Aber nicht alles, was Gott in die Schuhe geschoben wird, ist wahr

Geschrieben von Elias Erdmann am 02. August 2003 23:34:33:

Als Antwort auf: Gott ist die Wahrheit. geschrieben von Guerrero am 02. August 2003 22:09:03:

Hallo Guerrero

>Es gibt den "Gottlosen". Denjenigen, der an keinen Gott glaubt.

Und es gibt auch solche, die an einen kleinen Gott glauben - an einen eifersüchtigen, zornigen Gott, der angebetet werden will, der eifersüchtig seine Geschöpfe betrachtet, der sie mit unsinnigen Geboten gängelt und der Angst hat, dass sie sich entwickeln könnten.

Ist jemand, der nicht an diesen kleinen Gott glaubt, gottlos?

Der Kleingläubige wird den Glauben eines anderen an seinem kleinen Glauben messen. Wird er seinen kleinen Glauben beim anderen wiedererkennen, so wird er den anderen für gläubig halten. Wird er ihn nicht wiedererkennen, so wird er den anderen für gottlos halten. Und so mag er verleicht den, der an einen großen Gott glaubt, für gottlos halten - weil er selbst den großen Glauben nicht erfassen kann.

> Gott ist nicht zu beweisen.
> Auch die Nichtexistenz ist nicht zu beweisen.

Wohl aber die Absurdität mancher Vorstellungen.

> Gott will gesucht werden. Ernsthaft.

Davon gehe ich auch aus - und an dieser Suche wachsen wir.
Und damit wir ihn suchen können, mussten wir ihren verlieren.

Das ist kein Fehler im System, keine Auflehnung, keine Verführung, keine Boshaftigkeit, sondern eine Notwendigkeit.

> Dann laesst er sich finden.

In so kleinen Portionen, wie wir sie fassen können. Daher sollten wir daran arbeiten, unser Fassungsvermögen zu erweitern.

> Dann laesst Er sich erfahren. Erleben.
> Gott naeher zu kommen heisst der Wahrheit naeher zu kommen.
> Und auch der Liebe. Der Goettlichen Liebe.

Doch es ist ein Unterschied, sich Gott nahe zu fühlen und Gott nahe zu sein.

Denn von manchen Menschen, die sich Gott nahe fühlten, wurden auch Irrtümer verbreitet und manche predigten Hass - im festen Glauben erwählt zu sein.

>Zum Gehorsam:
>Wenn du Gott naeher kennenlernst, dann erkennst du, dass seine
>Gesetze der Liebe entspringen und nur seinen Geschoepfen nutzen.

Doch manche Regeln, die von irgendwelchen Menschen Gott in den Mund gelegt wurden, entspringen nicht dieser Liebe und sie nützen nicht seinen Geschöpfen.

Die größte Offenbarung der göttlichen Regeln ist für mich die Schöpfung selbst. Wie klein sind dagegen irgendwelche Priesterschriften, die sagen "wer dieses oder jenes tut, der sei verflucht"? Und an der Welt, die uns umgibt, können wir prüfen, was eine Regel taugt. Aus der Prüfung ergibt sich die Begründung der resultierenden Ethik ganz von selbst. Die Prüfung unter Realbingungen ist der Maßstab für gut und böse. Und deshalb sind wir hier.

Wir sitzen hier mitten im Baum der Erkenntnis.

Die materielle Welt, in der wir leben, ist ein unerbitterlicher Prüfer. Jeder Fehler wird irgendwann aufgedeckt. Jede Schwäche wird offenbar. Viele Menschen mögen diesen Prüfer nicht, weil er auch ihre Schwächen aufdeckt, weil er ihre "guten Weltbilder" als Illusion enttarnt.

Und so bezeichneten sie den Prüfer als "böse" - als einen Widersacher des Gottes, den sie nach ihrem Ebenbilde geschaffen hatten.

Viele Grüße

Elias

PS. Vermutlich werden sich jetzt wieder einige aufregen und mir alles mögliche unterstellen - ich bis´s gewohnt und kann damit leben ;-)








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