Re: Sehr gut (o.T.)
Geschrieben von Kober am 20. Mai 2003 11:01:57:
Als Antwort auf: @ Ephistokeles - bei allem Respekt vor Deiner Überzeugung geschrieben von wikking am 19. Mai 2003 09:28:01:
>Guten Tag Ephistokeles,
>ich halte es für richtig und für OK, wenn man zwischendurch in einem Proph-Forum immer mal wieder geistige Ansätze bringe, die einen Leser inspirieren mögen.
>Diese Inspirationen sollten eigene Erfahrungen sein, Erlebtes und Ge-Lebtes, Durch-Lebtes, also Ein- und Um-Sichten, die von e i g e n e n Reife-Prozessen zeugen und und daher inspirieren können.
>Wie willst Du Menschen durch Texte berühren, durch immer und immer wiederkauende Wiederholungen von immer denselben Themen?
>Du kannst nur helfen und inspirieren, wenn Du selbst etwas durchlebt und verwirklicht hast. Wenn nicht, dann langt ein einmaliger Hinweis auf etwas, was noch ansteht, oder auf ein Buch oder sonstwas ... alles andere ist "krampfhaftes Missionieren" und bewirkt das Gegenteil, als es soll.
>Dies kennen wir vom erhobenen Zeigefinger der abgeblich christlichen Pfaffen, die in der Kanzel von Liebe predigten und sich im kleinen Zimmerchen danach mit jungen Knaben vergnügten, sicher nicht zu deren Erbauung !
>Ich habe Respekt vor Deiner Überzeugung, Ephistokeles, doch die Texte, die Du ständig postest, berühren mich nicht, weil sie im Bewußtsein einer gänzlich vergangenen Epoche entstammen. Da ist nichts von jenem glühenden Feuer der Suche nach der göttlichen Flamme enthalten, das in wirklich geistigen Texten das Herz und die Seele des Lesers in echte Höhen erheben kann - und danach nicht nur inneren Frieden, sondern auch den Samen zu einer e c h t e n Transformation gelegt hat.
>In Deinen Texten stehen Aufforderungen und gebetsmühlenartige Wiederholungen, wie niedrig das Bewußtsein des Menschen doch ist. Doch ohne jedes Leben dahinter, ohne die Lebendigkeit des göttlichen Geistes, der wirklich das Vergänglichkeits-Bewußtsein des Menschen in eine neue Stufe zu erheben vermag.
>Deine Texte hinterlassen bei jemanden, der sie zufällig entdeckt (und gar nicht auf einem Pfad ist) eher Widerwillen, weil es sich unangenehm an die pseudo-christliche Überheblichkeit erinnert fühlt. Bei den meisten Suchern nach der Wirklichkeit werden sie Leere hinterlassen, weil die Tiefe und die Berührung des Ananda in ihnen fehlt, das Agni (das Göttliche Feuer), das uns wirklich inspiriert, uns zu wandeln und zu erkennen. Nur ein Sucher, der g e n a u diesen Pfad von B.D.beschreiten möchte, mag sich davon inspiriert fühlen (wie Du eben) - und nicht nur Worte erkennen, sondern auch Lebendigkeit dahinter. Doch wieviele sind das ?
>In der Zeit, der wir uns mit riesigen Schritten nähern, Ephistokeles, sind keine Phrasen mehr gefragt, die jemand empfangen hat (selbst wenn sie Wahrheit enthalten ), sondern das eigene Erleben und das Erwachen der Seele. Es geht nicht nur darum, das eigene Bewußtsein zu erheben, es geht darum, diese Geistigkeit "herabzubringen" in unsere Welt, durch das eigene Leben, durch die Erfahrungen, durch all die tiefen Täler, die wir selbst im Bewußtsein des EINS-seins mit dem All-Geist durchwandern dürfen.
>Die Sprache hat ihre Bedeutung wahrlich verloren, um "göttliche Durchgaben" weiterzugeben, ist sie doch nur ein Ausdrucks-Mittel des denkenden Verstandes. Sage oder schreibe e i n einziges Wort - und schon ist 50% "Falschheit" dabei, weil das Wort niemals exakt etwas wiedergeben kann ... und ein anderer MEnsch es sowieso total anders auffasst. Sprich z.B. von "Liebe" und meine göttliche Liebe damit, die meisten denken an "Beziehungs-Kisten", an "Bindung", an Sexualität, vielleicht noch an Mutterliebe oder ähnliches. Wer ist wirklich imstande, die wirklich selbstlose Liebe zu b e s c h r e i b e n, jene vor Macht vibrierende Lichtflut, der wir uns in den Momenten tiefster Innigkeit nähern dürfen, wohlwissend, daß wir ihre gänzliche Fülle noch nicht ertragen könnten, ohne darin zu verbrennen?
>Nur wenn Du eine bestimmte Erfahrung Dein eigen nennen kannst, dann sprich über etwas, weil dann die Worte mit dieser Erfahrung aufgeladen sind.
>Doch nur Texte zu rezitieren .. bzw. einfach zu posten, das ist ist Banalität, die nicht innerlich berührt, sondern Leere hinterläßt.
>Die Berührung der Göttlichkeit kann nicht durch Worte wiedergegeben werden, ohne massiv entstellt zu werden. In diesen Zeiten sollten wir das Instrument der Schöpfung werden, o h n e Worte, aus der Stille heraus, in welcher die Unendlichkeits-Fülle liegt, wenn man sie aufrichtig sucht.
>Spürst Du nicht, daß Du auf diese Weise nicht befreiend und reinigen wirkst, wie Du vielleicht gern möchtest, sondern schrecklich aufdringlich, von Deiner Mission nahezu besessen und den Namen Christi für diese Aufdringlichkit mißbrauchend?
>Ich fühle mich unangenehm an Stefan Parlow erinnert ... ich denke, Dein Ansinnen ist jedoch aufrichtig. Warum kreierst Du nicht eine eigene Homepage und stellst die Texte hinein?
>Dann kann sie ein Interessierter lesen.
>Solange Du mit dieser Aufdringlichkeit eine Botschaft verbreitest, verfälscht Du vollständig einen eventuellen Wahrheits-Gehalt. Du machst Dich damit genausowenig zum Instrument Christi, wie es die Inquisition war (verzeih mir den Vergleich ... ich vergleiche Dich sicher nicht mit einem Folterknecht). Nein, Du suchst Dir eine "Mission", an die Dein Ego glaubt, welches daran zu wachsen versucht und schrecklich enttäuscht wird, wenn es nicht ernst genommen wird.
>Das menschliche Bewußtsein ist derart voll von Fallen und Sackgassen dieser Art, daß man wirklich vom Missionieren die Finger lassen sollte, sonst wird man razzeputz zum Sklaven seiner eigenen Mission. Dann plappert man von Christus daher, der in diesen Worten nichts anderes mehr ist als eine leblose Götze, ein Luftballon der eigenen mentalen Vorstellung, der platzt, wenn ein anderer ihn ansticht, oder eine Gips-Götze, schwer, unbeweglich, ohne Leben, ohne Liebe.
>Doch genau das sollte Christus eigentlich nicht sein.
>Was mich weiterhin äußerst unangenehm berührt, ist dieser Mißbrauch des chistlichen Namens im Sinne von: "Ich bin der Einzige - und wer nicht an mich gaubt, der fährt zur Hölle!"
>MANN, was für aufgeblasene Vorstellungen eines verdrehten Un-Glaubens.
>Sorry, hier dreht sich mir nicht nur der Magen um, sondern jede innere Feinheit zieht sich vor solch grobem Umfug zurück. Als wenn die Kirche nicht schon jahrhundertelang entsprechende Aussagen zu ihren Un-Taten und geistigen Entmündigungen verwendet hätte ????
>In unserer Zeit der Wende, in der wir gnadenvoll leben, ist nicht "ein Retter" gefragt, sondern die Hinwendung des menschlichen Bewußtseins an die göttliche Wahrheit und Wirklichkeit. Die exakte Nachfolge Christi ist sicher einer der Wege. Doch dann folge ihm nach, bitte. Er selbst hat wohlweislich k e i n e Texte hinterlassen, die mißgedeutet hätten werden können. Er lebte aus der direkten göttlichen Fülle. Das gilt es in unserem individuellen Leben zu verwirklichen, das EINS-Sein mit dem All-Sein, von dem Jesus stets sprach.
>Nicht ein rezitieren von Phrasen und Durchgaben.
>Gehe hinein in Dein Leben, Ephistokeles, und das kannst Du auch jedem anderen raten, und lerne aus jeder einzelnen Situation, das Göttliche Wirken zu erkennen und das alten menschliche Verhaftetsein zu demaskieren, indem Du keine einzige unbewußte Regung (in Tat und Gedanken) mehr zuläßt.
>Das wird Dich (und uns alle) dem Wirken der Gottheit näher bringen, als alte Texte in alter Sprache.
>Ich hoffe, Dich ein wenig berührt zu haben.
>Möge Dich die Wirklichkeit hinter den verfälschenden Worten berühren!
>wikking