Re:
Geschrieben von MilkHoney am 13. Oktober 2003 15:56:
Als Antwort auf: "Ein Crash steht in den Sternen" geschrieben von Maria am 13. Oktober 2003 13:39:48:
>Hallo,
>hier ein Faden im Astrologix-Forum mit link zum Spiegel-Artikel. Sehr nachdenkenswert finde ich den Kommentar von Gerhard, könnte ma ihn doch auch auf sämtliche Weltgeschehens-Prophezeiungen münzen...
>Schaut selbst:
>"selffulfiling prophecy"
>Gerade die Börse ist sehr sensibel von Informationen abhängig und vom Glauben der Menschen an diese Informationen. Wenn nun ein Astrologe glaubwürdig versichert, dass die Börse chrasht, dann ist diese Information uU selbst die Ursache für den tatsächlichen Eintritt dieses Chrashs.
>Das ist auch der Grund, warum es kein System geben kann, welches die Kurse exakt voraussagt, weil die Voraussagen selbst die Kurse beeinflussen. Es ist ein rekursiver Regelkreis, in den sowohl die Kurse, als auch die Infos über die Kurse eingebunden sind. Objektivität ist damit praktisch unmöglich.
>Die Crux: Wenn genügend Menschen jetzt an die Voraussage glauben, wird sie eintreten - dies stärkt die Glaubwürdigkeit des Astrologen, wodurch jede seiner zukünftigen Voraussagen noch leichter eintreten usw. Es wird zum Selbstläufer, an dem der Astrologe verdient. Seriös? Ich weiss nicht.
>Im Zusammenhang mit der Börse und einer breiten Öffentlichkeit halte ich die "Astrologie" - sofern sie das dann noch ist - tatsächlich für ein konstruktivistisches System.
>herzlichen Gruß
>Gerhard
>Das ist leider nicht ganz richtig. Wenn ein System mit relativ wenig Kapitalaufwand betrieben wird, d.h. z.B. 100.000 EUR gegenüber einem Marktvolumen von täglich 100.000.000 EUR eingesetzt werden, dann wird der Markt in fast keiner Weise beeinflusst.
Die Vorhersagen können die Kurse nur beeinflussen, wenn eine Mehrzahl an Marktteilnehmern an diese glaubt und annähernd gleichzeitig handelt. Aktuelles Beispiel: Eine Analystin, die schon 1987 den Crash vorhergesagt hat spricht seit Monaten von einem Crash, der sich noch dieses Jahr ereignen wird. Die Börse (DAX) ist aber seit dem Frühjahrstief um über 55 % gestiegen- trotz der Aussage der Analystin und obwohl viele Marktteilnehmer Ihre Prognosen lesen.