Re: Die AFP-Meldung Satz für Satz betrachtet

Geschrieben von Alceste am 07. Mai 2005 16:31:03:

Als Antwort auf: N : Frage in die Runde.. geschrieben von Apollo am 07. Mai 2005 14:32:53:

Hallo Apollo,

vielleicht war meine erste Antwort zu allgemein gehalten?

Deshalb die AFP-Meldung mal Satz für Satz:

>Putin mahnt verstärkte deutsche Investitionen in Russland an

Mich würde interessieren, ob er wirklich von "mahnen" gesprochen hat? Der erhobene Zeigefinger paßt überhaupt nicht zu dem, wie sich Putin normalerweise über Deutschland äußert.

Sei´s drum. Ich würde mich daran nicht aufhängen, weil es mir eher der Versuch zu sein scheint, die US-Raubritter (Investmentbanken wie Goldman-Sachs, A. v. Bülow) kürzer zu halten.

Wie A. v. Bülow (Im Namen des Staates) schreibt, sollte die bis in den Osten
hineinreichende antideutsche Volksverhetzung nicht zuletzt das Modell der Sozialen Marktwirtschaft in Mißkredit bringen und so deutsche Unternehmen zugunsten von amerikanischen aus dem Rußland-Geschäft drängen.

Ich vermute, daß Putin den unter Jelzin eingeschlagenen Weg abändern will. Im EW-Forum haben Rußlandkenner wiederholt geschrieben, daß die US-Unternehmen dort einen denkbar schlechten Ruf hätten, wogegen das Geschäftsgebaren der deutschen in den höchsten Tönen gelobt würde.

Auch hierbei wäre also alles aus dem Blickwinkel der Putin´schen Interessenpolitik zu erklären.

> "Bei Direktinvestitionen in die russische Wirtschaft belegt die Bundesrepublik lediglich Platz vier", sagte Putin der "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe).

Er hat noch ganz andere Dinge gesagt, von denen ich in meinem anderen Beitrag nur eine beschränkte Auswahl gegeben habe. Darüber schweigt sich die Netzeitung aus. Ich habe die Rußland-Berichterstattung der Netzeitung nicht verfolgt, aber mich erinnert das unangenehm an die Machenschaften den übrigen Huren-Presse, die ihre journalistische Sorgfaltspflicht so versteht, indem sie mit einseitiger Auswahl und Montage von Fakten und Nachrichten Stimmung d.h. Propaganda macht.

> "Dies entspricht weder den deutschen Kapazitäten noch unseren Erfordernissen."

Wie so oft betont er das Verbindende, indem er den russischen Wünschen die deutschen Möglichkeiten gegenüberstellt. So viel Höflichkeit und Rücksichtnahme wünschte ich mir von unseren "Freunden und Verbündeten".

> Genauso wenig sei er mit der "Schieflage" beim Warenaustausch beider Länder zufrieden. Bisher gehe es hier vorwiegend um den Tausch russischer Rohstoffe gegen Fertigprodukte aus Deutschland.

Putin hat sich so oft für deutsche Interessen stark gemacht, sogar für einen Sitz im Weltsicherheitsrat (steht auch in BILD, aber nichts davon in der Netzeitung), wir wollen ihm doch zugestehen, daß er auch an sich und sein Land denkt?

> Das "Potenzial der Zusammenarbeit" zwischen Russland und Deutschland sei "bei weitem nicht vollkommen ausgeschöpft".

Lies: "Von der Zusammenarbeit mit den amerikanischen Hurensöhnen haben wir die Schnauze voll."

Putin rollt den roten Teppich aus. Das sieht doch wirklich ein Blinder mit dem Krückstock.

Ob es ratsam ist, auf seine Angebote einzugehen, ist dann wieder eine ganz andere Frage? Wir müssen davon ausgehen, daß allein schon seine ungeniert revisionistischen Äußerungen in den westlichen Haupstädten und diversen Zentralräten Zorn und Haß zur Weißglut treiben, den sie wie so oft an Deutschland abreagieren, und darüber hinaus scheint es höchst unsicher, ob sich Putin damit nicht ein paar Feinde zu viel gemacht hat.

Viele Hunde sind des Hasen Tod, auch wenn es in Wahrheit ein russischer Bär ist, der vielleicht nicht steppt, sondern zum Tanz auf dem Vulkan einlädt.

Alceste


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