'n paar Ideen zum "Kampf"

Geschrieben von wikking am 16. Oktober 2003 14:42:32:

Als Antwort auf: Re: "Kampf" auf dem Weg der inneren Freude u.d. Friedens geschrieben von Kober am 16. Oktober 2003 13:27:17:

Grueziwohl, Kober,
ich möchte versuchen, auf Deine Fragen/Bemerkungen einzugehen...


>Es wird in dieser Welt manipuliert, ich kenne dich nicht persönlich...
>weiss der Geier was deine Hintergründe sind.
>Missverstehe mich bitte etz nicht falsch,
>mit sehr grosses Wahrscheinlichkeit meinst du es GUT,
>doch habe ich dir nie in die Augen sehen können.
>Vertrauen kann erst entstehen wenn man sich erst gegenüber steht.

Gebe ich Dir wieder mal recht :-)
Ein virtuelles Vertrauen in einer virtuellen Welt kann nach hinten losgehen.

Nein, ich meine es nicht >gut<, weil es mir, ehrlich gesagt, völlig wurscht ist (bin auch Franke!), ob jemand meine Gedanken annehmen kann oder nicht. So kann ich Dir nicht mal etwas über eine "Motivation" berichten, weil es keine gibt. Ich fühle einfach, daß es "richtig" ist, etwas zu schreiben, ebenso, wie ich fühle, daß dies oder jenes musikalisch manifestiert werden muß, wenn ich an einer neuen CD arbeite.
Der Hintergrund ist bei mir das eigene Wachstum, ohne Zugehörigkeit zu irgendwelchen Gruppen. Wenn ich an eine Philosophie angelehnt bin, dann die Mystik des ursprünglichn Christentums und Sri Aurobindos Integralyoga, weil ich in beidem viel Wahrheit und Inspiration fühle, für mich selbst.
Mein grundsätzliches Bestreben in allem, ist also: möglichst absichtslos zu handeln und zu denken. Auch (bzw. gerade) in der Arbeit. Wenn ich also musikalisch etwas Neues produziere, dann ganz sicher nicht, um einen auf "toller Künstler" zu machen, noch weniger, weil ich Geld davon erwarte, sondern, weil sich "etwas" offenbaren möchte. Ich selbst bemühe mich dabei, mich möglichst aufrichtig als "ausführendes Instrument" zu fühlen.
Nicht immer einfach. Das typische "Künstler-Ego" ist massiv...
Aber wirklich lohnend, es immer und immer aufrichtiger zu tun !

>>Ein wahrer innerer Frieden und diese darauf aufbauende Empfängnis von echter
>> Freude ist tatsächlich auf Bereitschaft zum Kampf aufgebaut.
>Ist es dann nach deiner Meinung wirklich so,
>das es gewinner und verlierer gibt?

Die gibt es, wenn Du GEGEN etwas kämpfst, so wie alle Kriege, menschliche Streitereien tc.etc.
Kämpfst Du aber FÜR etwas (der einzige Kampf, den man führen sollte), dann gibt es weder Gewinner, noch Verlierer, sondern einen Sieg des Bewußten über das Unbewußte ... oder ein Erstarken der Fortentwicklung im Gegensatz zur Trägheit.

Wenn man in Gewinner/Verlierer-Chemen denkt, ist man in den Gegensätzen der äußeren Welt zu sehr verstrickt. Da gibt es winner und looser, Erfolgreiche (mit ihren Ellenbogen) und Kaputtgemachte (durch die Ausbeutereien und Verherdenschafungen der sogenannten Zivilisation). Dieses üble Spiel sollten wir nicht mitmachen.
Ein Kampf FÜR persönliche innere Freiheit ist es z.B., sich aus diesen Verstrickungen nach und nach zu befreien.


>>Je emotionsloser Du so einen "Kampf" im Bewußtsein einer echten Hingabe führen
>> kannst, desto mehr wird dabei geschehen. Die Schwierigkeiten bestehen darin,
>> Gefüle wie Aggression, Rache, Haß etc. in uns selbst zu ent-tarnen und dann
>>zu verwandeln (in echte Stärke und Bereitschaft zur aktiven Tat).
>Du meinst also sowas wie ein Jedi-Ritter? Was ist ein Kampf ohne Emotion? Hätte ich nicht die Gefühle wie Haß oder ähnliches, würde ich dann überhaupt kämpfen wollen?

Ich kenne diese Filme nicht richtig, kann also nicht beurteilen, ob der Jedi-Ritter so etwas als Hintergrund hatte.
Nun, wenn Du aus Haß kämpfst, dann bist Du nicht viel besser, als all die Abschlachter in den Haß-Kriegen dieser Welt. Ich meine nicht dich persönlich, ich meine es allgemein. Im Kampfsport lernst du zuallererst mal, genau diese Gefühle völlig zu kontrollieren und dann in Energie zu wandeln, umzupolen sozusagen. Emotionen aller Art (auch "positive") kommen wie Wellen des Schicksals wieder zu Dir zurück. Kämpfst Du aus Haß, wirst Du eines Tages wieder durch Haß bekämpft. Streust Du Wohlwollen in die Welt, kommt Dir Wohlwollen entgegen.
Kämpfst Du dagegen absichtslos, weil Du einfach w e i ß t, daß e t w a s getan werden muß, dann setzt Du eine neutrale Energie in die Welt und fühlst Dich dabei mehr und mehr als bewußter Teil der Schöpfung.
Im Yoga gibt's einen Leitsatz: "Niemals die Früchte des Tuns begehren!"
Verdammt schwer in unserer westlichen Welt.
Doch äußerst lohnend, es zumindst mal zu versuchen !


>Etz fällt mir etwas ein...ich hatte hunger und seid Tagen nichts gegessen,
>dann kam ein huhn vorbei, ich zog mein Messer und köpfte es.
>Dabei hatte ich keine Emotion, nur eins im Kopf...Essen.

Was hat das mit Kampf zu tun ?
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Entwicklung kann ein menschlicher Körper nur durch "Aufnehmen der Form eines anderen Körpers" (ob Tier oder Pflanze) in seiner Form erhalten werden.
Du wirst das Huhn, daß Du schlachtest, wohl kaum "hassen", sondern eher gernhaben, weil es Dich ernährt.
Viele sagen ja, daß das "Aufessen" eine sehr materielle Form der ursprünglichen All-Liebe ist: EINSwerden, dadurch, daß man die Form des anderen in sich aufnimmt. Die Schamanen könnten Dir da mehr sagen...


>Der Kampf bedeutet ein Verlierer ein Gewinner,
>was macht mich sicher ob der Verlierer der richtige ist bzw. der falsche,...

Du wirst Dir erst "sicher", wenn "Du" überhaupt nichts mehr willst, sondern die Dinge durch Dich geschehen läßt. Doch ich meine absolut nicht so einen Kram wie channeln oder auf irgendwelche Stimmen hören, sondern durch immer umfassenderes EINSwerden mit dem Ewigen in aller Existenz. Sprich: Deine Seele zum Vorschein kommen lassen, indem Du die Vergänglichkeit und die Verhaftungen darin Schritt für Schritt ablegst.

Solange es noch Gewinner/Verlierer gibt, stimmt was nicht...
Bei Kriegen, Steitereien etc. gibt es n u r Verlierer, nämlich alle Beteiligten. "Gewinner" ist jenes Phänomen, das ich in meinem Beitrag als "Netz der Lüge" bezeichnet habe, weil "es" wieder mal siegreich war, im Ausnützen der Menschen...


>Ist es nicht der Gewinner der, der die beste Waffe hat? Mit Waffe meine sehr
> viele verschiedene Dinge, z.B. Wort, Ausprache, Bildung, Wissen, Geld, ...

Waffen, Worte, Geld, Wissen etc. braucht man nur im alten Kampf "gegeneinander", der voraussetzt, daß sich einer über den anderen erheben will.
Sobald das nicht mehr das Bestreben der Menschheit ist, wird es diese Art von destruktivem Kampf nicht mehr geben. Der in uns angelegte "kämpferische Trieb" des Säugers wird dann höchstwahrscheinlich in gänzlich wichtigere Kanäle gelenkt werden, zum Aufbau, zum Fortschritt !!

Einzige Ausnahme sollte momentan die purste Selbstverteidigung sein.
Z.B. wenn ich sehe, daß jemand gerade meine Tochter vergewaltigen wollte und ich habe zufällig einen Hammer in der Hand, dann würde ich nicht zögern, denselbigen zielgerecht auf den Schädel des Angreifers zu befördern.
Ohne jede Gewissensbisse !
Dies ist auch in jeder Gesetzgebung von fast allen Staaten der westlichen Welt als Notwehr- und Notstandsrecht verankert, wobei die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden muß. Wenn jemand Kirschen aus Nachbars Garten klaut, und dieser Nachbar prügelt den Klauer nachher krankenhausreif, dann ist das sicher nicht verhältnismäßig :-)


>Hoffe auf Antworten :-)
>Sonnige Grüsse aus Nbg.

Hoffe, sie waren inspirierend für Dich.
Bin übrigens in Nbg. geboren :-)

Ebenfalls sonnige Grüße aus Elchland
wikking



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