N : Angriff auf den Irak hat begonnen

Geschrieben von Freiwild am 20. März 2003 05:25:17:

Als Antwort auf: Es geht los! Gezielter Angriff auf Saddam! geschrieben von King Henry am 20. März 2003 04:40:01:

Tagesschau-Text
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Angriff auf den Irak hat begonnen

Rund zwei Stunden nach Ablauf des Ultimatums an Saddam Hussein haben die USA und ihre Verbündeten mit einem Raketenangriff auf ein Ziel bei Bagdad den Krieg gegen Irak begonnen. US-Präsident George W. Bush trat rund eine Stunde nach Beginn der Attacke vor die Kameras und erklärte, die Entwaffnung Iraks habe begonnen. Man befinde sich in einer frühen Phase des Krieges, einige ausgewählte Ziele seien angegriffen worden. Zugleich kündigte Bush an, die Kampagne könne möglicherweise länger dauern und schwieriger werden, als vorhergesagt. Der US-Präsident betonte, die Kriegskoalition werde alles tun, zivile Opfer zu vermeiden.

Zuvor hatten die USA nach Informationen des Nachrichtensenders CNN Cruise Missiles auf Bagdad abgefeuert. In der irakischen Hauptstadt waren mehrere schwere Explosionen, Sirenengeheul und Luftabwehrfeuer zu hören. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wurden anschließend weitere Angriffswellen geflogen.

CNN: Schlag gegen irakischen Führungszirkel

Nach Informationen des US-Fernsehsenders CNN galt der erste Angriff dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein und seinem inneren Führungszirkel. Ein hoher US-Regierungsbeamter sprach von einem "chirurgischen Schlag" gegen ein Ziel in der Nähe von Bagdad. Zuvor seien Geheimdienstinformationen eingegangen, wonach sich dort Mitglieder der irakischen Führung aufhalten könnten.

Kanzler Schröder informiert

Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde von der Entwicklung unterrichtet. Ein Regierungssprecher teilte mit, der Kanzler werde gegen 5:00 Uhr eine schriftliche Erklärung abgeben.

Ultimatum an Saddam Hussein verstrichen

Die USA und Großbritannien haben rund 280.000 Soldaten in der Golfregion stationiert. Sie hatten dem Irak mit dem Krieg gedroht, sollte Saddam Hussein nicht bis zum frühen Donnerstagmorgen (2.00 Uhr MEZ) das Land verlassen haben. Der irakische Machthaber hatte einen Gang ins Exil jedoch abgelehnt. Die Entscheidung zur Ablehnung des Ultimatums sei bei einer Sitzung des von Präsident Hussein geleiteten Revolutionären Kommandorats gefallen, berichtete das irakische Fernsehen. Husseins Sohn Udai kündigte an, es werde eine blutige Schlacht geben.

Anzeichen für Einmarsch seit gestern Morgen

Wenige Stunden vor Ablauf seines Ultimatums an den irakischen Präsidenten war US-Präsident George W. Bush mit seinen engsten Mitarbeitern zusammengetroffen. Das Treffen mit Vizepräsident Dick Cheney, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, Außenminister Colin Powell, Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice und anderen Mitgliedern des Sicherheitsrats werteten Beobachter bereits als Kriegsrat. Wenig später telefonierte der US-Präsident mit seinem engsten Verbündeten, dem britischen Premierminister Tony Blair.

Erste Anzeichen eines unmittelbar bevorstehenden Einmarsches waren bereits am Mittwochmorgen (MEZ) deutlich geworden. Amerikanische und britische Streitkräfte waren zu Tausenden an die irakisch-kuwaitische Grenze verlegt worden. Nach Angaben des kuwaitischen Innenministeriums waren Stunden vor dem Angriff US-Truppen in die entmilitarisierte Zone an der Grenze vorgerückt. Die britischen Streitkräfte bestätigten, ihre Einheiten hätten an vorderster Front Stellung bezogen. Das US-Militär wollte die Truppenbewegungen nicht kommentieren. Präsidentensprecher Ari Fleischer hatte jedoch erklärt, unabhängig davon, ob der irakische Präsident das Land verlasse, sei der Einmarsch beschlossene Sache.

Angesichts des Irak-Krieges hatten Fluggesellschaften auch damit begonnen, den Luftraum uber dem Irak und angrenzender Regionen weiträumig zu umfliegen. Die Maßnahme solle der Sicherheit von Passagierflügen dienen, teilte die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) mit. Demnach liegen die neuen Luftkorridore nördlich und südlich der Golfregion.

Amerikaner auf mögliche Verluste eingestimmt

Die amerikanische Öffentlichkeit bereitete Fleischer im Namen des Weißen Hauses am Mittwoch auf Verluste vor: "An der Schwelle zum Krieg gegen Irak sollten die Amerikaner wissen, dass wir hoffen, einen so präzisen und kurzen Konflikt als möglich zu haben", sagte er. Es gebe aber "viele Unbekannte, und es könnte auch eine Angelegenheit von einiger Dauer werden". Die Amerikaner müssten auf den Verlust von Menschenleben vorbereitet sein.




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