Deutschland bereitet Tunesien als neues Billiglohnland für die Wirtschaft vor

Geschrieben von Suchender am 13. Juli 2005 10:10:05:

Auf Verlangen des deutschen Innenministeriums sollen auf tunesischem Territorium Auffangzentren für Armutsflüchtlinge errichtet werden. Im Gegenzug bietet Berlin Gelder an, um das nordafrikanische Land in den europäischen Freihandel einzubeziehen. Die Gewährung entsprechender Mittel bestätigt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Von der geplanten Freihandelszone profitieren deutsche Unternehmen insbesondere aus der Textilbranche, die Tunesien in hoher Zahl als Billig-Produktionsstätte nutzen. Um den Einsatz der afrikanischen Arbeitskräfte zu regulieren und eine billige Reservearmee in Bereitschaft zu halten, werden die tunesischen Grenzen jetzt noch dichter geschlossen. Tunis stimme "mit der EU darin überein, dass die illegale Migration zu bekämpfen ist", heißt es anerkennend im deutschen Entwicklungsministerium. Die Formulierung umschreibt gemeinsame Planungen für die konzentrierte Menschenhaltung in Nordafrika. Mehrere der bereits bestehenden tunesischen Lager, die als Pilotprojekte gelten, sind für die Öffentlichkeit unzugänglich. Ihre Standorte werden geheim gehalten.

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Der Freihandel zwischen der EU und Tunesien kommt deutschen Unternehmen zugute, die das nordafrikanische Land wegen des dort üblichen Lohnniveaus als Billig-Produktionsstätte nutzen ("verlängerte Werkbank"). "Diese Art der Arbeitsteilung" praktizierten deutsche Firmen "in Afrika nur in den Mittelmeeranrainern Marokko und Tunesien (hauptsächlich im Bekleidungssektor)", hieß es Ende der 1990er Jahre beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Wie das Auswärtige Amt (AA) mitteilt, gehören "Textilien (Vorerzeugnisse)" zu den "wichtigsten deutschen Ausfuhrgütern nach Tunesien" und "Textilien (Enderzeugnisse)" zu den "wichtigsten deutschen Einfuhrgütern aus Tunesien". Zwischengeschaltet ist allein die Veredelung, die tunesische Arbeitskräfte für einen Hungerlohn gewährleisten. Insgesamt sind in Tunesien - alle Branchen zusammengenommen - rund 275 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung angesiedelt. Sie sind "weitgehend exportorientiert" (AA) und "genießen größtenteils Steuerfreiheit".

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Ein genialer Schachzug Putins, die Globalisierungsgegener mit in seine Strategiepläne einzubeziehen ...


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