Guidebook ----Klärt einiges auf.

Geschrieben von SynOpsis am 21. Februar 2003 18:46:57:

Hi, alle zusammen

hier eine literatur die einiges Aufklären kann.

gruß

Synopsis


G u i d e b o o k

I N H A L T


UNSER BEGLEITER

1.) H. A., Wer bist du?
2.) H. A., woher kommst du?


DER MENSCH

3.) Die heutige Menschheit
4.) Wir alle sind Teil eines gemeinsamen Ganzen
5.) Karma
6.) Die ersten sieben Jahre der Kindheit
7.) Die zweiten sieben Jahre: von 8 bis 14
8.) Dem Erwachsensein entgegen: von 15 bis 21
9.) Eltern und Kinder
10.) Mann, Frau und das Polaritätsgesetz
11.) Der Schlaf
12.) Träume und Astralreisen
13.) Meditation
14.) Die Aura
15.) Kann jeder heilen?
16.) Erziehung: heute, vor langer Zeit und morgen
17.) Geld, Geld, Geld
18.) Erwerb von materiellem Besitz
19.) Politik
20.) Die tabufreie Gesellschaft
21.) Es gibt keinen Tod


WOHER WIR KOMMEN

22.) Leben vor der "Geburt" und nach dem "Tod"
23.) Die Himmel
24.) Vormenschliches Dasein
25.) Doppelseelen und Gruppenseelen
26.) Stammen die Menschen von den Tieren ab?
27.) Die Evolution der Tiere
28.) Entwickeln sich Geist und Körper zusammen?
29.) Beistand von unsichtbaren Freunden
30.) Wie du dir deinen Körper für ein neues Leben wählst


DIE ERDE

31.) Wie die Erde ihren Anfang nahm
32.) Ley-Linien und Kraftzentren
33.) Weitere Einzelheiten über die Kraftzentren
34.) Die Geister der Elemente
35.) Die Deva-Reiche
36.) Die Leitung der Erde


DAS UNIVERSUM

37.) Das Universum entwickelt sich ständig weiter
38.) Ein kurzer Blick auf den Gesamtplan
39.) Die herausragende Rolle der Sonne
40.) Die Planeten des Sonnensystems


WAS VOR UNS LIEGT

41.) Mitschöpfer im großen Experiment
42.) Die größte Kraft von allen
43.) Die Wiederkehr Christi
44.) Die Avatare
45.) Kann die Menschheit überleben?
46.) Du willst die Welt verändern? Fang bei dir selbst an!
47.) Der Wendepunkt


Nachwort: Wie Dieses Buch Entstand

Im Jahr 1957 trat ein Geistwesen aus einer höheren Welt mit einer kleinen Gruppe in London in Verbindung. Es fragte an, ob es mit ihnen reden könne, da es mit Sorge sehe, wie sich die Lage auf der Erde zuspitze. Seine Zuhörer hatten anfangs Scheu, doch die Aura der Weisheit und des Mitgefühls, die den strahlenden Besucher umgab, machte ihnen Mut, und so stimmten sie zu. Das war der Auftakt für eine ganze Reihe von Begegnungen, in deren Verlauf der Besucher sich durch einen in der Gruppe mitteilte. Nach und nach zeichnete er ein faszinierendes Bild vom Leben auf der Erde, so wie es sein könnte, und zeigte, welche Rolle jeder einzelne an diesem entscheidenden Punkt der Erdgeschichte spielt. Einige seiner Erläuterungen sind in diesem Buch enthalten.

UNSER BEGLEITER


"... eine hochgewachsene Gestalt, die unbeschreibliche Ruhe und Gerechtigkeit ausstrahlt. Besonders auffällig ist das von ihr ausgehende Licht und die Aura; man spürt gewaltige Energie und Stärke und Licht, dabei aber vollkommene Bescheidenheit..."

(Tony Neates erster Eindruck von Helio Arcanophus)

1.) "H. A., wer bist du?"

Bitte beurteilt mich nicht nach dem, was ich vielleicht bin oder woher ich komme, sondern nach dem, was ich sage. Ihr wißt selbst, daß man das Sein nur erfahren und nicht beschreiben kann. Meine Einstellung zum Leben, meine ganze Haltung und Philosophie sind einfach so, wie sie sind. Und ich bin, was ich bin - nicht mehr und nicht weniger.

So wie ihr euch bereiterklärt habt, für mich als Mitteilungskanal oder Empfänger zu dienen und meine Gedanken euren Mitmenschen zu vermitteln, so bin auch ich ein Werkzeug oder ein Brennglas, denn die Gedanken und die Informationen, die ich euch übermittle, stammen von vielen Ebenen. Ich hoffe, ihr könnt akzeptieren, daß sich das zum Teil nur schwer in Worte fassen läßt.

Wenn ich versuche, euch die Seinsebene, von der ich komme, mit Worten zu beschreiben, bekommt ihr ein falsches Bild von dieser Ebene; ihr währt entweder enttäuscht oder übermächtig beeindruckt. Wer oder was ich bin oder was ich früher war, wird immer offen bleiben. Geheimnisse sind auch etwas Schönes!

2.) "H. A., dürfen wir dich fragen, woher du kommst?"

Ich komme aus einer Welt, die eure Welt mit umfaßt und doch zugleich ein Teil von ihr ist. Ich will euch an Dinge erinnern, die ihr fast vergessen habt, Dinge, die ihr beachten müßt, wenn ihr das Raumschiff Erde sicher durch die vor uns liegenden schwierigen Jahre steuern wollt.

"Was für Dinge?", möchtet ihr wissen.
Zum ersten das Gesetz, und zwar das kosmische Gesetz. Es hält das Universum im Gleichgewicht und ist verantwortlich dafür, daß alle Entwicklung in Gang bleibt. Manche universell geltenden Gesetze lassen sich so formulieren, daß der Mensch sie versteht. Einige davon sind uns allen geläufig, wie das Gesetz der Schwerkraft und die Gesetze der Mechanik. Doch es gibt weitere Gesetze, die auf allen Ebenen, von den reinen Gedanken abwärts, wirksam sind. Und viele Probleme, die ihr heute untereinander und im Umgang mit dem Universum habt, kommen daher, daß ihr diese Gesetze nicht beachtet.

Die Formen des Lebens, denen ihr auf der Erde begegnet, sind längst nicht die einzigen Formen empfindungsfähigen und intelligenten Lebens. Neben dem menschlichen Leben gibt es überall im Universum zahllose weitere Formen, die den Gesetzen der Anpassung an die herrschenden Lebensbedingungen gehorchen, geradeso wie eure Vorfahren ihren Körper in den Frühphasen ihrer Entwicklung den sich schnell verändernden Bedingungen auf der Erdoberfläche anpaßten. Dieses Prinzip findet nicht nur auf die materielle Evolution Anwendung, denn intelligente Wesen auf anderen Ebenen, vom Zustand der reinen Gedanken abwärts, unterliegen ähnlichen Abläufen. Jede Art des Lebens folgt ihrer ganz speziellen Entwicklung und spielt dennoch eine Rolle innerhalb des Ganzen. Die meisten Lebensformen liegen außerhalb eurer Vorstellungskraft, stammen aber alle von dem Urgedanken ab, der die Welten schuf und werden von den Impulsen des kosmischen Gesetzes gelenkt. Alles, was diesen Impulsen zuwiderläuft, kann nur zu Disharmonie und Krankheit führen, und zwar sowohl bei dem, der die Gesetze bricht, wie auch bei denen, die er dabei mitreißt.

Die Impulse des universellen Gesetzes, die die Entwicklung harmonisch vorantreiben, bringen das Prinzip Liebe hervor. Diese Liebe oder Harmonie ist der Schlüssel für alles andere, denn sie bringt Fortschritt und Freiheit von Leid mit sich. Evolutionäres Voranschreiten durch Liebe vertieft das Verständnis, läßt Weisheit entstehen und vervollkommnet das Leben auf allen Ebenen.

Ich hoffe, das genügt für den Anfang.


"Die Rückkehr der Engel ins menschliche Bewußtsein könnte durchaus eine der größten Überraschungen des zwanzigsten Jahrhunderts werden..."

Dr. H. C. Moolenburgh:
„Engel als Beschützer und Helfer des Menschen“

DER MENSCH

3.) Die heutige Menschheit

"H. A., angenommen, man würde dich als Besucher unserer Erde bitten, eine ausgewogene, unparteiische Einschätzung unserer Zivilisation abzugeben, was würdest du dann über die heutige Menschheit sagen?"

Das ließe sich vielleicht folgendermaßen zusammenfassen:

Eine außerordentlich erfindungsreiche, intelligente Spezies, auf künstlerischem Gebiet vervollkommnet, technisch und wissenschaftlich sehr weit entwickelt, auf geistigem, spirituellem Gebiet aber insgesamt bankrott. Die Menschheit hat den Kontakt zu ihrer Intuition verloren, weil sie den Intellekt anbetet. Damit hat sie sich selbst den Zugang zu ihren Ursprüngen und zu den höheren Quellen geistiger Führung abgeschnitten.

Die Menschen sind noch nicht so weise, daß sie andere, die eine andere Meinung haben, tolerieren und achten. Daher sind sie aufgespalten in sich gegenseitig anfeindende Rassen, Hautfarben, Glaubensrichtungen, Klassen und Sekten. Und als wenn das nicht schon genug wäre, hat der Mensch, abgestumpft und gleichgültig, wie er ist, die empfindliche Biosphäre durch seinen Raubbau an den Böden, Wäldern, Flüssen, Meeren und sogar der Luft bis an den Rand einer Katastrophe gebracht, die schlimmer ist als ein Weltkrieg, denn sie bedeutet den vollständigen ökologischen Zusammenbruch.

Andererseits ist positiv zu vermerken, daß anscheinend immer mehr Menschen aus ihrem langen Schlaf aufwachen und erkennen, daß die Erde, die euch alle am Leben erhält, ein reicher, wunderschöner Planet ist, der eine bessere Behandlung verdient, als er bisher erlebt hat. Die letzte Stunde hat aber längst schon geschlagen. Die Erde befindet sich mittlerweile in einem hochexplosiven Zustand, und es droht eine große Katastrophe, falls die Supermächte die Kräfte und Prinzipien des Universums mißbrauchen.

Es kommt jetzt darauf an, eine letzte große gemeinsame Kraftanstrengung zu unternehmen, um die Menschheit aufzurütteln, damit sie die große Gefahr sieht, in die sie sich gebracht hat. Jeder, der es hören will, muß erfahren, daß durch unglaublich einfache Änderungen im Denken und Verhalten die Erde und alle ihre Bewohner jetzt noch vor der drohenden Vernichtung bewahrt werden können.

4.) Wir alle sind Teil eines gemeinsamen Ganzen

"Alles in unserer Gesellschaft ist so eingerichtet, daß es uns trennt, uns etikettiert, in Klassen und Schubladen einordnet. Wie können wir dieser Programmierung überhaupt entgehen und anfangen, uns als eine einzige menschliche Familie zu betrachten?"

Das ist wirklich schwierig. Doch die schlimmer werdenden Probleme auf der Erde haben euch bereits hautnah zu Bewußtsein gebracht, daß die ganze Menschheit ein einziger Organismus ist, nur eine von vielen Lebensformen, die in der irdischen Biosphäre zusammenwirken. Das zeigt treffend, wie eine negative Erfahrung zu so etwas wie einem positiven Ergebnis führen kann.

Wir wollen uns gar nicht mit Fragen aufhalten wie: "Warum müssen die Menschen immer erst aus ihren Fehlern lernen?" und "Weshalb muß man es immer erst soweit kommen lassen?" Stattdessen wollen wir in die Zeit zurückgehen, als noch keine Menschen auf der Erde waren.

Es gab auf diesem Planeten schon immer Umwälzungen, die seinen Bewohnern zu schaffen machten. In ferner Vergangenheit waren das Naturereignisse, doch in jüngster Zeit haben die Menschen die meisten selbst herbeigeführt.

Man hatte gehofft, die Menschheit könnte mit ihren wissenschaftlichen und technischen Fähigkeiten den Elementen gegensteuern und so allmählich ein Gleichgewicht auf der Erde wiederherstellen. Leider ist das nicht der Fall gewesen, und wir müssen genauer untersuchen, weshalb nicht.

Jedem wohlmeinenden Besucher der Erde wird auffallen, daß ihr die Natur entweder zu beherrschen und auszubeuten versucht oder sie gänzlich ignoriert, statt mit ihr zusammenzuarbeiten. Gegenüber den anderen Lebensformen um euch herum zeigt ihr wenig oder gar keine Achtung. Die Wälder zerstört ihr und schafft dort Wüsten, wo es vorher keine gab; ihr verschmutzt die Luft, die Meere und die Flüsse; dem Erdboden raubt ihr die Rohstoffe.

Wenn es für euch auf Erden eine weitere Entwicklung geben soll, dann müßt ihr ganz dringend eine enge Beziehung zu den anderen Lebensformen aufbauen, die euch ohne Murren dienen. Es ist höchste Zeit, daß ihr euch kritisch selbst prüft, und zwar nicht die Gattung Mensch isoliert, sondern inwieweit ihr euch in das organische Gesamtgefüge der Erde einfügt.

Die Erde sammelt Lebenserfahrungen, seit sie besteht. Dazu gehört, daß die Beziehungen zwischen den vielen Formen des Gesteins-, Mineral- und Pflanzenlebens einerseits und den Wesenheiten geistiger und elementarer Natur, die sich einfanden, um die materielle Seite des Planeten zu fördern und zu ergänzen, andererseits immer enger wurden. Euch kommen die Zeitalter, in denen die Erde besteht, sehr lang vor; sobald man aber außerhalb der stofflichen Existenz steht und Raum und Zeit besser überschaut, erkennt man, daß die Erde eigentlich recht jung ist. Sie hat sich in dieser Zeit stark verändert, ist gereift und hat die verschiedensten Erfahrungen gemacht, genau wie ihr auch.

Ein Planeten- oder Sonnensystem hat im Aufbau viel mit einem Atom gemeinsam. Das meiste im Atom ist leerer Raum. Die Beziehung der Erde zur Sonne ist mit dem Umlaufen eines Elektrons um ein Proton vergleichbar. Das Sonnensystem seinerseits steht in einer ähnlichen Beziehung zur Galaxie. Alle diese Himmelskörper und kleinsten Teilchen beeinflussen sich gegenseitig, denn sie stehen in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis.

Der Mensch fängt jetzt erst richtig an zu begreifen, daß er untrennbar in das Ganze eingebunden ist und eine Einheit mit ihm bildet. Er nimmt es nicht nur beiläufig zur Kenntnis, sondern zeigt einen tiefgehenden Bewußtwerdungsprozess auf allen Ebenen, der intellektuellen wie der emotionalen und der physischen. Der Mensch erkennt, daß er sich in seinem Denken und Tun von den Bedürfnissen des Ganzen leiten lassen muß. Die Warnsignale aus jüngster Zeit haben gezeigt, daß jeder ein Teil des lebenden Gebildes Erde ist und daß er sich selbst in Gefahr bringt, wenn er es entweiht.

Und genau jetzt, wo ihr mit euren selbstgemachten Problemen fertigwerden müßt, erreicht auch die Entwicklung und die Empfindungsfähigkeit des Planeten selbst einen Höhepunkt. So wie sich das Wachstum eines Menschen ungefähr in Siebenjahreszeiträumen abspielt, entwickelt sich die Erde in Abschnitten von rund 2000 Jahren, und der Übergang von einem Abschnitt zum anderen bietet eine günstige Gelegenheit für die Intensivierung der Erfahrungen und für einen großen Schritt voran in der Entwicklung. Die Erde wird binnen kurzem unter einen anderen Einfluß kommen. Dies wird ein intensiveres Erleben und ein größeres Tempo im geistigen Stoffwechsel zur Folge haben.

In solchen Übergangszeiten sind die Kräfte des Lichts darum bemüht, dem Planeten als Ganzes Gelegenheit zu geben, sein Gleichgewicht wiederzufinden, soweit das in dieser Situation geht. Wert hat nur, was man selbst tut, und der gesamte Evolutionsprozeß ist ein Prozeß der Selbstverwirklichung. Das gilt für den Menschen, aber auch für den Planeten selbst und seine vielen Lebensformen, die materiellen wie die feineren.

Berücksichtigt man diesen Vorgang der Entfaltung, so ist verständlich, daß es nie einen vollständigen Überblick über das Ganze geben kann, sondern immer nur ein teilweises Verständnis. Anders ausgedrückt, man kann zu einem bestimmten Zeitpunkt nur das sein, was man gerade ist, nicht mehr und nicht weniger. Das ist nicht nur beim Menschen so, sondern bei jeder Form des Daseins. Dieser Zustand der Unvollständigkeit ist nicht negativ, sondern völlig natürlich, denn man macht ständig neue Erfahrungen und lernt hinzu in diesem grenzenlosen Universum. Das wird immer so weitergehen, denn das Leben ist immerwährend.

Habt ihr euch je gefragt, was das bedeutet?

Es heißt, daß man ewig weiterwächst, sich immer weiter entwickelt. Die einzige Konstante in diesem Universum ist die kosmische Energie, von der ihr ein Teil seid. Ihr steht kurz davor, die Beschaffenheit und Wirkungsweise dieser Energie besser zu verstehen. Noch versteht ihr sie nicht richtig, doch ihr fangt an zu akzeptieren, daß es sie gibt. Diese Energie kommt auf jeder Ebene vor, und während ihr euch entwickelt, verändert sich euer Grundton oder eure Schwingungsfrequenz. Sie bleibt nie immer dieselbe, genau wie ihr auch nicht. Jeder blickt auf die Welt von seinem eigenen Standpunkt aus. Es ist nicht schlimm, wenn man nicht das Ganze überblickt oder auch nur den Teil nicht, den der Nachbar gerade wahrnimmt. Doch sehr oft macht man den Fehler, die eigene Perspektive für die einzig richtige zu halten.

Der negative Einfluß, der auf die Erde einwirkt - und das seit mehreren tausend Jahren -, sorgt für eine Atmosphäre der Angst und Unsicherheit, und in diesem Klima gedeihen Habsucht, Eifersucht, Aggression sowie die Gier nach Macht. Was ist Machtgier anderes als das Eingeständnis der Unzulänglichkeit des Menschen?

Weltfrieden erlangt ihr nicht durch den Aufbau einer Weltreligion, sondern dadurch, daß ihr mit euch selbst klarkommt und lernt, bescheiden zu akzeptieren, daß ihr nicht vollkommen seid. Nachdem die Welt jetzt durch die Luftfahrt und die Telekommunikation kleiner geworden ist und jeder mit jedem in Kontakt steht, bietet sich euch die einmalige Gelegenheit einzusehen, daß ihr trotz aller Unterschiede in Sprache, Hautfarbe, Sitten und Glaubensansichten doch alle genau denselben Aufgaben und Problemen gegenübersteht. Die Völker bestehen nicht aus Präsidenten, Königen, Premierministern, politischen Parteien und Religionen, sondern aus Menschen. Und diese Menschen werden in manchen Ländern unterdrückt. Doch selbst das ist das Ergebnis früherer Taten und damit Karma.

Auf der Ebene des einzelnen fangt ihr schon an zu sehen, daß Gesundheit nichts mit einzelnen Funktionen oder Funktionsstörungen zu tun hat, sondern mit dem ganzen Menschen. Beachtet aber: Die Art und Weise, wie ihr die Menschen und Dinge um euch herum behandelt, spiegelt euer wahres Selbst wider. Hier liegt der Schlüssel zur Gesundheit. Der Gesundheitszustand spiegelt das ganze Wesen wider. Wenn ihr gelernt habt, euch selbst zu anzunehmen, werdet ihr auch die anderen akzeptieren.

Und nur dann wird es in euch und auf der Welt Frieden geben.

5.) Karma

"Gilt das Gesetz des Karma im ganzen Universum?"

Ja, natürlich. Auch Ursache und Wirkung gelten überall. Jede Aktion ruft eine Reaktion hervor. Und genauso auch jeder Gedanke. Diese Gesetzmäßigkeit ist unter anderem in die Worte gefaßt worden: "Was ein Mensch sät, das wird er auch ernten." Das heißt, daß alle unsere früheren Taten und Gedanken in der Gegenwart auf uns zurückwirken. Und was wir jetzt gerade tun und denken, gestaltet unsere Zukunft mit.

Sobald ein Geistwesen sich vom Körper getrennt hat, hält es Rückschau auf seinen gesamten bisherigen Werdegang. Danach entscheidet es, welche Art von Leben es beim nächsten Mal führen will. Ist es eine kluge Wahl, so ergänzt dieses neue Leben alle bisherigen Lebensläufe und Erfahrungen.

Keine zwei Geistwesen durchlaufen dieselbe Entwicklung. Jedes sucht sich selbst den zu ihm passenden Weg in freier Entscheidung aus. Das geschieht vor der Verkörperung, denn als Mensch auf der Erde unterliegt man den Naturgesetzlichkeiten und Umweltbedingungen und wird von den herrschenden Verhältnissen an der vollen Ausübung des freien Willens gehindert. Wenn man sich verkörpert, stellt man sich der Aufgabe, seine Persönlichkeit innerhalb der Grenzen des stofflichen Lebens einzusetzen.

Man muß wissen, daß neues Karma nicht nur von Einzelpersonen geschaffen wird, sondern auch von Familien, größeren Gruppen, Sekten, Nationen und von der Menschheit als Ganzes, und das in jeder Minute, die verstreicht. Wer darum manchmal meint, er habe an der Last des Daseins zu schwer zu tragen, sollte daran denken, daß er vielleicht nicht nur die eigenen Untaten, sondern auch die seiner früheren Familie, Gemeinschaft, Sekte oder Nation abträgt. Gehört man andererseits zu den "Glücklichen", die anscheinend nie etwas verkehrt machen und stets zur rechten Zeit am rechten Ort sind, dann erntet man möglicherweise die Früchte vergangener guter Taten. Das zeigt, daß es "Glück" in Form günstiger Zufälle eigentlich gar nicht gibt, höchstens eine uns verborgene Gesetzmäßigkeit.

So überraschend es klingt: ein Geistwesen könnte seine gesamte Entwicklung in einem einzigen Leben abschließen. Doch das gibt es nur ganz selten. Meistens sind dafür mehrere Leben notwendig - Dutzende, Hunderte, sogar Tausende. Manche Geistwesen verkörpern sich oft, andere ganz selten. Eine feste Zahl gibt es nicht, da jeder Geist das selbst entscheidet.

Es kann vorkommen, daß man einem Menschen begegnet (oder sogar selbst solch ein Mensch ist), der zurückgekehrt ist, um eine karmische Schuld aus einem früheren Leben zu begleichen. Die Schuld kann in einem einzigen entscheidenden Augenblick abgetragen sein oder in den ersten fünf Lebensjahren, es kann aber auch ein ganzes Leben brauchen oder noch mehr. Dann muß man ein weiteres Mal wiederkommen, um das "Konto" auszugleichen.

Auch wenn wir noch so sehr provoziert werden, müssen wir uns sorgsam davor hüten, gegen andere einen Groll oder Gefühle der Rache zu hegen. Solche gefühlsmäßigen Bindungen hemmen nämlich die eigene Entwicklung. Viele Menschen zitieren das Bibelwort "Auge um Auge, Zahn um Zahn" als Rechtfertigung für ihren Rachedurst. Damit aber mißversteht man diesen Ausspruch gründlich, denn er besagt in Wahrheit: "Das Leben selbst wird jedem Menschen vergelten, was er getan hat, und zwar bis auf den letzten Heller. Das ist das Gesetz des Karma." Spielen wir uns also nie als Richter auf oder nehmen die Austeilung karmischer Gerechtigkeit selbst in die Hand. Tut uns jemand Unrecht, so sollten wir ihm vergeben, da wir wissen, daß er zu seiner Zeit den Lohn erhalten wird. Groll, Nachtragen, Verachtung und Haß binden uns nur an den oder die Menschen, die wir ablehnen. Einmal müssen diese karmischen Bande gelöst werden, und zwar von uns selbst.

Vergessen wir nie, daß wir uns unseren Körper vor diesem Leben selbst ausgesucht haben. Jetzt, nach der Geburt, bleibt uns immer noch die Freiheit, im einzelnen zu bestimmen, was wir aus dem Leben alles machen wollen, ob wir es nutzen oder vertun, es befriedigend gestalten oder uns einfach ziellos treiben lassen wollen. Und auch, ob wir es mit Grausamkeit, Selbstsucht und Zerstörung fallen wollen.

Und diese Wahl treffen wir jeden Tag neu.

Denken wir immer daran: das Schicksal ist keine blinde, launische, widersprüchliche Macht, die Gunst und Strafe austeilt, wie es ihr gerade beliebt. Schicksal ergibt sich aus dem, was der einzelne, die Familie, die Gemeinschaft, die Rasse, das Volk tut.

Uns steht es frei, während des jetzigen Lebens unsere Zukunft umzugestalten, sie erträglicher zu machen. Letztlich formen wir unser Schicksal selbst.

6.) Die ersten sieben Jahre der Kindheit

"Wir betrachten Empfängnis, Geburt und frühe Kindheit gewöhnlich nur von der physischen Seite her. Könntest du uns von deiner Warte aus ein vertieftes Verständnis dieser Abläufe vermitteln?"

Gern. Wie bereits erwähnt, seid ihr es gewöhnt, entweder einen Gott oder eine noch viel launischere Instanz namens Schicksal für das, was euch begegnet, verantwortlich zu machen. Das Karmagesetz dagegen auferlegt diese Verantwortung schlicht und einfach euch selbst.

Nach einem anderen Gesetz des Universums hat jeder die garantierte Freiheit, selbst zu bestimmen, wie und wie schnell er oder sie sich entwickeln will. Daß das stimmt, findet ihr jeden Tag aufs neue bestätigt, denn der Mensch kann tun, was er sich vornimmt. Er kann forschen, erschaffen oder zerstören. Er kann dahinvegetieren, sich mit der Menge treiben lassen, eigene Pfade einschlagen oder sich von allem zurückziehen. Behaltet das bitte fest im Sinn, denn dieses grundlegende Prinzip enthält den Kern dessen, was ich zu sagen habe. Auf dieses Gesetz der Selbstbestimmung gründet sich meine gesamte Auffassung vom Leben, wie es sich hier auf der Erde und auch sonstwo entfaltet.

Wir befinden uns in einem sich ausdehnenden Universum, in dem fortlaufend neue Gedanken oder Energie oder Geist vom Schöpfer oder Urgrund aller Dinge ausgehen. (Wie unvollkommen können doch Worte dieses gewaltige Werk nur beschreiben!) Diese Gedanken gehen aus und sammeln, da sie einen freien Willen haben, ihre eigenen Erfahrungen, bleiben dabei aber weiter Teil des Schöpfers. Auf diese Weise empfindet Gott unablässig auf allen Ebenen und in allen Dimensionen, in den Galaxien, Sonnen, Planeten, in der Natur, dem Menschen, den Atomen und kleinsten Teilchen - in der gesamten Schöpfung. Jeder Geist, der einen Kreislauf von Wachstum und Entwicklung abgeschlossen hat, kehrt an seinen Ursprung zurück und bringt seine Weisheit und seine Erfahrungen ein. So entwickelt sich die Gottheit in ihrer unendlichen Weisheit für alle Zeiten weiter.

Und nun zu den Einzelheiten:

Nehmen wir an, ein Geistwesen entschließ sich zu einer Reinkarnation auf der Erde. Es sucht sich einen Körper aus, der ihm ermöglicht, seine bisher gemachten Erfahrungen zu vervollständigen. Das Geistwesen geht in den Körper im Augenblick der Empfängnis über. Das muß ich klar und deutlich sagen, denn physisches Leben ohne Geist gibt es einfach nicht. Sobald der menschliche Same einen Keim bildet, ist Geist in ihm; laß euch darin nichts vormachen.

Während das Baby im Schoß der Mutter heranwächst, sind Fötus und Geist gleich wichtig, und beide sind unmittelbar abhängig vom Gesundheitszustand und der Lebensweise der Mutter. Damit kommen wir zu der bitteren Tatsache, daß die meisten Menschen Tag für Tag schädliche Abgase und andere Substanzen aus Fahrzeugen und Fabrikschloten einatmen und obendrein über die Nahrung noch viele Fremdstoffe und Konservierungsmittel aufnehmen. Der menschliche Körper wird heute vielem ausgesetzt, für das er nicht gemacht wurde. Das macht mir sehr große Sorge, denn die schädlichen Auswirkungen zeigen sich nicht notwendigerweise gleich in der ersten Generation.

Der menschliche Körper kann sich nur langsam anpassen. Die vielen Giftstoffe, die ihr auf euren Körper derzeit einwirken laßt, werden darum in der Zukunft schwere Probleme bringen. Früher oder später müssen diese unnatürlichen Lebensbedingungen zwangsläufig ihre Wirkung entfalten. Die Verantwortung von Vater und Mutter ist sogar so groß, daß sie sechs Monate vor der Zeugung eines Kindes genau auf ihre Ernährung achten und jeden Exzeß meiden sollten. Sie sollten richtig essen und richtig leben. Besonders während der Zeit der Reifung des Kindes im Körper, wenn der sich inkarnierende Geist Mühe hat, mit dem kleinen und verhältnismäßig hilflosen Körper zurechtzukommen, wird jede geistige, emotionale und spirituelle Hilfestellung, die die Mutter und indirekt auch der Vater ihm zukommen lassen können, dankbar angenommen werden.

Nach der Geburt fängt das Baby an, sich mit Hilfe seines Körpers zum Ausdruck zu bringen. In der Anfangszeit erinnert es sich noch ganz schwach an das, was hinter ihm liegt. Zwar weiß es keine konkreten Einzelheiten zu berichten (obwohl bekannt ist, daß es auch das schon gegeben hat), doch es trägt in sich die Summe aller Erfahrungen früherer Leben.

Während der ersten beiden Lebensjahre helfen die Eltern dem Kind, sich seiner Sinne bewußt zu werden: zu fühlen, zu schmecken, zu riechen, zu sehen und zu hören. Für den Erwachsenen sind diese Mittel der Wahrnehmung und des Ausdrucks selbstverständlich, für das Kind aber sind sie etwas ganz Neues. Gesichter, Farben, Formen, Töne, Düfte und Klangfärbungen von Stimmen prägen das Kind bereits und sind mit dafür verantwortlich, was für ein Mensch es einmal wird.

Das Kind lernt zu sprechen und Kontakte zu anderen zu knüpfen, und dabei lebt es ganz in seiner eigenen Welt. Es sieht und erlebt feinstoffliche Daseinsebenen, die Erwachsene schon lange als "Einbildung" abgetan haben, die Geister der Naturreiche beispielsweise. Mit Vorliebe erkundet es eine Welt, die es sich selbst schaffen kann, in der es Abenteuer und Phantasiereisen erleben kann, die keinen äußerlichen Bezug zur Realität zu haben brauchen. Was ist eigentlich Realität? Ist es das, was der Geist in euch spürt? Was jede Faser eures Seins vibrieren läßt? Oder ist es das Alltagsleben?

Wirklichkeit, das ist für den Erwachsenen der Stuhl, auf dem er sitzt, der Fußboden, auf dem er steht, die Mahlzeiten, die er einnimmt, die Rechnungen, die er bezahlt. Doch was war für ihn Wirklichkeit, bevor er in seinen Körper kam? Sie bestand aus seinen Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen sowie allen früheren Erlebnissen. Es waren Farbe, Licht, Ton, die Fähigkeit, eine Situation zu betrachten und sie zu erfassen, ohne sie zu analysieren und zu durchdenken - sie einfach zu sein. Wirklichkeit hieß, dort zu sein, wo man gerade sein wollte, losgelöst von Zeit und Raum. Das ist die Wirklichkeit, die das Kind mitbringt. Ihr dürft die wunderbare Offenheit in dieser entscheidenden Phase auf keinen Fall ersticken, denn das Kind nutzt Sinne, die für seinen Geist so natürlich und selbstverständlich sind wie die sinnliche Wahrnehmung für den Körper.

Mit dem Eintritt in die zweite Hälfte des ersten Jahrsiebts, im Alter von drei oder vier Jahren, braucht das Kind den Kontakt mit anderen Kindern. Jetzt sollten Beziehungen nach außen gefördert werden, damit das Kind Gelegenheit hat, mehr von der Welt jenseits des Schutzwalls der Familie zu erleben. In dieser Zeit sollten auch die Intelligenz des Kindes und seine Vorstellungs- kraft geschult werden. Ich möchte aber keinem empfehlen, sein Kind mit Wissen vollzustopfen, denn das Wachstum muß allmählich und ausgewogen voranschreiten. Eine Pflanze im Gewächshaus, die übermäßig gedüngt wird, bekommt vielleicht eine besonders große Blüte, hat aber wahrscheinlich einen zu schwachen Stengel und muß daher bald verwelken. So ist es auch bei einem Menschen. Man muß dem Kind Zeit lassen, damit es stetig heranwachsen und einen kräftigen Stamm als tragfähige Grundlage für das Leben ausbilden kann. Dann entfaltet sich der Mensch nach und nach, und erreicht er schließlich die Zeit der Blüte, so ist er widerstandsfähig und ausgeglichen und hat doch das Gefühl für seine Umgebung nicht verloren.

Es versteht sich von selbst, daß diese ersten sieben Lebensjahre von allergrößter Bedeutung sind. In dieser Zeit kommt es ganz entscheidend auf das Gefühlsband zwischen Eltern und Kind an, denn die Eltern bieten fast ausnahmslos die einzige Sicherheit, an die sich das Kind halten kann. Sie sind die einzige Quelle der Nahrung, der Liebe und des Schutzes; sie allein garantieren sein Überleben.

"Und wie streng soll man mit dem Kind sein?"

Das ist eine heiß umstrittene Frage, in der schon immer extreme Standpunkte vertreten wurden.

Mein Vorschlag ist, dieses Thema aus einer etwas umfassenderen Perspektive zu betrachten. Sicher habt ihr bereits gemerkt, daß mir das so am liebsten ist.

Astronomen und andere Wissenschaftler können bestätigen, daß unser Universum geordnet aufgebaut ist. Das zeigt sich an den Naturgesetzen, die alles um euch herum regeln. Nichts würde Bestand haben ohne sie, alles würde in Form zufälliger Energiebündel auseinanderfliegen. In diesem Universum muß man sich an die Regeln halten. Springt man vom Dach, so stürzt man ab. Hält man den Finger ins Feuer, verbrennt man sich. Bleibt man zu lange in Schnee und Eis, erfriert man.

Eine entsprechende Ordnung oder Disziplin müßt ihr auch in euch selbst aufbauen. Sonst werdet ihr ständig gegen den natürlichen Ablauf der Dinge ankämpfen und seid nicht fähig, den Steuerungsimpulsen zu folgen, die eurem Geist helfen, sich am besten zu entfalten. Gibt man einem Kind keinen festen Rahmen vor, so wird es ziemlich sicher scheitern, weil es keinen Maßstab und keine Leitlinien hat, kein Fundament, auf dem es Halt findet. Es kann sogar den Lebensantrieb ganz verlieren, ziellos werden und so eine ganze Inkarnation vergeuden.

Wenn dieser junge Mensch nun aufwächst und selbst Kinder hat, geht das so weiter und führt schließlich zu einer Gesellschaft, die die Orientierung verloren hat, deren Maßstäbe abbröckeln, in der niemand mehr an etwas glaubt, keiner mehr einen Sinn im Leben sieht und die nicht mehr an ihre eigene Zukunft glaubt.

Wenn ihr meint, daß dieses düstere Bild bereits den derzeitigen Zustand auf der Erde beschreibt, dann versteht ihr auch, wie wichtig jede einzelne Eltern-Kind-Beziehung für die Stabilität unserer ganzen Zivilisation ist.

Ich muß aber gleich hinzufügen, daß man in der Erziehung bei aller Strenge nie intolerant oder ungeduldig sein darf. Kein Kind darf bestraft oder zurückgewiesen werden, weil es die Zeit und den Lebensraum von euch Eltern beansprucht, denn schließlich wart ihr es, die es in Zeit und Raum geholt haben!

Natürlich ist niemand vollkommen, weder Kinder noch Eltern. Und einen Vater oder eine Mutter, die niemals laut werden oder denen nie die Hand ausrutscht, gibt es nicht. Doch das Kind braucht einen Bezugsrahmen, wenn es älter wird, denn der Geist kann erst richtig in ihm wirken und mit dem Körper gut zusammenarbeiten, nachdem der Zustand der Reife erreicht ist. Dann kann der Geist mit der Weisheit, die er bereits erlangt hat, unmittelbarer auf den Körper einwirken.

Dies ist der hauptsächliche Grund, weshalb ein Kind ein grundlegendes Empfinden für Gut und Böse mitbekommen sollte. Man kann einwenden, daß sich die Normen ändern, daß sich die Einstellung über das, was moralisch ist, ständig weiterentwickelt. Das stimmt. Aber es gibt einige Grundsätze, ungeschriebene Regeln, die stets gegolten haben und zum Nutzen und zum Schutz aller Menschen auch immer gelten werden. Dies sind Konstanten, und ich glaube, daß jeder, der ehrlich zu sich ist, zugeben wird, daß die menschliche Gesellschaft ohne sie in Chaos und Anarchie abgleiten würde.

Wer nun immer noch der Meinung ist, einem Kind müsse von den ersten Jahren an die Freiheit eingeräumt werden, zu tun und zu sagen, was immer es will und wann es will, dem antworte ich: "Dann hat es zwar Freiheit, aber die menschliche Natur ist so beschaffen, daß die Freiheit sich sowohl für kreative und geniale Dinge, aber auch für höchst selbstsüchtige und zerstörerische, letztlich selbstzerstörerische Zwecke einsetzen läßt." Deswegen meine ich, daß den Interessen aller am besten gedient ist, wenn

1) man sein Kind liebt und gut versorgt,
2) man es ermutigt, seine Vorstellungskraft und sein Einfühlungsvermögen zu entwickeln,
3) man ihm freundlich beibringt, sich zu beherrschen und seine Grenzen im Umgang mit anderen zu erkennen,
4) man ihm ein gewisses Maß an Selbstachtung sowie an Beziehungsfähikeit und an Verantwortungsgefühl vermittelt
5) man ihm schließlich Mut macht, die gewiß vorhandenen Talente und Fähigkeiten zu entfalten und zum Ausdruck zu bringen.

7.) Die zweiten sieben Jahre: von 8 bis 14

Der Planet Erde ist eine Universität, die in einem Meer des Geistes ihre Runden dreht. Man kommt an Bord, um zu genießen, was das Leben auf materieller Ebene zu bieten hat, und auch um die eigenen Grenzen zu erfahren. Die ersten sieben Jahre verbringt man damit, sich an den beschwerlichen Raumanzug, den man mitbekommt, den Körper, zu gewöhnen. Die Erdatmosphäre ist so beschaffen, daß dieser Raumanzug mit all seinen Funktionen und Zusatzeinrichtungen, einschließlich eines automatischen Atmungssystems, während des Tages ständig getragen werden muß. (In der Nacht ist das Verlassen des Universitätsgeländes gestattet, doch davon später.)

An manchen Fachbereichen dieser Universität geht es sehr streng und rigoros zu, doch glücklicherweise ist der Lehrplan meistens äußerst flexibel und jeder kann sich weitgehend aussuchen, was er studieren möchte; man kann sich beim Lernen anstrengen, aber auch unbekümmert drauflosarbeiten oder sich viel Zeit lassen. Eine Prüfung wird erst beim Abgang von der Hochschule abgelegt. Es gilt jedoch eine ganz besondere Regelung: die Noten muß jeder sich selbst geben. Niemand sonst tut das. Und ob man noch einmal zum Lernen zurückkehrt und wann, und was man dann studiert, bestimmt auch jeder selbst.

Darum müssen alle Probleme und Aufgaben, die sich einem auf der Erde stellen, auch angepackt werden, denn wenn man eines Tages so weit ist, wieder zu gehen, nimmt man alles Gelernte mit, und im Geiste dazu noch eine Liste aller Prüfungen, die man nicht bestanden oder vor denen man sich gedrückt hat.

In den ersten sieben Jahren macht sich der Mensch, wie bereits gesagt, in seiner neuen Umgebung heimisch, und hoffentlich stehen Familie und Freunde ihm dabei liebevoll zur Seite. Die Vorstellungskraft weitet sich und man fängt an, eine neue und unbekannte Welt zu erkunden.

Meiner Meinung nach sollte die formale Bildung beim Kind erst im Alter von sieben Jahren einsetzen, denn bei einem früheren Beginn nimmt man seinem Geist die Möglichkeit, aus seiner Phantasie zu lernen.

Die nächsten sieben Jahre sind genauso wichtig, aber aus einem anderen Grund. In dieser Zeit entwickeln sich Geist und Körper bis zur Pubertät. Das Kind wird sich in zunehmendem Maße seiner Beziehungen zu anderen Kindern und zu Erwachsenen bewußt. Nach und nach tritt es aus seiner ihm eigenen Welt heraus, in der ihm seine eigenen Gedanken und Vorstellungen wichtiger und wirklicher waren als die "reale" Außenwelt. Seine Erlebnisse in der Phantasiewelt erscheinen ihm jetzt weniger wirklich als die äußere Umgebung.

Diese Zeit kann recht schwierig für das Kind sein, wenn es erkennt, daß es nun mit körperlichen und materiellen Problemen selbst fertig werden muß und daß niemand seine private Welt wahrnehmen oder verstehen kann, die es nun nach und nach hinter sich läßt.

In diesen Jahren von acht bis vierzehn beginnt das Kind nicht nur, sich selbst zu analysieren, sondern auch andere Menschen seiner Umgebung; sein Kritikvermögen bildet sich aus, und es glaubt nicht mehr so einfach alles. Eltern und Lehrer müssen sehr viel Geduld aufbringen und sich sorgsam davor hüten, es mit billigen Antworten abzuspeisen, wenn es direkte Fragen stellt. Das Kind wird ausweichende oder unsichere Antworten sehr schnell durchschauen und dann kein Vertrauen mehr zu denen haben, auf die es eigentlich angewiesen ist. Damit wird der Grund für mangelndes Selbstvertrauen und spätere psychische Probleme gelegt.

Die Eltern sehen sich in dieser Zeit auch der schwierigen Aufgabe gegenüber, ihrem Kind Selbstbeherrschung beizubringen. Das ist zwar mühsam, bringt aber auch Freude. Denn wenn man das Kind zur Selbstbeherrschung hinführt, wird es fast immer auch Selbstachtung und dann Achtung für andere entwickeln. Am lehrreichsten ist das eigene gute Beispiel, weshalb die Eltern bei sich selbst anfangen müssen.

Das Kind wird natürlich auch durch andere Kinder beeinflußt, ebenso von der Mode und durch die Medien, weswegen es sich von Zeit zu Zeit gegen euch, gegen die Schule und gegen alles mögliche auflehnen wird. Das zeigt aber nur, daß der Geist versucht, sich durch den Körper zu äußern. In dieser Zeit sind die Frustrationen besonders stark, denn der Körper wächst immer noch und kann auf die Impulse des Geistes noch nicht richtig reagieren - und Eltern wissen, wozu das führt. Ist der Geist kraftvoll, wird die Frustration nur noch größer.

Ich appelliere an alle Eltern, diese Phase der Auflehnung zu akzeptieren. In ihr arbeitet das Kind intensiv daran, aus dem Kokon zu schlüpfen und sich als eigenständige Persönlichkeit zu festigen. Manche deuten ein solches Verhalten manchmal als Mangel an Zucht und Respekt oder als Unfähigkeit der Eltern, mit dem Kind fertig zu werden. Oft ist es aber einfach das Toben eines Geistes, der sich entweder in einer unfruchtbaren oder zu stark einengenden Umgebung nicht zum Ausdruck bringen kann, oder der sich an der Autorität reibt, um sich selbst zu finden.

Es hilft sehr, wenn Eltern sich abends ein paar Minuten Zeit nehmen, um über ihre Kinder nachzudenken, allerdings nicht, um sich zu sorgen. Man kann ein Kind mit einer höchst komplizierten Maschine vergleichen, die durch einen so feinen und empfindlichen Computer gesteuert wird, daß sie durch die geringste Erschütterung aus dem Rhythmus gerät. Darum könntest du dir jeden Abend sagen: "Dies ist mein Kind. Es wollte, daß ich sein Vater oder seine Mutter bin und für es sorge. Ich will alles daransetzen, seinem Geist und seinem Körper zu Harmonie zu verhelfen." Sende einen positiven Gedanken der Liebe zu deinem Kind aus und stelle dir vor, wie es darin eingehüllt wird. Das wird den Prozeß der Gleichgewichtsfindung und der Eingliederung fördern. Wenn du das jeden Abend tust und besonders immer dann, wenn du spürst, daß in deinem Kind ein Kampf tobt, dann wird deine stille Mühe belohnt werden; davon bin ich überzeugt.

Während dieser Zeit befindet sich dein Kind in einer Orientierungsphase. Gestalte sein Leben so abwechslungsreich wie möglich, denn in dieser Zeit werden die Grundlagen für seine späteren Tätigkeiten und Interessen gelegt. Im Alter von 14 Jahren fängt es an, auf den Dingen aufzubauen, die es in den vorhergehenden sieben Jahren kennengelernt hat. Deswegen mußt du ihm so viel Beistand wie möglich geben. Zwar wird es die angebotenen Möglichkeiten nicht alle wahrnehmen, doch denke daran, daß es immer noch beim Erkunden ist und nicht genau weiß, wohin es will, und daß es ein Eingehen auf deine Vorschläge als ein Aufgeben seiner Eigenständigkeit ansieht.

Gib nie auf, sondern sorge einfach dafür, daß die schöpferische Phantasie des Kindes angeregt wird und daß du seinen Erfahrungshorizont erweiterst, soviel du nur kannst. Achte darum darauf, daß dein Kind reichlich Schlaf bekommt. In diesem Alter wollen sich die meisten Kinder mehr zumuten, als sie verkraften können. Im Alltag wirst du schnell merken, wieviel Schlaf es braucht. Jede Persönlichkeit und jeder Körpertyp hat seinen eigenen Bedarf, nicht nur wegen der körperlichen Abläufe, sondern auch weil der Geist den Körper im Schlaf verläßt, um in anderen Sphären Anleitung zu erhalten und Erfahrungen zu sammeln. Diese braucht das Kind unbedingt, wenn es am nächsten Tag frisch und bei Kräften sein soll. Dem jungen Menschen, der die Fähigkeit hat, im Schlaf zu lernen, steht ein riesiger Schatz an menschlicher Erfahrung, Volksweisheit, Tradition und Erkenntnissen offen.

Das Jahrsiebt von acht bis vierzehn ist für die Eltern am spannendsten, denn zu keiner anderen Zeit sind die Veränderungen im Leben des Kindes so groß. Man erlebt, wie es aus seiner Phantasiewelt auftaucht und die Realität immer mehr Platz beansprucht. Man kann zusehen, wie es Beziehungen zu anderen aufbaut, wie sich seine Denkfähigkeit ausbildet, wie es sich seines Körpers bewußt wird und Schritt für Schritt heranwächst. Die Eltern nehmen an einer Vielzahl schmerzlicher und freudiger Ereignisse teil, die zur Entwicklung dazugehören, und bei denen das Kind von allen, die ihm beistehen, viel Verständnis und vor allem Geduld braucht.

Ein Kind ist ein sehr zarter Organismus, und Körper und Geist stehen in einem sehr empfindlichen Gleichgewicht, das sei ein weiteres Mal betont. Für den Fall, daß Kinder widerspenstig oder ungehorsam sind, rate ich nicht zu körperlicher Züchtigung, auch nicht zu anderen Formen der Strafe, emotionalen wie rationalen. Derartige Vergeltungsmaßnahmen befreien vielleicht den Erwachsenen von seinem Ärger, übertragen diesen aber auf das Kind. Ein Erwachsener, der zu körperlichen, emotionalen und anderen Strafen greift, offenbart damit meines Erachtens sein Versagen gegenüber dem Kind.

Das Kind kann nur Liebe geben - auch wenn es manchmal bösartig, verstockt und zerstörerisch ist, auch wenn es in seinem Bemühen, sich zum Ausdruck zu bringen, oft Dinge tut, die man kaum ertragen kann. Und wenn das vorkommt, dann frage man sich, was wohl dem Zorn, der Gewalt und der Selbstzerstörung zugrunde liegen könnte. Es gibt nur Ursachen, keine Schuld.

Je mehr Liebe ihr einem Kind geben könnt, desto größer wird die heilende Wirkung auf allen Ebenen sein. Auf diesen Einfluß kommt es wohl am allermeisten an. Darum sollten Eltern, Lehrer und Freunde sich nicht scheuen, den ihnen anvertrauten Kindern ihre Zuneigung zu zeigen. Mädchen wie Jungen brauchen Wärme, Liebe und Körperkontakt, weil das alles die Harmonie zwischen innerem und äußerem Wesen herbeizuführen hilft. Bei vielen Gelegenheiten erreicht ihr mit einem Verhalten, das Wärme, Zuneigung und Verständnis offenbart, mehr als mit irgend etwas sonst.

8.) Dem Erwachsensein entgegen: von 15 bis 21

"Und die nächsten sieben Jahre?"

Zuerst sei das bisher Gesagte zusammengefaßt:
Wenn ein Geist im Augenblick der Empfängnis in den von ihm gewählten Körper eintritt, beginnt für ihn ein neues Abenteuer. Er trägt alle seine bis dahin gemachten Erfahrungen in sich; diese bündeln sich jetzt in dem winzig kleinen Stückchen Materie. Und beim Eintritt des Geistes in die befruchtete Eizelle beginnt der Inkarnationsprozeß. Die Eizelle entwickelt sich zum Embryo, und nach und nach fängt der Geist an, den kleinen Körper zu beeinflussen. Der Geist weiß ganz genau, daß er mit diesem neuen Fleischesleib zurechtkommen muß, soll ihn die Inkarnation voranbringen.

Wie schon erwähnt, ist die Zeit vor der Geburt von ganz entscheidender Bedeutung, da sie Gelegenheit zur Eingewöhnung bietet, was vor der Geburt unbedingt nötig ist. Bis zu jenem Augenblick ist der kleine Körper durch seine Aura und seine Mutter geschützt. Es gibt wohl kaum etwas Schöneres als den strahlenden Anblick einer werdenden Mutter, die weiß, was in ihrem Innern vor sich geht und instinktiv spürt, welche Verantwortung ein Mensch trägt, der ein neues Wesen in das Leben auf der Erde einführt. Für sie bedeutet das eine Bereicherung, da in ihr nicht nur der eigene Geist ist, sondern zugleich auch ein zweiter, der das Abenteuer des Lebens gerade erst beginnt.

Weil diese beiden Geistwesen ein ganz besonders inniges Verhältnis zueinander haben, ist auch die Beziehung zwischen Mutter und Kind so ganz anders als die zwischen Kind und Vater. Der Vater hat das Kind nicht getragen. Andererseits ist es gut möglich, daß er mit seinem Kind früher zusammen war und er - unbewußt - spürt, daß sich eine Erinnerung regt. Hierbei gibt es natürlich zwei Möglichkeiten: Es können Erinnerungen an Harmonie und Liebe, aber auch an Zwietracht oder gar Feindschaft sein. In diesen Fällen kehrt das Kind vielleicht zurück, weil es das Problem lösen möchte. Nur zu oft ahnen zwei Menschen nichts davon, daß sie sich in einem früheren Leben nicht vertrugen und Feinde geworden waren. In diesem Leben geraten sie fortlaufend erneut schwer aneinander und verschärfen so das Problem, statt es abzubauen. Irgendwann einmal muß jeder Zwist, egal ob zwischen Einzelpersonen, Familien, Gemeinschaften, Sekten oder Völkern, ausgeräumt werden. Im kleinen Kind äußert sich der Geist mit großer Kraft, weil er durchbrechen, seinen Weg bahnen und die Wachstumsmechanismen des Körpers überwachen muß. Er muß den Menschen zum Funktionieren bringen. Ihr seht also, daß das Wachstum beim Kind längst nicht nur physikalische und chemische Vorgänge umfaßt.

In den ersten sieben Jahren wird sich das Kind seiner Umwelt bewußt; es sammelt neue Eindrücke, macht Erfahrungen, gewinnt Einsichten. Während des nächsten Abschnitts fragt es dann "Warum?", denkt selbständig. Was die Eltern sagen, genügt ihm nun nicht mehr. Es fängt an, über sie hinaus zu denken.

Diese Siebenjahresabschnitte darf man natürlich nicht so exakt nehmen. Es gibt unter jungen Menschen gewaltige Unterschiede; manche entwickeln sich rasend schnell, andere brauchen länger, um zu reifen.

Der nun folgende Abschnitt gehört zum Schwierigsten im Leben eines heranwachsenden Menschenwesens. Weshalb? Weil in dieser Zeit Verstand und Körper über den Geist dominieren, weil es eine Zeit der inneren Zerrissenheit ist, in der die Eltern sehr einfühlsam und mit viel Mitgefühl vorgehen sollten. Das Gehirn des jungen Menschen hat bereits eine bestimmte Reife erlangt, es verfügt über einen großen Wortschatz und ist fähig zum vertieften Nachdenken und Fragen; die Fortpflanzungsorgane haben ihre Funktion aufgenommen. Mit all diesen Entwicklungen muß der junge Mensch zurechtkommen. Viele meinen, sie könnten in einigen Dingen schon ganz ohne die Eltern auskommen, was oft zusätzliche Schwierigkeiten schafft.

Wie kann man dem Kind in dieser schwierigen Zeit am besten beistehen? Mit Sicherheit gibt es Augenblicke, in denen das ganze Gleichgewicht der vielen Abläufe völlig aus den Fugen gerät: der Körper entwickelt sich in die eine Richtung, die Gefühlswelt in eine andere, der Verstand in eine dritte, und der Geist - der hat vielleicht irgendwo dazwischen seine Mühe, die Eintracht wiederherzustellen! Und nicht nur der Geist des Kindes selbst, auch alle anderen, die ihm in dieser Krisenzeit helfen wollen, haben dabei ihre liebe Not.

Man darf nicht vergessen, daß der Jugendliche anfängt, sich von der Aura der Eltern völlig loszulösen. Vor dieser Zeit hat sich das Verbindungsstück zwischen ihnen allmählich aufgelöst, doch mit vierzehn wird es durchtrennt und dem Kind ist plötzlich so, als sei es ganz auf sich allein gestellt. Das muß auch in der glücklichsten Familie so ablaufen.

Anfangs ist das etwas Faszinierendes, denn der junge Mensch kann nun vieles selbst sehen und tun und genießen, was Erwachsenen offensteht. Doch dann wird ihm schmerzlich bewußt, daß er allein ist. Dieses Gefühl des Getrenntseins kann sich in einigen Fällen als Furcht oder als Introversion äußern; in anderen Fällen macht es sich als Widerspenstigkeit und Rebellion gegen die Gesellschaft Luft.

In dieser Zeit könnt ihr nichts weiter tun, als ihm mit unendlicher Geduld, Liebe und - falls das akzeptiert wird - Lenkung zur Seite zu stehen, doch stets ohne jede Vorbedingung. Und ihr müßt erkennen, daß euer Sohn oder eure Tochter jetzt ein eigenständiger Mensch ist.

Ihr dürft nicht von eurem Kind erwarten, daß es sich so entwickelt, wie ihr das wollt, denn es muß sich auf die ihm gemäße Art und Weise entfalten. Niemand in einem materiellen Körper kann das Karma eines anderen vollständig begreifen. Ihr könnt alles nur von eurer eingeschränkten Warte aus wahrnehmen, und der häufigste Fehler, den Eltern machen, ist, von ihren Kindern etwas Bestimmtes zu erwarten oder sogar zu fordern, statt für ihr Kind dankbar zu sein, so wie es nun einmal ist.

Jedes Kind, das auf die Welt kommt, ist in bezug auf seinen Geist, seine äußere Erscheinung und seine Wesensart einzigartig; es unterscheidet sich in seinem Denken und seiner Reaktionsweise von jedem anderen Menschen. In der jetzigen Zeit inkarnieren viele hochentwickelte Geistwesen, und das heißt, daß es ihnen schwerer fällt als anderen, damit zurechtzukommen.

Meiner Meinung nach haben wir heute nicht nur eine ganz große Gelegenheit zum Dazulernen und damit auch eine neue Aufgabe für Eltern, Lehrer und Politiker, sondern es ist auch ein äußerst wichtiger Abschnitt in der Geschichte der Erde und der Menschheit, und wir sollten alles in unserer Kraft Stehende tun, um uns seiner würdig zu erwiesen.

9.) Eltern und Kinder

"Ich gebe mir große Mühe, meine Kinder zu verstehen, doch was ich auch sage oder vorschlage, es stößt anscheinend nur auf Ablehnung - einfach weil es von den Eltern kommt. Kannst du mir helfen, das zu begreifen und zu akzeptieren?"

Ich kann dich gut verstehen. Es kommt sehr häufig vor, daß sich die Jugend von den Erwachsenen verraten fühlt. Dann werden einzelne Eltern, die vielleicht sehr liebevoll sind, von den Kindern zurückgewiesen, auch wenn die Kinder bei ruhigem Nachdenken ganz anders handeln würden. Das ist ein klassisches Beispiel dafür, wie einmal nicht das Kind, sondern die Eltern mit dem Bade ausgeschüttet werden.

Vielleicht hilft es, sich einen Augenblick von der eigenen Erfahrung zu lösen und alles aus der Perspektive der jüngsten Geschichte zu betrachten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg mit all seinen Schrecken und Opfern waren die meisten Menschen fest entschlossen, die zerstörerischen Grundsätze und Einstellungen, die den Krieg möglich gemacht hatten, abzulegen, damit künftige Generationen mehr Aussicht auf Frieden und Sicherheit hätten. Heute, nach über 40 Jahren, können wir zurückblicken und uns fragen, ob die guten Absichten Früchte getragen haben.

Wir sehen uns jetzt von einer neuen Generation umgeben, die keinerlei innere Beziehung zur älteren Generation hat und entsprechend intolerant und ungeduldig mit ihr umgeht.

"Das soll die Welt sein, für die ihr euch so angestrengt habt?", rufen die jungen Leute. "Wenn das alles ist, können wir darauf auch verzichten!"

Und wer will ihnen das verübeln? Oft haben sie recht. Den Eltern kann man auch keine Schuld geben, denn sie waren vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls Kinder und sind auch nur das Produkt ihrer Eltern. Wenn ein junger Mensch sich aber entfalten und ein positives, offenes Wesen aufbauen soll, dann braucht er dafür auch emotional eine einigermaßen stabile Grundlage. Er muß seine Eltern achten können, und sie ihn. Er muß irgendein geistiges Erbe mitbekommen, das ihn befähigt, die Gefahren und Aufgaben des modernen Lebens zu meistern.

Man muß der Jugend die Einsicht vermitteln, daß sich ihr Leben nicht in einen inneren und einen äußeren Bereich aufspalten darf, die miteinander nichts zu tun haben - ein mythisches Sonntagsideal und die harte Alltagswirklichkeit. Das ist genau die Einstellung, die gefährliche, trügerische Spaltung, die überwunden werden muß. Wollen wir den jungen Menschen in ihrer Entfaltung eine Hilfe sein (und sie auf die Zeit vorbereiten, in der sie selbst Erwachsene und Eltern sein werden), dann müssen wir ihnen ein grundlegendes Maß an Selbstbeherrschung und Selbstachtung vermitteln. Dies allein kann ihrem Leben Festigkeit verleihen. Andere ganz wesentliche Dinge ergeben sich dann von alleine, etwa die Achtung vor dem Mitmenschen und vor dem Planeten, dem sie alles verdanken.

In einer Zeit, in der Geheimhaltung, Intrige und Unterdrückung langsam verschwinden - man spürt förmlich, wie das Alte zerfällt, während die Menschen sich immer mehr nach Wahrheit sehnen -, müßt ihr die Jugend mit grundlegenden, überall gültigen Wahrheiten nähren, allerdings nicht unbedingt mit irgendeinem bestimmten festgefügten Glaubensgebäude, das alle anderen ausschließt, denn das führt zu dem Fanatismus und Dogmatismus, der die Menschheit schon so lange bedrückt.

Ihr müßt auch bereit sein, von euren Kindern zu lernen. Viele bringen heute Fähigkeiten und Einsichten mit, die denen ihrer Eltern weit voraus sind.

Jedes intelligente Kind wird, wenn man ihm nicht mit Gewalt etwas anderes einimpft, die große gestaltende Intelligenz erkennen, die hinter allem Leben steht, und bereits diese Erkenntnis allein wird einen wißbegierigen jungen Verstand an alle Tore führen, die er öffnen möchte.

Kinder zu haben ist eine Auszeichnung für die Eltern. Das Kind ist euch nichts schuldig, und trotz aller Opfer und der Selbstaufgabe, die die Erziehung fordert (und die ihr eines Tages dankbar als Initiationen erkennen werdet), habt ihr kein Recht, eure Kinder unter Druck zu setzen, von ihnen Zuneigung zu fordern, sie an euch zu binden oder von ihnen zu verlangen, ihr Leben oder ihre Berufslaufbahn an eurem Vorbild zu orientieren.

Alle Liebe, Achtung und Treue, die ihr von euren Kindern erhaltet, müßt ihr euch verdienen; verlangen könnt ihr gar nichts. Wer sie erzwingen will, ruft nur Angst und Abscheu hervor. Wer sein Kind unterdrückt, es quält oder mit falscher Liebe erdrückt, wird ernten, was er gesät hat, wenn die Zeit dafür reif ist, denn das ist das Gesetz der unausweichlichen Folgen, das Gesetz des Karma. Wer sein Kind liebt, es hegt und pflegt und beschützt, der wird in der Zukunft die gleichen Wohltaten erhalten. Auch dies folgt aus dem großen Gesetz.

Bitte entschuldigt, daß ich mich so lange mit den negativen Seiten dieses fesselnden Themas aufgehalten habe, doch ihr werdet mir wohl zustimmen, daß man sich dem Problemkreis stellen muß, wenn man etwas ändern will. Trotz aller Entfremdung zwischen jung und alt heute denke ich aber, daß die Elternrolle die vielleicht wichtigste, anspruchsvollste und von ihren Möglichkeiten her befriedigendste Aufgabe bietet, die es im Leben geben kann.

Wie merkwürdig ist es dann, daß unsere Schulen und Universitäten auf diesem Gebiet praktisch überhaupt nichts vermitteln.

10.) Mann, Frau und das Polaritätsgesetz

"Als Menschen sind wir zwar männlich oder weiblich, doch als Geistwesen wohl keines von beidem - oder beides zugleich?"

Das Geistwesen, das euren Körper bewohnt, hat kein Geschlecht in dem Sinne, wie ihr es versteht. Es ist androgyn. In der einen Inkarnation entschließt sich der Geist, seine Erfahrungen in einem männlichen Körper zu sammeln, und in der nächsten vielleicht in einem weiblichen. Der Geist selbst bleibt ein Doppelwesen, positiv und negativ, und in jedem Menschen kommt nur der eine Aspekt zur Wirkung, während der andere in höheren Welten zurückbleibt.

Wenn ein Geistwesen aus dem Gleichgewicht gerät, können sich im wesentlichen folgende Fehlentwicklungen ergeben: entweder betont es übermäßig sein Ego und hält sich für den Größten, oder es wird apathisch und hat keinen Willen zur Weiterentwicklung mehr. Ein aufgeblasenes Ego ist daher genauso wie ein introvertiertes Blockieren des Lebensflusses ein geistiges Warnsignal. Das zeigt euch, wie wichtig ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Geist und Körper ist, aber auch, daß der Geist sich bemühen muß, einen Ausgleich zwischen den beiden Facetten seines Wesens zu erreichen.

Sehen wir uns nun an, was Polarität bei Mann und Frau bedeutet. Was passiert, wenn ein Mann und eine Frau heiraten? Ist die Ehe überhaupt notwendig, wenn man einmal vom Zweck der Fortpflanzung absieht? Betrachten wir zunächst ein Geistwesen, das einen männlichen Körper bewohnt. Ein männlicher Körper hat - zum Teil infolge einer starken Hinwendung zum Materiellen - eine Tendenz zur Apathie gegenüber dem Spirituellen. Eine Inkarnation als Mann kann darum, vom Standpunkt der Weiterentwicklung aus gesehen, für den Geist einen Stillstand bedeuten, es sei denn, er ist stark genug, dieser Neigung zu widerstehen. Umgekehrt kommt bei den meisten Frauen der Geist besonders stark zum Ausdruck, was ein größeres Mitgefühl für andere (und damit natürlich auch den Mutterinstinkt) hervorruft.

Diese Erscheinung ist sehr gut ausgedrückt worden in dem Satz: "Männer tun, Frauen sind."

Welchen Einfluß hat nun eine gute Ehe, die enge Einheit zweier Menschen, auf diese beiden? Ich gebrauche den Begriff "Einheit", weil eine standesamtliche oder sogar eine kirchliche Eheschließung noch nicht unbedingt eine Ehe im spirituellen Sinn bedeutet. Gott kann nur in solchen Partnerschaften sein, in denen eine echte gegenseitige Anziehung auf allen Ebenen besteht. Wenn zwei Menschen sich zusammentun, sich lieben und miteinander auf spiritueller, verstandesmäßiger und körperlicher Ebene gut auskommen, so daß sie auf allen drei Ebenen Zufriedenheit, Entspannung, Freundschaft und Selbstlosigkeit erreichen, dann trägt das sehr zur ausgewogenen Entwicklung der Geistwesen bei. Bei zwei Menschen, die sich einer solchen Einheit erfreuen, gleichen sich die Eigenheiten der beiden Geschlechter gegenseitig aus. Im allgemeinen stellt man fest, daß sie auch gegenüber ihren anderen Mitmenschen so aufgeschlossen, tolerant und verständnisvoll sind wie zueinander.

Wer keinen Lebenspartner findet, hat es manchmal etwas schwerer, die Harmonie zwischen den beiden Facetten seines Geistwesens zu erreichen. Allein zu sein ist aber unendlich besser, als in einer nicht funktionierenden Ehe zu stecken. Und viele Alleinstehende finden in einem guten Freund oder einem Verwandten ein gutes Gegengewicht zu ihrer Persönlichkeit und ihrem Geist.

Alle Männer und Frauen haben in ihrem Wesen - mehr oder weniger stark ausgeprägt - sowohl männliche (nach außen gerichtete, rationale) wie auch weibliche (aufnehmende, intuitive) Seiten, und das Ideal besteht darin, alles in einem vernünftigen Gleichgewicht zu bewahren und keine Seite das Charakters ein Übergewicht bekommen zu lassen. Wer sich selbst richtig kennt, sich seiner Vorzüge und Schwächen bewußt ist, wird soviel Fortschritt machen, wie er es sich in diesem Leben nur wünschen kann.

Der größte Mangel und die größte Gefahr in einer von Männern beherrschten Gesellschaft ist nicht nur, daß die Männer die Frauen nur ungern um Rat fragen, um Nutzen aus der Weisheit, Erfahrung und Intuition der Frauen zu ziehen, sondern daß die Männer ihre eigenen zarten, weiblichen Aspekte unterdrücken.

Frauen andererseits müssen sich vor einer Überreaktion in acht nehmen und dürfen nicht zulassen, daß die nach außen gerichtete, männliche Seite ihres Wesens überhandnimmt und zum anderen Extrem führt, denn dabei besteht die Gefahr, daß sie die für sie wesentliche Weiblichkeit verlieren.

Es kommt darauf an, auf allen Seinsebenen das Gleichgewicht zu bewahren, denn die Extreme sind es, die zum Scheitern führen. Zwingt euch nicht zu irgend etwas! Versucht nicht, vollkommen zu sein; wenn ihr das wärt, brauchtet ihr nicht hier zu sein! Gesteht euch selbst eure Stärken und Schwächen ein und bemüht euch, einen Mittelweg der Gelassenheit und der Ausgeglichenheit zu gehen.

11.) Der Schlaf

"Über den Schlaf wissen wir noch so wenig. Könntest du uns hier etwas Einblick geben?"

Weshalb der Körper unbedingt Schlaf braucht, wißt ihr schon. Doch was ist mit dem Geist? Er braucht die Ruhe genauso wie der Körper, und während der Körper schläft, verläßt ihn der Geist und begibt sich auf die unteren Ebenen, wo er mit kosmischer Energie aufgeladen wird. Wenn jemand nicht richtig durchschläft, bekommt sein Geistesleib keine ausreichende Gelegenheit, sich aufzuladen, und man ist am nächsten Tag nicht nur körperlich müde, sondern ist auch sonst nicht ganz da und kann sich kaum konzentrieren.

Zwischen Geist und Körper besteht an zwei Stellen eine ätherische Verbindung: zum einen am Kopf und dann noch am Sonnengeflecht, dem Solarplexus. Ein Hellseher, der wahrnehmen kann, wie der Geist sich außerhalb des Körpers aufhält, kann auch die Silberschnur sehen, die beide verbindet.

Während des Schlafs hat der Geist drei Möglichkeiten: er bleibt entweder im Körper, hält sich außerhalb in der näheren Umgebung auf oder reist zu anderen Orten und in andere Dimensionen. Er kann in ferne Länder reisen oder sogar zu anderen Planeten, um Wissen zu erlangen, das seine Erfahrungen auf der irdischen Ebene ergänzt. Wenn eine Gruppe von Geistwesen sich die Ausführung einer bestimmten Aufgabe auf der Erde vorgenommen hat, trifft sie sich bisweilen auf den unteren Ebenen, um ihr Werk durch eine stärkere Gedankenkraft voranzubringen oder ihm einen geistigen Impuls zu geben. Während der Körper schläft, steht dem Geist ein weites Spektrum von Aufgaben und Erlebnissen offen, und jedes Geistwesen wird tun, was seiner Entwicklung am besten dient. So führt ein Geist nach dem Aufladen auf den unteren Ebenen vielleicht Heilungen durch oder hilft anderen in Notsituationen, findet sich irgendwo zum Weiterlernen ein oder besucht ihm nahestehende Wesenheiten, wendet sich an geistige Führer um Rat oder erfüllt sogar einen besonderen Auftrag.

Doch trotz all dieser vielfältigen Tätigkeiten gibt es bestimmte Dinge, die man nur in einem Fleischesleib erleben kann, und wegen dieser Dinge hat man sich überhaupt auch inkarniert. Im Idealfall sollte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Tageserlebnissen auf der Erde und den nächtlichen Erlebnissen auf den unteren Ebenen während des Schlafs erreicht werden.

Nun werdet ihr verstehen, weshalb ihr manchmal gar nicht wißt, wo ihr seid, wenn ihr aus dem Tiefschlaf gerissen werdet; euer Geist ist zu plötzlich aus seinen Tätigkeiten zurückgerufen worden.

12.) Träume und Astralreisen

"Wie kann man unterscheiden, ob man einen Traum hatte oder auf einer Astralreise war?"

Zunächst möchte ich anmerken, daß der Begriff "astral" oft - und zwar unscharf - zur Bezeichnung aller unteren Ebenen gebraucht wird, sich aber im engeren Sinn lediglich auf diejenigen geistigen Ebenen bezieht, die der physischen Welt am nächsten sind und nicht auf die jenseits liegenden geistigen Welten.

Zuerst zu den Träumen: Unser Unbewußtes ist ein gewaltiger Speicher, ein höchst effektiver Computer, der alle unsere Gedanken, Gefühle und Taten registriert, ob gut, schlecht oder neutral. Beim Träumen spielt das Unbewußte dem Bewußtsein mannigfaltige Erlebnisse zu, die man beim Aufwachen zum größten Teil vergißt. In einigen Träumen geht es nur um Dinge aus dem Alltagserleben. Diese kommen aus dem Teil des Bewußtseins, das durch die sozialen Einflüsse und Zwänge bestimmt ist. Solche Träume sind manchmal ein Ventil für Spannungen und Nöte und kommen dem durch Frustration


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