"Das kann man mit dem Fall der Mauer vergleichen" ;-)

Geschrieben von franz_liszt am 28. Mai 2003 20:26:30:

Als Antwort auf: NACHRICHTEN (o.T.) geschrieben von franz_liszt am 28. Mai 2003 01:42:34:

Hallo Foris,

irgendwann musste es ja passieren - aber in München? ;-)

Gruß franz_liszt

Mittwoch 28. Mai 2003, 19:01 Uhr
München gegen Microsoft als Betriebssytem auf städtischen
PC's

München (Reuters) - Die Stadt München hat sich bei der Wahl des
Betriebssystems für ihre 14.000 Computer gegen den bisherigen Lieferanten
Microsoft entschieden.

Der Münchener Stadtrat beschloss am Mittwoch, statt des jetzt verwendeten
Systems Microsoft Windows ein auf einer offenen Entwicklungsplattform
basierendes System (Open-Source-Produkt) zu installieren. Er sei mit seiner
Entscheidung einem Antrag von Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) gefolgt,
teilte die Stadtverwaltung am Nachmittag mit. Ude begrüßte in einer ersten
Reaktion die Entscheidung
des Stadtrats. Damit sorge
München nicht nur für
größere
Hersteller-Unabhängigkeit,
sondern auch für mehr
Wettbewerb im
Software-Markt, erklärte
Ude.

Auch wenn die endgültige
Vergabeentscheidung erst
bis zum Frühjahr 2004 fallen
soll, läuft damit alles auf das
Windows-Konkurrenzprodukt
Linux hinaus. Die fränkische
Firma Suse, die Linux
anbietet, hat sich
gemeinsam mit IBM (NYSE: IBM - Nachrichten) um den prestigeträchtigen
Großauftrag im stark wachsenden Markt für öffentliche Aufträge beworben.

"Das kann man mit dem Fall der Mauer vergleichen", kommentierte Suse-Vorstandschef Richard Seibt im Gespräch
mit der Nachrichtenagentur Reuters die Grundsatzentscheidung. "Ich denke, das ist die größte Entscheidung im
Bereich E-Government in Europa, vielleicht sogar in der ganzen Welt."

Bereits die vor kurzem getroffene Entscheidung der Stadt Schwäbisch Hall für die Linux-Installation an 350
Arbeitsplätzen hatte große Wellen geschlagen. In Niedersachsen sollen nach Angaben des Innenministeriums ab
dem kommenden Jahr 11.000 Polizei-Rechner von Windows auf Linux umgestellt werden.

Experten rechnen damit, dass der Markt für die Ausstattung von Behörden und sonstigen staatlichen Einrichtungen in
den kommenden Jahren stark wachsen wird, da immer mehr Prozesse digital und über das Internet abgewickelt
werden.

Das jedermann zugängliche Linux ist bei Betriebssystemen der einzige ernst zu nehmende Konkurrent von Windows.
Es war Anfang der 90er von dem finnischen Studenten Linus Torvalds entwickelt worden, der es später im Internet
veröffentlichte und alle Programmierer aufforderte, es weiter zu entwickeln. Die Kernsoftware selbst kostet den
Anwender wenig oder gar nichts.



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