Gold pro und contra
Geschrieben von Itaker am 15. August 2005 11:51:
Als Antwort auf: Ich habe immer ein Auge auf folgende Statistiken.... geschrieben von offthspc am 15. August 2005 00:23:35:
Zu diesem Thema vielleicht noch kurz folgendes:
1. Seit Jahren verkaufen die Zentralbanken Unmengen Gold. All dieses Gold findet ja immerhin auch Käufer. Teilweise kaufen Goldminen diese Bestände (!), um ihr durch Hedging im Voraus verkauftes Gold auch tatsächlich liefern zu können, bzw. um ihre Rechnungen wieder glatt zu stellen.
2. Warum wird ein Goldverkauf gem. 1. immer 3 x publik gemacht? Zuerst wird er angekündigt, dann wird kurz vor der Transaktion nochmals auf den bevorstehenden Verkauf hingewiesen und dann "im Moment" der Transaktion nochmals. Ergebnis ist regelmäßig bei größeren Verkäufen, dass der Preis sinkt. Warum sind die Zentralbanken so verrückt, und drücken durch diese Ankündigungen den Preis der Ware die sie verkaufen wollen?
3. Keiner weiß heute genau, wo wieviel Gold im Keller liegt. Man kann nur die offiziellen größeren Verkäufe der letzten Jahre nachvollziehen (bzw. dies versuchen). Dass Gold ein probates Wertaufbewahrungsmittel ist, steht ja außer Frage.
Daraus würde ich folgende Thesen ableiten:
Gold als Wertaufbewahrungsmittel bietet folgende Vorteile:
1. gegenüber Papiergeld - es kann nicht inflationiert werden, es ist kein Versprechen und es bietet Sicherheit vor Währungsreformen aller Art
2. gegenüber Bankguthaben - wie Papiergeld, außerdem ist es nicht nachvollziehbar, wer wieviel Gold besitzt und wo er es lagert, wenn es denn in physischer Form gekauft wurde
3. gegenüber Immobilien - es ist eben nicht "immobil" sondern kann jederzeit transportiert und transferiert werden, es ist weltweit akzeptiert und kann nicht mit Steuern, Abgaben, Grundschulden etc. enteignet werden
Gold hat allerdings einen Nachteil: Es bringt keine Zinsen ("Rendite"). Da Zinsen aber nur der Ersatz für Inflation sind, stellt sich die Frage so nicht. Gold ist nicht inflationierbar und also muss man sich über Zinsen keine Gedanken machen.
Übrigens: Derzeit wächst die Geldmenge M3 im EUR Raum p.a. um ca. 6 % lt. Statistik der EZB. Das Wirtschaftswachstum bewegt sich zwischen 0 und 2 %. Daraus resultiert eine Inflation von 4 - 6 % p.a. Das entspricht einer Enteignung um 50 % innerhalb von 10 - 15 Jahren. Anders gesagt: 1 EUR 2005 würde spätestens 2020 nur noch max. 0,50 EUR (von heute) wert sein.
1 Krügerrand wird auch 2020 immer noch 1 Krügerrand sein ...
Itaker