Re: In den Zirkus ....

Geschrieben von BBouvier am 13. Februar 2004 11:57:24:

Als Antwort auf: Re: In den Zirkus .... geschrieben von JeFra am 13. Februar 2004 08:31:02:

1)
34 Jahre nach dem Tode von Jesus dürfte es zum "Verfolgen"
von Christen kaum mehr als 5 Hände voll von denen in Rom
wohl überhaupt gegeben haben.

2)
Nachgewiesen scheint, dass Einige von denen "frohlockend"
durch die Gassen sausten und ihre helle Freude daran hatten,
dass die Stadt grad abbrannte.
(womit sie auf wenig Verständnis stiessen)
Und Einige Wenige sollen auch ein wenig nachgeholfen haben.
(womit sie auf noch weniger Verständnis stiessen)

3)
Und DIESE! wurden von der römischen Justiz als Brandstifter(!!)
rechtens belangt.
Und verurteilt als überführte Brandstifter.
Und nicht deswegen, weil sie glaubten, ihr Jesus sei der Christos.
Das war den Römern aber sowas von egal!
Was die nun glaubten oder nicht.

4)
Energisch wurde der römische Staat erst einige Jahrhunderte später,
als deutlich wurde, dass die Christen dabei waren, den Staat
erfolgreich zu unterminieren, zum Zwecke der Aneignung.

5) Und richtig "verfolgt", das haben eigentlich nur die Christen selber.
Nämlich nach ihrer Machtübername:
Erst die vorhandenen Religionen ausgemordet.
(gejammert haben sie aber nur über die grösstenteils
frei erfundenen Verfolgungen an ihnen selber,
und ihr erstes Opfer war der nachträgliche Rufmord an Nero)
Und als sie damit fertig waren,
dann sich untereinander.


BB

>Ich wollte das, was Eraltho geschrieben hat, eigentlich gestern auch schreiben, habe mich dann aber zurückgehalten, weil es mir doch zu weit vom Thema entfernt schien. Ich hatte die Idee schon vor vielen Jahren, als ich erstmals `Quo vadis' mit Peter Ustinov als Nero gesehen habe. Irgendwie war mir das alles eine Nummer zu dick aufgetragen, Nero kann sich ja nicht mehr wehren und wird in Wahrheit vielleicht ein mittelmäßiger Künstler gewesen sein, während er im Film als saumäßig dargestellt wird. Vespasian konnte es sich angeblich leisten, bei einem Liederabend Neros laut schnarchend einzuschlafen, ohne seinen Kopf oder seinen Job zu verlieren. Und schließlich ist mir die Hutschnur geplatzt, und ich habe mich gefragt: Wenn es nun doch die Christen waren? Später habe ich dann erfahren, daß es Forscher gibt, die so etwas aus ganz nüchtern-wissenschaftlichen Gründen glauben.
>
>Von der Hand zu weisen ist der Gedanke schwerlich. Das Christentum war damals eine Weltuntergangssekte mit vermutlich dutzenden radikalen Abspaltungen. Wenn Sie den Text der Johannes-Apokalypso als Wunschvorstellung und nicht als Prophezeiung betrachten, können Sie sich eine Vorstellung davon machen, was für Haßgefühle in diesen Zirkeln gehegt wurden. Und das Gejammer, weil so eine Möglichkeit ernsthaft diskutiert werden könne stehe vielleicht die nächste Christenverfolgung ins Haus, ist nun vollkommen fehl am Platz und vernachlässigt, daß die Christen ja auch (und unbestreitbar, da wohldokumentiert) viel Leid über die Nichtchristen gebracht haben, man denke nur an die Sachsenkapitularien etc.
>
>Gruss
>JeFra



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