Alternativszenario

Geschrieben von Swissman am 25. Januar 2003 23:29:31:

Als Antwort auf: Zuerst Irak...dann Saudi - Arabien ? geschrieben von Apollo am 24. Januar 2003 23:40:35:

Hallo Apollo,

>Bei ihrem Durchmarsch nach Jugoslawien durchquerten die RUSSEN auch das Waldviertel<<

Zu diesem Punkt verweise ich auf meinen gestrigen "Maskirowka"-Beitrag, der leider bereits ins Archiv abgerutscht ist (die letzten paar Abschnitte)

>- Als Vergeltung folgt darauf die Invasion Saudi – Arabiens durch die Amis.
>( " Ein neuer Nah-Ost – Krieg flammt plötzlich auf..." )Ganz nebenbei hat man die dazu nötigen Streitkräfte schon vor der Tür...

Eine weitere Variante, für mich der "worst case", bestünde darin, dass die wahhabitische Extremisten die Gunst der Stunde nutzen, und während des Irak-Krieges einen Staatsstreich in Saudi Arabien durchziehen. - In diesem Fall hätten natürlich nicht nur die USA, sondern die westliche Welt in ihrere Gesamtheit, ein gewaltiges Problem, denn eine der ersten Amtshandlungen des neuen Regimes bestünde zweifellos darin, den Erdölexport entweder ganz einzustellen, oder nur noch gegen Wucherpreise zu gestatten.

Da wir nun mal vom Öl abhängig sind, wären die Folgen entsprechend einschneidend - es bliebe den USA faktisch gar keine andere Wahl, als die sofortige Wegnahme der saudischen Erdöllagerstätten.

Praktischerweise liegt der weitaus grösste Teil des Fördergebiete in der östlichen Hasa-Provinz, entlang der Golfküste - in unmittelbarer Nachbarschaft zu Quatar und den dortigen US-Stützpunkten.

Einen weiteren Pluspunkt erblicke ich darin, dass Hasa grossmehrheitlich von Schiiten bewohnt wird - diese werden bereits heute als Menschen zweiter und dritter Klasse behandelt und würden ihre Situation müsste sich unter einem fanatischen Taliban-Regime sogar noch weiter verschlechtern: Nach wahhabitischer Doktrin ist jeder Mensch, der nicht Wahhabit ist (auch und vor allem jeder nicht-wahhabitische Moslem!) ein Diener Schaitans, der nicht nur getötet werden darf, sondern sogar muss!

Unter allen "Dienern des Schaitan" gelten die Schiiten als schlimmsten und hassenswertesten - im 18. und 19. Jh. überfielen wahhabitische Ihkwan-Krieger denn auch zweimal die den Schiiten heilige Stadt Kerbela (Irak), schlachteten die Einwohner ab und schändeten das Grab des Imam Ali.

Für die Schiiten der Hasa-Provinz würden die Amerikaner daher durchaus als Befreier kommen, die ihre Ketten zerbrechen.

Die saudischen Streitkräfte sind allein schon rein zahlenmässig nicht allzu ernst zu nehmen, und müssten zudem, soweit nicht bereits vor Ort, erst einmal durch die Wüste herangeführt werden, wobei sie rollenden Angriffen der US Air Force ausgesetzt wären - im dortigen offenen Gelände liefe dies auf ein Zielschiessen hinaus, ähnlich dem kuwaitischen "Highway of Death" vor 10 Jahren.

Normalerweise ist der Hauptteil der saudischen Streitkräfte entlang der Nordgrenze stationiert, grössere Verbände stehen zudem an der Grenze zum Jemen - in unserem Szenario also weitab vom Schuss.

Doch nun zu den Risiken: Es ist zwar davon auszugehen, dass entsprechende Notfallpläne bestehen, jedoch beinhalten diese zwangsläufig ein hohes Mass an Unsicherheiten, Annahmen und Vermutungen. - Im Fall der Fälle bliebe nur ein absolutes Minimum an Zeit, um die Lage aufzuklären und die Notfallpläne entsprechend anzupassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass unter dem enormen Zeitdruck Fehler gemacht werden, ist recht gross.

Der allerschlimmste Fall tritt dann ein, wenn es den wahhabitischen Sprengkommandos bereits gelungen ist, Sprengladungen anzubringen, und bei Eintreffen der GI's alle oder ein grosser Teil der Bohrlöcher gesprengt wird - es würde viele Monate bis mehrere Jahre dauern, die Brände zu löschen und die Förderung wieder auf das vorherige Ausmass hinaufzuschrauben. Selbst die Befreiung Hasas würde nichts daran ändern, dass die Wahhabiten den USA, und dem Westen überhaupt, eine empfindlicher Niederlage beigebracht hätten!

Da die irakischen Quellen zu diesem Zeitpunkt voraussichtlich ebenfalls brennen werden, ist die westliche Erdölversorgung auf längere Zeit hinaus nachhaltig gestört

Zudem ist ein Zweifrontenkrieg immer ein risikoreiches Unterfangen. Unter dem Eindruck der Ereignisse würde sich mit Sicherheit auch der Widerstand auf dem irakischen Schauplatz versteifen, wahrscheinlich käme es auch in etlichen islamischen Ländern zu gewalttätigen Demonstrationen durch Bin-Laden-Sympathisanten, denen sich wohl auch viele halbinformierte Mitläufer anschliessen würden.

In Bezug auf einen Punkt ist der Verlauf der Aktion völlig irrelevant: In der islamische Welt, wie auch in westlichen linken Kreisen und Teilen der Main-Stream-Medien stehen die USA auf jeden Fall wieder einmal als die "bösen Kriegshetzer" da (umso mehr, als man selbstverständlich den Debattierklub in New York weder um Erlaubnis fragen, noch vorgängig informieren kann und wird).

Dem Iwan kann all dies nur recht sein... - er braucht bloss "zuzusehen, wie die Leichen seiner Feinde im Fluss treiben" (Sun Tsu).

Entscheidend ist, dass die USA schnell und entschlossen handeln: Die Ölquellen, sowie die Verladeterminals und die dorthin führenden Pipelines müssen innert kürzestmöglicher Frist flächendeckend eingenommen und vor Gegenangriffen gesichert werden. Allfälliger Widerstand wird dabei selbstverständlich rücksichtslos gebrochen.

Die Fördergebiete selbst wären ein klassischer Fall für Luftlandetruppen, wohingegen die Terminals mittels einer amphibischen Landung erobert werden. Die Pipelines kann man zu Beginn aussen vor lassen: Das wichtigste sind die Quellen und die Verladehäfen, denn dort können Saboteure den grössten Schaden anrichten, währenddem sich Pipelines nur punktuell unterbrechen lassen. Ihre Sicherung muss also wohl oder übel solange warten, bis die Hauptziel erreicht sind.

Der günstigste Angriffszeitpunkt ist kurz nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Augen der Verteidiger sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt haben - die Ami's ihrerseits sehen dank Nachtsichtgeräten alles.

Bei nachrichtendienstlicher Feststellung von Saboteuren tendiere ich persönlich dazu, vorgängig ein Nervengas (ja, ich weiss, dies ist gegen die C-Waffenkonvention, aber darauf kann und würde ich in dieser Situation keine Rücksicht nehmen, umso mehr, als die Wahhabiten sich ja auch nicht ans Völkerrecht halten) oder einen schnellwirkenden (!) psychotropen Kampfstoff einzusetzen.

>PS : die Panzer mit den auffallend flachen Kuppeln könnten die modernen T – 95 sein !

Stimmt, das sehe ich auch so - der T-95 soll weniger als 2 m Turmhöhe erreichen!

mfG,

Swissman


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