Re: Zukunft beeinflussen an Hotel Noir(2)
Geschrieben von BBouvier am 18. September 2003 18:46:40:
Als Antwort auf: Re: Zukunft beeinflussen an Hotel Noir geschrieben von HotelNoir am 18. September 2003 18:19:30:
Lieber Hotel!
>>Man könnte genau berechnen wo Du die Autobahn verlässt indem man folgende Faktoren miteinbezieht: Deine Gene, Deine Prägung, Deine momentane Lebenssituation und womöglich noch den Strassenzustandsbericht.>>
Ja, mag sein.
Aber die Sache mit den Sehern hat ja ne ganz andere Dimension.
Nostradamus nennt z.B. (1555) den Namen der Brigg, auf der
Napoleon 1815 von Elba floh.
Da versagt sowas.
Er hat die wohl einfach vom Rumpf abgelesen.Dein
BB
>>Lieber Hotel!
>>Ja, da stimme ich Dir zu.
>>Diese Problematik ist echt verzwackt.
>>Wenigstens meint man, bei sittlichen Forderungen sich entscheiden zu können.
>>(Wenn man nur Marionette der Prägung oder der Hormone wäre, dann gäbe es aus bewusst bösen Taten auch keine "Folge" für den Täter nach dessen Ableben.)
>>Auch, ob jemand bei Kassel Nord schon rausfährt, oder erst Kassel Mitte, scheint ins Ermessen des Fahrers gestellt zu sein.
>>Wie dem auch sei:
>>Es steht nirgends geschrieben oder ist festgelegt, dass ich Kassel Mitte die Autobahn verlasse.
>Lieber BB,
>Man könnte genau berechnen wo Du die Autobahn verlässt indem man folgende Faktoren miteinbezieht: Deine Gene, Deine Prägung, Deine momentane Lebenssituation und womöglich noch den Strassenzustandsbericht. Man könnte, aber ich wüsste niemanden der dazu in der Lage wäre. ;-)
>Grüsse HotelNoir
>
>>Oder verlassen muss.
>>Das ist- wenigstens subjektiv - offen.
>>Tatsache ist, dass ein Seher "weiss", dass ich Kassel Mitte rausfahre.
>>Weil er gesehen hat, dass ich nun mal so handle.
>>Und insofern ist es ein (verzeihlicher) Trugschluss, zu meinen, das läge fest.
>>Und man könne geschaute Zukunft(für den Seher Gegenwart oder Vergangenheit) ändern.
>>Wenn der sieht, dass ein Baum umgefallen ist, dann liegt der eben da.
>>Und jeder andere Seher kann nur das selbe sehen.
>>Der Baum liegt ja da.
>>Gäbe es beliebig viele Varianten, dann hätten wir wohl kaum einen Kanon von Schauungen, die jeweils Teile der gleichen Zukunft sind.
>>Da gäb es welche, in denen Deutschland nie einen 1.WK geführt hätte, mit entsprechend anderer Zukunft.
>>Aber solche liegen eben nicht vor, und die französischen Schauungen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sind korrekt bis zum heutigen Tage.
>>Oder nimm mal z.B. die "Mongolische von 1890".
>>Oder die Feldpostbriefe.
>>Dein
>>BB
>>
>>>>Künfiges, das in der Hand menschlicher Willensfreiheit liegt, das liegt nicht fest.
>>>>Ich kann mit dem Auto oder mit der Bahn zur Arbeit fahren, z,B.
>>>>Wenn ein Seher sieht, DASS ich mit dem Auto fahre, dann WIKT das nur so,
>>>>als "müsse" ich morgen mit dem Auto morgen fahren.
>>>>Wenn ich die Bahn genommen hätte, dann hätte der natürlich DAS gesehen.
>>>>BB
>>>Hi BB,
>>>man müsste Willensfreiheit mal definieren. Gehirnforscher gehen längst nicht mehr von bewussten Entscheidungen aus. Willensfreiheit ist so gesehen nicht menschlich, sondern einfach eine Assymetrie in der evolutionären Entwicklung. Es kann deshalb durchaus eine Zukunft geschaut werden, die nicht eintrifft, doch sind es nicht Menschen die die Zukunft verändert haben sondern die Natur.
>>>Grüsse HotelNoir
>>>Die Überzeugung, frei entscheiden zu können, ist der Kern unseres Seins: Der freie Wille unterscheidet den Mensch vom Tier.
>>>Doch im Gehirn - dort wo seit langem der Geist im Körper vermutet wird - ist davon nichts zu finden. Im Gegenteil: Je besser die Forschung die komplexen Prozesse im Gehirn versteht, desto weniger bleibt übrig von der Vorstellung "ein freier Mensch" zu sein.
>>>Nach dem gegenwärtigen Stand der Hirnforschung ist klar: Das Gefühl eine Entscheidung getroffen zu haben, ist nicht mehr als Einbildung. "Neurobiologisch gesehen gibt es keinen Raum für Freiheit". Sagt Wolf Singer, Direktor des Max-Plank-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt. "Das was wir als freie Entscheidung erfahren, ist nichts als eine nachträgliche Begründung von Zustandsveränderungen die ohnehin erfolgt wären."
>>>Sein US-Kollege Michael Gazzangie formuliert es provokanter: "Wir sind die letzten, die erfahren, was unser Gehirn vorhat." Dass dies so ist, habe eine lange Reihe von Experimenten bewiesen.
>>>Sein Kollege Benjamin Libet will sogar den zeitlichen Abstand zwischen dem vermeintlichen Willensentschluss und einer Handlung gemessen haben: Das Gefühl, eine Bewegung absichtlich ausgeführt zu haben, sagt er, stellt sich exakt 350 Millisekunden nach der Bewegung ein. (Quelle: dpa Frankfurt)