N: Regelung der Globalisierung ist notwendig

Geschrieben von Hubert am 03. Mai 2003 09:58:00:

Als Antwort auf: Nachrichten geschrieben von Swissman am 03. Mai 2003 02:33:13:

Regelung der Globalisierung ist notwendig, versichert Papst Johannes Paul II.

Mehr Demokratisierung und politische Nachvollziehbarkeit

VATIKAN, 2. Mai 2003 (ZENIT.org).- Das Problem sei nicht die Globalisierung, sondern das Fehlen wirksamer Mechanismen, die sie in die richtige Richtung lenken, meint Papst Johannes Paul II., der daher vorschlägt, "eine neue Organisation der gesamten Menschheitsfamilie" zu schaffen.

In einer am Freitag auf Englisch gehaltenen Ansprache erörterte der Papst das Thema der ‚Lenkung der Globalisierung (Governance of Globalisation)', als er etwa siebzig Wissenschaftler, Schriftsteller, Philosophen, Wirtschaftsexperten, Soziologen und Juristen aus aller Welt empfing, die alle Mitglieder der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften sind.

"Der Prozess, durch den Kapital, Güter, Informationen, Technologie und Wissen ausgetauscht werden und in der ganzen Welt zirkulieren, ist nicht selten den traditionellen Kontrollmechanismen der Regierungen und internationalen Organisationen entzogen", stellte der Papst zu Beginn seiner Ansprache fest.

"Einzelinteressen und die Anforderungen des Marktes werden oft dem Gemeinwohl vorangestellt. Das könnte dazu führen, dass die schwächsten Glieder der Gesellschaft ohne angemessenen Schutz auskommen müssen und ganze Kulturen und Völker sich einem erschöpfenden Ringen ums Überleben ausgesetzt sehen", sagte der Papst zu den geladenen Akademikern, unter denen sich auch einige Nobelpreisträger für Wirtschaft befanden.

"Es ist überdies beunruhigend, zusehen zu müssen, wie die Globalisierung die Lage der Armen nur noch verschlimmert, da sie nicht genügend dazu beiträgt, den Hunger, die Armut und die soziale Ungleichheit zu beseitigen und die Erhaltung der Umwelt verfehlt".

"Diese Aspekte der Globalisierung können extreme Reaktionen hervorrufen, die wiederum zu radikalem Nationalismus, religiösem Fanatismus und sogar zu Terroranschlägen führen können", erklärte er.

"Daher gibt es keinen Zweifel, dass Richtlinien gefunden werden müssen, welche die Globalisierung fest in den Dienst wahrer menschlicher Entwicklung einbinden - und zwar die Entwicklung jedes Einzelnen und der ganzen Person unter voller Achtung seiner Rechte und der Würde aller Menschen".

"Der wahre Erfolg der Globalisierung wird daran bemessen werden, inwieweit sie jedem Einzelnen die Möglichkeit verschafft, an grundlegenden Gütern wie der Nahrung und Wohnung, an Bildung und Arbeit, an Frieden und sozialem Fortschritt sowie an wirtschaftlicher Entwicklung und Gerechtigkeit teilzuhaben".

"Doch kann dieses Ziel nicht ohne eine Lenkung durch die internationale Staatengemeinschaft und ohne angemessene Reglementierung seitens des Systems der Weltpolitik erreicht werden".

Daher sei der Moment gekommen, "zur Errichtung einer neuen Organisation der gesamten Menschheitsfamilie zusammenzuarbeiten, einer Organisation, die im Stande sein sollte, den neuen Anforderungen einer globalisierten Welt zu entsprechen".

"Das bedeutet jedoch nicht, dass ein ‚globaler Superstaat' geschaffen werden soll, sondern dass die bereits eingeleiteten Prozesse zur Stärkung der demokratischen Partizipation und zur Förderung politischer Nachvollziehbarkeit und Verantwortung fortgesetzt werden".


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