Großes Beben für Istanbul erwartet!

Geschrieben von H.Joerg H. am 05. Februar 2004 17:27:12:

Als Antwort auf: 05.02.04.-Nachrichten-Mittwoch geschrieben von H.Joerg H. am 05. Februar 2004 03:00:01:

Tag zusammen!

Aus der heutigen "FAZ", in gekürzter Fassung:

Druck auf Istanbul

Der türkische Geologe Celal Sengör rechnet mit dem schlimmsten Erdbeben seit 500 Jahren

"Unsere wissenschaftlichen Arbeiten zur Erforschung der Erdbebengefahr in Istanbul sind abgeschlossen", so Sengör. Jetzt wisse man, was zu tun sei, und es gelte, sich auf das schlimmste Erdbeben seit dem Jahr 1509 vorzubereiten. In jenem Jahr habe eine Tsunami die osmanische Flotte zerstört, und in der Stadt, die bedeutend kleiner gewesen war als heute, seien tausend Häuser eingestürzt.

Die Geologen rechnen damit, daß im Marmarameer vor Istanbul eine Strecke von 120 Kilometern parallel zur Küste auf einmal brechen wird. Dabei wird sich der südliche Block um mehr als vier Meter nach Westen verschieben. Der Bruch werde ein Beben der Stärke 7,6 erzeugen, prognostiziert Sengör. Bis die 120 Kilometer von Hersek im Osten bis zur Hafenstadt Sarköy im Westen gebrochen sein würden, dauere es 90 Sekunden.

Möglicherweise wird das erwartete Erdbeben seine zerstörerische Wirkung mehr nach Süden entfalten, also hinaus ins Marmarameer, als nach Norden in die Stadt hinein. Denn in den vergangenen Monaten haben die Wissenschaftler mit Hilfe von millimetergenauen Messungen aus dem Weltall ("Global Positioning System") herausgefunden, daß sich der Teil südlich der Horizontalverwerfung stärker verformt als der im Norden.

Entlang der Blattverwerfung liegt eine asymmetrische Deformation vor. Aus den Daten leiten die Wissenschafler ab, daß die Gesteine im Süden weicher sein müssen als im Norden. Die Zerstörungen eines Erdbebens breiteten sich daher leichter in das weiche Gestein im Süden aus als in die Stadt hinein, erklärte Sengör. Denn die Stadt am Bosporus ruht auf einem Block von Granit und Andesit, dessen Alter 150 Millionen Jahre erreicht.

Entwarnung kann das nicht bedeuten, denn eine Beobachtung des französischen Erdwissenschaftlers Xavier Le Pichon verschärft die Gefahrenprognose wieder. So nimmt die Mächtigkeit der obersten Erdschalenschicht entlang der untersuchten 120 Kilometer wegen des Stresses ab. Die unteren Teile beginnen daher zu fließen. Den Streß baut der Druck der anatolischen Landmasse auf; der Druck lastet auf Istanbul. Je dünner die Schicht aber wird, desto größer werden die Spannungen in dem erhaltenen Teil, desto schneller wird sich daher die "gespannte Feder" entladen. Die Geologen messen aus diesem Grund im Marmarameer viele Mikrobeben.

Weiter rechnen die Geologen damit, daß das erwartete Beben dem von 1766 ähneln wird: Zunächst stürzen entlang der Marmaraküste die Gebäude ein, dann erheben sich aus dem Marmarameer Tsunamiwellen von bis zu neun Metern Höhe, und danach brechen Feuersbrünste aus.

Nur eines wissen die Wissenschaftler nicht: wann das Erdbeben nun kommt. Übereinstimmend geben sie eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent dafür an, daß es innerhalb der kommenden 50 Jahre kommen wird. So wurde bereits eine Erschütterungskarte für die Stadt Istanbul angefertigt, aus der hervorgeht, welche Stadtteile und welche Gebäude besonders gefährdet sind und welche als sicher gelten.

Gern erzählt Sengör einen Dialog mit Kerry Smith, einem Kollegen der renommierten Technischen Universität Caldec in Kalifornien. Voller Lob habe der einmal über die Arbeit der türkischen Geologen gesprochen. Sie sei auf dem Niveau der Ersten Welt, habe er gesagt. Sengör hat darauf nur verbittert geantwortet:"Aber unsere Regierung ist auf dem Niveau der Dritten Welt..."

-------

Solche Regierungen soll es geben-über die Türkei hinausgehend...

Angenehmen Abend wünscht

Jörg





Antworten: