Re: Beitrag der RKK zum Kampf gegen die Islamisierung Europas?
Geschrieben von Hubert am 08. Dezember 2003 08:45:01:
Als Antwort auf: Beitrag der RKK zum Kampf gegen die Islamisierung Europas? geschrieben von JeFra am 08. Dezember 2003 00:14:12:
Hallo JeFra,
die eigentlichen Probleme sehe ich erst ab ungefähr 2008 auf uns zukommen. Spätestens dann wird die entsprechende US-Administration damit beginnen wollen, dem Islam den Religionsstatus abzuerkennen und ihn als gefährliche politische Doktrin zu stigmatisieren, um ihn – zumindest auf dem eigenen Territorium – verbieten zu können. Das wird aber nicht funktionieren, weil sie in zentralen Fragen wie dieser – „Ist der Islam nun eine Religion oder nicht?“ – nicht an der Kirche vorbeikommt. Die Kirche hält den Islam nämlich für eine Weltreligion. Und das sagt sie nicht einfach nur so.
Gemessen an der römisch-katholischen Lehre, die die Wahrheit vollumfänglich umfasst, enthält der Islam zwar nur einen hauchdünnen Strahl an Wahrheit (man schätzt ihn auf 0,1 – 0,2 Prozent), aber die Kirche hält den Islam definitiv für eine Weltreligion, die entsprechend zu achten ist, und wird ihm gegenüber niemals eine Haltung einnehmen wie seinerzeit gegenüber dem Kommunismus.
Nicht daß das jetzt falsch verstanden wird: Moslems sind definitiv Heiden, und Heiden bleibt das Himmelreich bekanntlich verschlossen – insofern ist es selbstverständlich unsere Christen-Pflicht, diesen Heiden das Evangelium aktiv zu verkünden und sich nicht etwa aus reiner Bequemlichkeit auf eine Position zurückzuziehen, die da sagt: „Na, irgendwie wird Gott die Moslems schon zu retten wissen.“ Nein – diese Haltung ist nicht nur verlogen, sie entspringt vielmehr purer Faulheit und Unwissenheit. Aber Unwissenheit hebt den sündhaften Charakter des Nicht-Missionieren-Wollens nicht auf. Insofern kann es in meinen Augen auch keine größere Sünde geben, als wenn getaufte Eltern sich dazu entschließen, ihre eigenen Kinder nicht zu taufen oder – ganz im Sinne des Relativismus – eine Haltung einnehmen, daß sie sagen: „Das sollen die Kinder später mal selber entscheiden.“
Sie, mein lieber JeFra, nehmen stattdessen eine Haltung ein, die sich wie folgt umschreiben ließe: Was kann die Kirche von den völlig dekadenten Tauf-Christen Westeuropas schon anders erwarten, als daß diese auch weiterhin völlig dekadente Parteien mit völlig dekadenten Volksvertretern wählen?
Nun, der Heilige Vater hat am 28. Juni 2003 ein interessantes nachsynodales Apostolisches Schreiben veröffentlicht: Ecclesia in Europa (Für Intellektuelle wie Sie ein absolutes Muß!) Er deutet dort die Bilder der Johannes-Offenbarung, analysiert kurz den Nihilismus im philosophischen Bereich, den Relativismus im erkenntnistheoretischen und moralischen Bereich, den Pragmatismus und den zynischen Hedonismus in der Gestaltung des Alltagslebens. Aber er wird auch nicht müde, darauf zu verweisen, daß die Geheime Offenbarung auch eine Ermutigung an die Gläubigen enthält: “Jenseits allen äußeren Anscheins und auch wenn die Wirkungen noch nicht zu sehen sind, ist der Sieg Christi bereits eingetreten und endgültig. Daraus ergibt sich die Grundeinstellung, den menschlichen Wechselfällen mit einer Haltung tiefer Zuversicht zu begegnen, die aus dem Glauben an den in der Geschichte gegenwärtigen und wirkenden Auferstandenen entspringt.“
Eine solche Verheißung stellt für viele vielleicht nur einen ganz schwachen Trost dar: „Der Sieg Christi ist zwar gewiß, aber wann werde ich seiner gewahr?“
Darauf kann die Kirche leider auch keine Antwort geben. Wir können angesichts der gegenwärtigen Entwicklung in der Tat nicht mehr ausschließen, daß wir jetzt einer mehrere Jahrhunderte währenden islamischen Besetzung Europas ins Auge sehen müssen.
Herzlichst,
Hubert