Soljanka, Soljanka, Soljanka moja
Geschrieben von franke43 am 06. März 2003 12:38:25:
Als Antwort auf: Die Russen werden mit Blumen empfangen ! geschrieben von Mat72 am 05. März 2003 20:28:06:
Hallo
Also wenn wir mal von dem Problem eventueller Fraternisierung
der Ostdeutschen und der Russlanddeutschen mit einrückenden
russischen Armeen absehen:Eigentlich freut es mich ganz naiv für Euch, dass Euer Laden
so gut läuft.Ausserdem: genau wie man bei den USA einen Unterschied zwischen
der Regierungsmafia ("Administration") und dem Volk machen
muss, muss man das bei Russland auch zwischen den Alt-Seilschaften
aus dem Ex-KGB in Regierung und Mafia und dem einfachen Volk
der Iwans und Aljoschas in Novosibirsk oder Krasnojarsk.Mir persönlich ist die russische KULTUR viel lieber als die
amerikanische. Mir gefällt - ohne jede politische Stellungnahme -
Kasatschok besser als Blues und Tschaikowski besser als Webber.Wir sind so aufgewachsen, dass wir bei USA und Russland wie
auf einen Schlüsselreiz in einem Gegensatz zweier konkurrierender
staatsphilosophischer Systeme denken "müssen":Ungehemmter Wirtschaftsliberalismus hier gegen staatssozialistischen
Dirigismus dortDiese "Denke" hat die Welt aber erst seit der Bolschewiken-
revolution 1917 geprägt. Es gab eine Zeit VOR diesen
Denkkategorien und es wird auch eine Zeit NACH diesen
Denkkategorien geben.Vor 1917 spielte Russland in Mitteleuropa kaum eine Rolle
ausser seit 1914 als Kriegsgegner. Vor 1917 spielte auch
die USA in Mitteleuropa kaum einer Rolle, da der Kriegs-
eintritt erst in diesem Jahr stattfand. In den USA war
damals die Pionierzeit (Wildwestzeit) noch gar nicht so
richtig abgeschlossen.Erst die Niederlage der Mittelmächte 1918 hat den
Eurozentrismus in der Weltpolitik allmählich durch die
amerikanisch-russische Dualität (Rivalität) ersetzt.
Dabei hat Russland zunächst kaum eine Rolle gespielt,
und bis zu Hitlers Wahnsinn hielten sich auch die
USA aus Europa relativ raus. Aber die europäischen
Kolonialmächte (Frankreich, Belgien, Britisches Reich)
waren durch den Krieg so geschwächt, dass sie auch
zusammen langfristig kein Gegengewicht mehr gegen die
USA bildeten, weil ihre Kolonien allmählich begannen,
ihre Emanzipation voranzutreiben.Was will ich eigentlich sagen ?
Die Lage, in der wir uns befinden, ist keinesfalls
selbstverständlich oder "immer so gewesen". Wir brauchen
doch nur daran denken, welch unnatürliches Siegerrecht
die lange Teilung unseres Landes bedeutet hat. Wäre sie
nicht gewesen, bräuchten wir jetzt nicht zu befürchten,
dass unsere Landsleute im "Osten" einen gewaltsamen
Eindringling mit Blumensträussen empfangen. Und auch
im westen stünde dann überhaupt kein Eindringling,
weder willkommen ("Nato-Partner") noch zwangsweise.Gruss
Franke 43
Der auf eine Renaissance
des alten Europa hofft
- Re: Soljanka, Soljanka, Soljanka moja Zwobbel 06.3.2003 12:47 (1)
- Re: Soljanka, Soljanka, Soljanka moja - hetze, hetze, hetze Bern 06.3.2003 14:31 (0)