Polen und Ungarn - ein Hindernis für einen Russeneinmarsch?
Geschrieben von IT Oma am 01. Februar 2003 17:46:54:
In Verbindung mit dem von einigen Sehern prophezeiten Russeneinmarsch taucht immer wieder die Frage auf, wie das denn in der Praxis geschehen soll, da die Russen ja durch Länder durchmarschieren müßten, die jetzt der EU beitreten oder schon Mitglied sind, wie Polen und Ungarn.
Beim Stöbern im Netz hab ich hierzu zwei interessante Hinweise gefunden.
Der Premierminister von Polen, Leszek Miller, ist offenbar ein ausgesprochener Freund des sowjetischen Kommunismus. Es ist fraglich, ob er sich einem russischen Durchmarsch entgegenstellen würde...
Leszek Miller war Politbüro-Mitglied und und Mitglied der kommunistischen PZPR. Noch im März 1990 äußerte er: "der Abzug der sowjetischen Truppen aus Polen wird niemandem Gutes bringen."
1991 verbrachte er zufällig seinen Urlaub auf der Krim, unmittelbar vor dem Putschversuch gegen Gorbatschow, und zufällig in demselben Hotel, wo auch Boris Pugo und Gennady Yanayev, zwei der Anführer des Putsches, logierten. 1990 half er seiner Partei PZPR (den polnischen Kommunisten), einen sowjetischen Kredit über 1,2 Mio US$ plus eine halbe Million Zloty zu bekommen, mit dessen Hilfe sie sich in die "Sozialdemokratie der Republik Polen (SdRP)" umwandeln sollte(!). Die Auszahlung sollte über den KGB erfolgen. In der SdRP war Miller Generalsekretär und Vizevorsitzender, bis die SdRP 1999 zusammen mit einigen anderen Parteien in einer neuen Partei, der Demokratischen Linksallianz (SLD) aufging. Deren Vorsitzender ist Miller bis heute. Wegen des Kredits aus Moskau gab es bis 1993 Ermittlungen gegen ihn, die bis zum Verlust seiner Immunität führten, nach dem Gewinn der Wahl aber eingestellt wurden.
Miller sorgte auch dafür, daß Polen einen Vertrag über eine Gaspipeline mit Norwegen kündigte, den die Solidarnosc-Regierung abgeschlossen hatte. Der Vertrag hätte Polens Unabhängigkeit von den russischen Gaslieferungen erheblich erhöht und damit die Interessen des staatlichen russischen Gazprom-Konzerns verletzt.Quellen:
Quelle 1
ergänzend: Quelle 2
Was den ungarischen Premierminister Peter Medgyesy angeht, so war er wohl von 1977 bis 1982 Mitglied des ungarischen Geheimdienstes, der genauso eng mit dem KGB zusammenarbeitete wie die Stasi. Er selbst dementierte dies zunächst, um dann zu behaupten, er sei lediglich in der Gegenspionage tätig gewesen.Beide Politiker haben übrigens die "Erklärung der Acht" unterschrieben, in der die Irakpolitik der USA unterstützt wird!
Die Geschichte zeigt jedoch, daß letzlich meist die Interessenlage und die ideologische Vergangenheit der jeweiligen Machthaber ausschlaggebend sind. Da können noch so viel "demokratiefreundliche" Versicherungen abgegeben werden...Gruß
ITOma
- Re: Polen und Ungarn - ein Hindernis für einen Russeneinmarsch? Zet 02.2.2003 12:40 (0)