N: Interview mit Blix
Geschrieben von IT Oma am 26. Februar 2003 13:42:22:
Als Antwort auf: N: wurde Stalin vergiftet, um den 3.WK zu verhindern ? (Fund) geschrieben von Baldur am 26. Februar 2003 00:38:44:
Blix weist Berichte über Druck der USA auf Inspekteure zurück
- UN-Chefinspekteur: Inspektionen brauchen noch Monate
Hamburg, 26. Februar (AFP) - UN-Chefinspekteur Hans Blix hat
Berichte zurückgewiesen, wonach die USA ihn und seinen Kollegen
Mohamed el Baradei unter Druck setzen, einen schärferen Ton
gegenüber Irak anzuschlagen. «Ich versichere Ihnen, das ist nicht
der Fall», sagte Blix der Wochenzeitung «Die Zeit». «Es kann ja
sein, dass ich naiv und blöd bin oder eine allzu dicke Haut habe,
aber ich verspüre nicht besonders viel Druck». Blix widersprach
damit Äußerungen des russischen Außenministeriums, das von einem
enormen Druck auf die Inspekteure gesprochen hatte.
Einen «gewaltigen Druck» verspürt der Chef der UN-Waffeninspekteure
dagegen bei der Formulierung seiner Berichte für den
UN-Sicherheitsrat. Seine Einschätzung zur Kooperationsbereitschaft
Bagdads könne über Krieg oder Frieden entscheiden. Deshalb schlafe
er am liebsten nochmal über seine Formulierungen, bevor sie um die
Welt gingen, sagte er. Auf dem Spiel stehe «die Autorität des
UN-Sicherheitsrats und des ganzen multilateralen Systems»,
unterstrich der 74-jährige Schwede. Gleichzeitig aber betonte der
gelernte Rechtsanwalt, ein Krieg sei «nicht meine Verantwortung":
«Der Sicherheitsrat ist wie ein Gericht, er fällt sein eigenes
Urteil, und wir schaffen die Indizien heran».
Ausweichend äußerte sich Blix gegenüber der «Zeit», zu der Frage,
ob er in seinem nächsten Bericht eine Verlängerung der Inspektionen
verlangen werde: «Im Augenblick ist ja nicht einmal klar, ob die
Iraker wirklich kooperieren wollen. Andererseits hatte dieses Land
acht Jahre Inspektionen, vier Jahre ohne Inspektionen, und jetzt
zwölf Wochen mit. Ist das die richtige Zeit, die Tür zu schließen?»
Der Inspektionsprozess benötige selbst im Falle einer
bedingungslosen Kooperation Bagdads noch mehrere Monate. Nach Blix'
Ansicht ist ein Krieg nicht unvermeidlich: «Ich bin ziemlich
überzeugt davon, dass Washington selbst keinen Krieg will». Damit
meine er US-Präsident George W. Bush und sein gesamtes Umfeld.
+++ Der Beitrag wurde AFP vorab übermittelt. +++
ans/gt
AFP261306 FEB 03