Von Mr.X aber nicht die Sinne vernebeln lassen :-)
Geschrieben von Micha aus dem Süden am 28. April 2003 12:13:43:
Als Antwort auf: Re: Nebel als Grund für Unsichtbarkeit ?- Duddetext von 1955 geschrieben von Kuddel am 28. April 2003 11:30:02:
Hi Knuddel, Gruß vom Dorf ins Tal :-)
Hier im Dorf sind übrigens mehr Leute mit Vorbereitungen beschäftigt, als ich gedacht habe! Am Telefon demnächst mehr Infos dazu...Was den Nebel, den Kometen und Planet X angeht:
Die einzig "Nebel" ausstoßenden Himmelskörper, die in Nähe von Sonne und Erde gelangen, sind Kometen. Ein Gas- und Staubschweif verrät einen Kometen aber eher, als er ihn verbirgt: der nur wenige km große Kometenkern würde als Lichtpünktchen erst in großer Nähe zur Sonne überhaupt auffallen - und auch dann nur in größeren Teleskopen. Nun schmilzt aber das gefrorene Gas des Kometenkerns in Sonnennähe, reißt feste Partikel mit und es bildet sich der berühmte Schweif, der ein VIELFACHES größer ist, als der Komet selbst. Gas und Staub leuchten hell (!) im Sonnenlicht. Sollte Mister x also ein Komet sein, würde der Nebel ihn verraten, nicht verbergen. Der Nebel wäre übrigens nicht rot, wie die Zeta-Beobachter behauptet haben: für unsere Augen wäre er immer weißlich/milchig. Einzig Fotografische Platten oder elektronische Kameras könnten den Schweif in Farbe aufnehmen - und dann wäre er bläulich und weiß, wie bei vergangenen Kometen (und dafür gibt es physikalische Gründe - Lichtbrechung, -streuung und so was). Rot leuchtet allein floureszierender Wasserstoff - und den gibt es in großen Ansammlungen auf der Ebene des "galaktischen Äquators" - so wie z.B. der Orionnebel. Aber nicht als kleines Wölkchen im Anflug auf die Sonne ;-)
Sollte Mr.X ein "Planet" sein, hätte er ja eine feste Bahn um die Sonne (gehabt). Was hätte ihn da rausbringen sollen? Das hätte ein großes Ereignis sein müssen, das aufgefallen wäre. Abgesehen davon würde er als wanderndes, stets heller werdendes Pünktchen am Himmel erscheinen. Eine derartige Beobachtung ist bezüglich Mr.X aber nicht gemacht und nicht bestätigt worden.
Dann gäbe es als Finternisgrund (und zur Bedeckung von Mr.x) noch die Option der kosmischen Dunkelwolke (aus Staub, so wie der Kohlensack vor der Milchstraße am südlichen Sternenhimmel). Wäre möglich, dass sich das Sonnensystem auf so eine zu- und dann durchbewegt. Aber das würde spätestens Monate vorher auffallen - denn eine solche Wolke verschluckt das Licht der dahinterliegenden Sterne, und sie würde beim Näherkommen immer größer werden. Und jede Nacht gucken so viele Augen mit und ohne Teleskope, mit und ohne Fachkunde in den Himmel... bemerkt hat noch niemand eine Dunkelwolke im Anflug.
Also an Mr.X ist nix dran. Von den Ufo-Theorien will ich gar nicht reden, die halte ich wirklich für Unsinn - mehr Star Trek als Vision (sorry, wenn ich damit jemanden auf die Füße trete. Ich will niemanden weh tun, halte aber gesunden Menschenverstand für ein wichtiges Werkzeug zum freudvollen Überleben im Alltag ebenso wie in Krisen. Und gesunder Menschenverstand spricht aus vielen Gründen gegen die vielen verschiedenen, widersprechenden UFO-Versionen. Auch wenn gesunder Menschenverstand die Existenz außerirdischer Zivilisationen eher ein- als ausschließt und auch deren Neugier an der Erde samt ihren Bewohnern annehmen kann, aber was hier so alles dazu zitiert wird, ist Sci-Fi-Kitsch).
Was aber nicht heißt, dass jederzeit ein Komet auftauchen kann. Jedes Jahr werden ein paar entdeckt, die meisten bleiben klein und fern, aber manchmal wird einer erst 6 bis 8 Wochen vor seiner größten Sonnen- und Erdannäherung entdeckt.Der Himmel ist groß... und voller Überraschungen :-)
Liebe Grüße,
Micha
- Re: Gut, daß Du nun mit im Boot bist :-) (o.T.) Kuddel 28.4.2003 13:40 (0)
- Re: Von Mr.X aber nicht die Sinne vernebeln lassen :-) BBouvier 28.4.2003 12:24 (0)