Re: Montags Demo in Leipzig beginnt wieder der Umbruch naht
Geschrieben von katzenhai2 am 07. Mai 2003 01:37:45:
Als Antwort auf: Re: Montags Demo in Leipzig beginnt wieder der Umbruch naht geschrieben von BBouvier am 07. Mai 2003 00:41:44:
>> Aber hast Du nicht auch den Eindruck, dass "die da oben"
>> am Volk vorbeiregieren, und dass ihnen vor allem Selbstdarstellung
>> wichtig ist und die netten Pöstchen sowie die Bezüge dazu?Aber sicher. Ich verstehe das aber unter typisch menschlich. Und ich glaube es geht schneller als die meisten hier denken, wie aus einem Menschen von der Straße (oder gar sie selber) ein solcher "Politiker" werden kann.
Also wozu nun ne Revolution anzetteln, selbst wenn sie friedlich sein sollte? Eine Revolution ist ja nunmal kein pappenstil. Da herrscht am Anfang immer ein Chaos und wird von unliebsamen Leutchen genutzt werden, um ihre Interessen durchsetzen zu können. Eine Revolution ist immer mit Vertrauen verbunden, nie mit Sicherheit. Sorry, aber es ging ja hier um Revolutionen und darauf wollt ich mich halt beziehen.
Vor allem da das Verhältnis nicht stimmt: Einige tun ja gerade so, als wenn die hälfte der deutschen am Hungertuch nagen würden und die Politiker sich den Wanst vollstopfen würden. Aber nen PC habse noch oder wie kommen sie hier ins Forum?
Und was soll danach sein?? Als wenn es an "den" Politikern liegen würde, die "jetzt im moment" dort in Berlin sind. Was will man da machen, die austauschen? Und dann soll plötzlich alles anders werden? *LOOOOOOOOOOOOOOOOOL*Aber seien wir doch mal ehrlich:
Jeder hier würde das für sich am besten geeignetste herausholen.
Das wirkliche Problem sind doch nicht die Politiker oder eben die Menschen, die die Posten bekleiden, sondern die Gesetze und Institutionen in diesem Land, die diesen Politikern die Hände binden! Zum einen gut, weil soetwas kontrolliert, daß nicht einer machen kann was er will, zum anderen schlecht, weil man so von zu vielen Abhängig ist und nur demokratisch etwas durchsetzen kann, was auch die Mehrheit beschließt. Und eine Mehrheit unter einen Hut zu bringen ist verdammt schwer. Da gehören Gewerkschaften zu und wat weiß ich nicht noch alles. Und dann die anderen Parteien, Oppositionen, die ja schon aus Prinzip nicht den Vorstellungen der derzeitig regierenden Partei nachgeben können. Menschen halt. Oder schlimmer: Idealisten. Sowas wird sich nie ändern und kann sich auch nicht ändern. Außer es gibt wieder nen Gutsherr, aber auch der macht dann nachher das was er will, auch wenn er seine egoistischen Vorhaben in schönklingenden Wörtern wie "Volksvorhaben" unterbringt.
Was mich dabei halt nur immer wundert ist daß es so viele gibt, die immer wieder darauf hereinfallen. Besonders in dieser paranormalen Szene.
Und wenn einem so viele Steine in den Weg gelegt werden dann vergeht einem eben mal schnell die Lust am regieren. Denn es ist dann kein regieren mehr sondern nur noch ein elendiger Kampf um seine Ideale, was am Ende in einen Kampf um Selbstverherrlichung endet und dann sind wir da wo wir jetzt sind.
Ich denke es gibt verdammt viele, die voller Idealer und Enthusiasmus an die Sache rangehen und Politiker werden wollen. Aber die bekommen dann mit der Zeit eben mit, daß sie als Politiker nicht viel zu melden haben und daß das durchsetzen ihrer Ideale sich zu einem Wunschtraum entwickelt, weil es zu viele Leute gibt die zu viele verschiedene Ansichten besitzen und jeder nur seine Ideen durchbringen will. Gegeneinander statt miteinander.
Das passiert immer dann wenn es den Leuten zu gut geht.Es gibt aber auch wirklich kein Land, wo nicht über die Politiker geschimpft wird. Und wo es wirklich nicht getan wird da darf man es nicht, sonst wird man einkassiert. Da gabs doch mal ne Umfrage in der herauskam, daß die Deutschen am meisten mit allem unzufrieden sind, egal um was es geht.
Ich denke es liegt einfach daran, daß niemand den Mumm hat richtig was durchzuziehen, auch ruhig mal was auszuprobieren. Politiker sind eben auch nur Arbeitnehmer. ;-)Wonach die Menschen verlangen ist doch ein Symbol; ein Bild einer Persönlichkeit, der sie nacheifern können. Eine Person, die voller Ideale ist und sich für alle anderen aufopfert, sein eigenes Leben für das Volk geben würde. Soetwas gibt es in diesem Land nicht mehr und deshalb wird rumgemault. Sinds wirklich die Arbeitslosen? Sinds wirklich die Renten? Es geht doch hierbei mehr um das fehlende Bild einer integralen Persönlichkeit. Ein Gottähnliches (König/Kaiser/Erlöser), dem man nacheifern kann. Ein Held, der das Volk von seinen "Qualen" erlöst (*fg*). Und solange diese Vorstellung, dieses noch instinktive Verlangen da ist, solange wird es keine perfekte menschliche Gesellschaft geben können. Denn es ist der Kampf des Menschen mit sich selbst, den er im Außen versucht zu gewinnen. Ich sehe hierbei evolutionsgeschichtliches, soziales Anliegen des Menschen als Auslöser, weshalb er kämpft und andere ausbeutet etc. Daher wird es keinen perfekten Staat geben können. Niemand wird sich selber opfern, solch einen Menschen wird man höchstens in einem Jesus oder Buddha finden, aber solche Leute werden sich dann niemals dazu hinreißen lassen und einen Staat regieren. ;-)
Und die tollen "Helden", von denen man glaubte sie seien diese Helden haben sich nachher als noch tyrannischer herausgestellt.Ich kann jedenfalls eines sagen: Ich bin mit dem jetzigen Bild zufrieden. Das ist nämlich typisch deutsch, was hier abläuft. Deutscher gehts nun wirklich net mehr. :-))
- Re: Montags Demo in Leipzig beginnt wieder der Umbruch naht BBouvier 07.5.2003 14:18 (2)
- wie sollen wie jemals aus den schlamasel heraus kommen Acedcool 08.5.2003 01:12 (1)
- Re: wie sollen wie jemals aus den schlamasel heraus kommen katzenhai2 08.5.2003 01:38 (0)