Wie (Kriegs-)Helden entstehen
Geschrieben von franke43 am 21. November 2003 15:46:21:
Als Antwort auf: stupid white men geschrieben von Scorp am 21. November 2003 14:33:34:
Hallo
Wir brauchen nur in die US-amerikanische Geschichte
zurückgehen, um zu sehen, wie dort (nicht nur dort!)
Helden gemacht werden.Zwei der grössten offiziellen US-Helden waren Grant
und Sherman, die Sieger der Union über die Südstaaten.
Beide werden dort als die Retter der Union gefeiert
wie nicht mal Lincoln.Auf US-Netzseiten zum Bürgerkrieg (1861-1865) liest
sich das etwas anders. DER herausragende Held der
Schlachtfelder war das taktische Genie Lee, der
Oberbefehlshaber der Südstaatenarmee.Grant hat nur dank materieller Überlegenheit gegen
Lee "gewonnen". Eigentlich verlor er gegen Lee eine
Schlacht nach der anderen:Wilderness, Spotsylvania Court House, Petersburgh
Aber dank materieller und zahlenmässiger Überlegen-
heit konnte er sich immer wieder neue Angriffe und
Vormärsche leisten, trotz der Niederlagen, die
jeden anderen Befehlshaber zum Rückzug veranlasst
hätten. Er ertrotzte sich den Sieg durch eine
Serie verlorener Schlachten, weil er immer mehr
Leute nachschieben konnte als sein Gegner.Sein Kollege Sherman war ebenfalls keine Leuchte.
Sein Beitrag zum Unionssieg war die Taktik der
verbrannten Erde. Sein Marsch zum Atlantik durch
Georgia 1864/65 war ein reiner Vernichtungsfeldzug
gegen den Süden.Zum Vergleich:
Der Nordstaatengeneral Grant war als Privatmann
SklavenbesitzerDer Südstaatengeneral und "Rebell" Lee hatte aus
Gewissensgründen (!!) keine sklavenDas alles kann man auf diversen Netzseiten nach-
lesen. Aber die Geschichtsschreibung hat aus dem
taktischen Trampel Grant einen Nationalhelden
gemacht.Gruss
Franke