und die menschen werden verückt werden

Geschrieben von Napoleon am 18. März 2003 09:33:03:

text aus prophs

und die menschen werden verrückt werden der bruder tötet seinen bruder
liebe grüsse napo


KERNS OW – Wie verzweifelt muss diese Mutter (40) sein: Sie tötet das Liebste, das sie hat. Ihre Kinder. Um vier Uhr morgens fährt sie den Bub (4) und das Mädchen (2) zur «Hohen Brücke» – und wirft sie ins Bachtobel. 100 Meter tief. Dann fährt sie zur Polizei.

Ungläubiges Staunen gestern um fünf Uhr morgens im Gebäude der Kantonspolizei Obwalden in Sarnen. Eine Frau meldet den Beamten, sie habe ihre Kinder von der «Hohen Brücke» geworfen. Die Polizisten wissen nicht, ob die psychisch angeschlagene Frau eine irre Geschichte erzählt oder die Wahrheit.

Nachprüfen können sie es vorerst nicht. Draussen ist es stockdunkel und keine Taschenlampe reicht aus, um bis zum Grund der 100 Meter tiefen und nur wenige Meter breiten Schlucht zu leuchten.

Bei Tageslicht seilen sich Mitglieder der SAC-Bergrettungsgruppe Kerns in die Schlucht ab – und finden zwei zerschmetterte kleine Körper.

Den Polizeibeamten erzählt die Mutter, sie habe ihre Kinder aus Verzweiflung über ihre schwierigen Lebensumstände getötet: Sie lebt mit ihrem Mann, dem Vater der beiden Kinder, in Trennung. Jetzt werden beide von Psychologen betreut.

Was der Wahnsinnstat vorausgegangen ist, versucht der Verhörrichter herauszufinden. «Ihre Erzählungen waren wirr. Wir müssen erst alles überprüfen», so ein Beamter gegenüber BLICK.

Fest steht, dass die Frau, die ebenso wie ihr Mann in einem anderen Kanton wohnt, die Brücke von früheren Ausflügen in die Region kannte.

Wie viele Wallfahrer, die auf dem Weg nach Flüeli-Ranft bei der höchsten Holzbrücke Europas einen Halt einlegen, hatte auch sie schon über die Brüstung in die Tiefe gespäht.

Sie wusste, dass unten der sichere Tod wartet. Betete sie vor der Verzweiflungstat in der kalten Nacht noch in einer der nahen Ranftkapellen für die Seelen ihrer beiden Kinder? Wollte sie sich ebenfalls in die Tiefe stürzen und wurde vom Mut verlassen?

Wie jene Mutter, die sich mit ihren beiden Kindern im Frühling 1990 von dieser Brücke in den Tod stürzte, nachdem sie sich mit Benzin übergossen und angezündet hatte? Noch weiss es niemand.

«Von dieser Brücke sind schon mehrere Personen in den Tod gesprungen», so der Polizeibeamte. Nach dem letzten tragischen Ereignis diskutierte die Gemeindebehörde über Sicherungseinrichtungen. «Doch einfach ist das bei dieser Schlucht nicht zu bewerkstelligen.

Und wer dazu entschlossen ist, kann auch über ein Auffangnetz bis zum Abgrund kriechen», meint der Polizist.



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