US-Haushalt mit höchstem Defizit in der Geschichte der USA
Geschrieben von Nexus am 20. Oktober 2003 22:27:12:
Als Antwort auf: NACHRICHTEN (20.10) (o.T.) geschrieben von Scorp am 20. Oktober 2003 00:04:33:
Washington, 20. Okt (Reuters) - Schwache Einnahmen angesichts der schleppenden Konjunktur und steigende Ausgaben im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Terror haben den USA im Fiskaljahr 2003 das höchste Haushaltsdefizit in ihrer Geschichte beschert. Im laufenden Haushaltsjahr wird trotz der sich abzeichnenden Konjunkturbelebung eine noch größere Deckungslücke im Etat erwartet.
Der US-Bundeshaushalt schloss nach Angaben des US-Finanzministeriums in dem am 31. September beendeten Fiskaljahr mit einem Fehlbetrag von 374,22 Milliarden Dollar und übertraf damit deutlich das bisherige Rekorddefizit des Jahres 1992 von 290 Milliarden Dollar. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA, der gesamten im Inland erbrachten Leistung der weltgrößten Volkswirtschaft, kletterte das Defizit auf 3,5 Prozent und damit auf das höchste Niveau seit 1993.
Die Deckungslücke blieb 2003 jedoch geringer als die US-Regierung selbst noch im Sommer mit 455 Milliarden Dollar prognostiziert hatte. Dazu trug ein überraschend hoher Etat-Überschuss von 26,38 Milliarden Dollar im September bei.
Regierungsvertreter warnten jedoch, das Defizit des am 1. Oktober begonnenen Haushaltsjahres 2004 könnte noch höher ausfallen. Der Chef des Haushaltsbüros im US-Präsidialamt, Joshua Bolten, sagte: "Obwohl noch immer ein Anstieg des Defizits 2004 erwartet wird, und es trotz einer Erholung der Wirtschaft voraussichtlich 500 Milliarden Dollar übersteigen wird, können wir den Fehlbetrag auf einen verantwortungsvollen Abwärtspfad bringen, indem wir die wachstumsfördernde Wirtschaftspolitik fortsetzen und die Ausgaben verantwortungsvoll einschränken". Das Unterschreiten der Regierungsprognose vom vergangenen Sommer nannte er ein ermutigendes Zeichen.
Ungeachtet des Rekorddefizits äußerte sich US-Finanzminister John Snow optimistisch, dass die Belebung der Wirtschaft zur Begrenzung des Fehlbetrages beitragen werde. "Wenn die Wirtschaft wächst, werden die Einnahmen der Regierung steigen und dazu beitragen, das Defizit unter Kontrolle zu halten", sagte er.
Dem hielt Tom Kahn vom Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses entgegen: "Hier gibt es nichts zu jubeln. Das ist noch immer das bei weitem höchste Defizit in der amerikanischen Geschichte".
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