim 2. mal - nach dem Ausbruch der Demos - in den Medien, daß die Zahl der Teilnehmer abnimmt. Und hier sehen wir die Kraft der Medien.
Die Demos haben vereinzelt bis in den Dezember gereicht.
Es geht sicher noch so eine Weile weiter, soll ja auch so in den Prophs stehen – „Wenn die Leute denken es kann nicht mehr schlechter werden, dann täuschen sie sich!“ – oder so ähnlich.
Ansonsten geht es ja uns noch gut.

Mit freundlichem Gruß

Mario



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