Hitzestau in Europa - Jetzt taut das ewige Eis
Geschrieben von Nick am 16. Juli 2003 08:30:07:
Als Antwort auf: NACHRICHTEN (o.T.) geschrieben von Nick am 16. Juli 2003 08:28:46:
Zürich/Rom/Paris (dpa) - Die hartnäckige Hitze in Europa beeinträchtigt immer stärker die Natur und den Alltag der
Menschen. In den Alpen taut das ewige Eis - «eine neue Gefahr», wie Wissenschaftler meinen. In Italien stehen die
Stromnetze vor dem Zusammenbruch. Obst und Gemüse verteuert sich rasant. In Österreich sind bis zu zwei Drittel
der Ernte gefährdet. Im Herzen von Paris soll mit 3000 Tonnen Sand ein künstlicher Badestrand an der Seine gebaut
werden.Die Dürre-Schäden in der Landwirtschaft haben in Italien die Spekulanten auf den Plan gerufen. Die Preise für Obst und
Gemüse seien innerhalb weniger Tage um bis zu einem Drittel gestiegen, berichteten italienische Zeitungen am
Dienstag. Sollte die derzeit herrschende Dürre noch mehrere Wochen andauern wird mit Ernteschäden in
Milliardenhöhe gerechnet.Vorerst sei es noch nicht nötig, den Notstand auszurufen, teilte der Zivilschutz mit. Besonders dramatisch ist die Lage
aber bereits im Piemont, der Emilia-Romagna und auch im Latium mit der Hauptstadt Rom, wo es teilweise seit fast
drei Monaten keine nennenswerten Niederschläge gegeben hat. Die Hitze treibt auch die Nachfrage nach Strom hoch,
während die italienischen Elektrizitätswerke wegen Wassermangels Probleme beim Nachschub bekommen.Die Großwetterlage verheißt weiter Hitze und Trockenheit für Italien, auch wenn einige Gewitter in den Alpen ein wenig
Nachschub für die Flüsse versprechen. In immer mehr Kirchen wird um Regen gebetet. Am Sonntag hatte die Diözese
Rovigo den Anfang gemacht, prompt gab es am Montag etwas Niederschlag. In der Diözese Mantua sind jetzt die
Gläubigen zur Teilnahme an ähnlichen Gebeten aufgerufen worden.Im Süden und Osten Österreichs sind wegen der ungewöhnlichen Dürre 60 Prozent der Ernte gefährdet. Im Bundesland
Kärnten, das schon im vergangenen Winter von extremer Trockenheit heimgesucht worden war, muss mittlerweile Strom aus dem Ausland geliefert
werden. Bei Kaprun wurde die Leiche einer vor rund 50 Jahren verunglückten Bergsteigerin gefunden. Durch die große Hitze sei der Gletscher so weit
zurückgewichen, dass der mumifizierte Leichnam freigegeben wurde.In der Schweiz sind wegen tauender Gletscher Bergsteiger gefährdet, sagte Toni Fux, Präsident des Schweizer Bergführerverbandes, dem
«Tages-Anzeiger» in Zürich. Das Auftauen des ewigen Eises sei eine neue Gefahr, für die es noch kein Erfahrungswissen gibt, sagte der Zürcher
Geographie-Professor Wilfried Haeberli. Felswände, die von Jahrtausende altem Eis gestaltet und fest gehalten wurden, würden brüchig. Die Gefahr von
Eisbrüchen, Steinschlag und Felstürzen steige.Mit den Temperaturen steigt die Ungeduld bei den Einwohnern in Paris. Bürgermeister Bertrand Delanoë hatte für diesen Sommer die Einrichtung eines
Strandes mitten in der Stadt versprochen - des «Paris Plage». In der Nacht zum Mittwoch sollte der Transport von etwa 3000 Tonnen Sand, 300 blauen
Liegestühlen und 240 Sonnenschirmen an die Seine-Quais beginnen. Palmen werden aufgestellt. Drei Nächte lang sind die Techniker im Stress. Am
Sonntag soll das Pariser Strandleben starten.Auf Mallorca und Menorca wurde zum vierten Mal in den vergangenen Wochen ein neuer Rekord beim Stromverbrauch aufgestellt. Grund seien die vielen
Klimageräte in Büros und Privathaushalten, teilte das balearische Elektrizitätsunternehmen Gesa mit.In Polen hingegen scheint der Regenschirm zum ständigen Begleiter dieses Sommers zu werden. Nur die künstliche Palme, die seit Monaten auf einer
zentralem Punkt der Warschauer Innenstadt tropisches Ambiente verbreitet, erinnert derzeit an den Sommer. Die jungen Frauen, die auf der Flaniermeile
Nowy Swiat in Mini-Röcken Bein zeigen, tragen zum knappen Röckchen langärmlige Pullover statt bauchfreier Tops.
- Obstmenge Zwobbel 16.7.2003 10:07 (1)
- Re: Obstmenge Nick 16.7.2003 10:48 (0)