der "neue Mensch" im "neuen Zeitalter"

Geschrieben von wikking am 25. November 2002 16:12:13:

Als Antwort auf: Re: Ein starkes Bewusstsein polarisiert geschrieben von Vernon am 25. November 2002 14:58:30:

Servus, Vernon,

Du schriebst:
>>Ja, da hast Du recht. Das Denken ist wie ein Schwert welches die Dinge
>> zerteilt. Nämlich in YIN oder YANG. Somit ist das Denken an sich ein zerstörender Vorgang.

Das ist ja auch der Grund, warum mit Hilfe des puren "Denkens" auch niemals die Wahrheit erfaßt werden kann. Die indische Mystik bereichnet ein "Denken" überhalb dieser "Zerlegung" als "Licht-Mental", also zwar noch eine Arbeit des mentalen Geistes, jedoch absolut nicht mehr zergliedernd, sondern sich ausweitend und sozusagen "über" den Dingen stehend und sie in ihrer Ganzheit betrachtend.
In tiefen Meditationen kennen wir ja diesen Zustand der .. sagen wir mal ... Erhabenheit. Doch im Alltag ist's noch seh schwer zu realisieren, weil alles Leben auf "Zerteilung" aufgebaut ist.

>>> Ich meine aber ein Denken wahrzunehmen, welches sich nicht auf Messwerte stützt, sondern es denkt als wäre alles schon mal wahr gewesen.

Klar ! Alle Meßwerte sind ja auch wieder nur künstlich, weil die Instrumente selbst nur Ausdruck jenes beschränkten Denk-Bewußtseins sind. Salopp ausgedrückt: Es wird bewiesen, was bewiesen werden soll...
Dieses überblickende Denken ist mehr ein Eins-Werden mit einem bereits vorhandenen intuitiven Wahrheits-Bewußtsein, wenn man es überhaupt in Worten fassen will.


>>>So, als ob jeder weiss was zu tun ist. Ich verfalle jetzt mal kurz in die Erklärungsphobie: Das morphogeneitsche Bewusstsein als die neue Individualität und Kollektivität. Bei manchen Insekten funktioniert das bereits. Das Ganze hat sicherlich etwas mit Synchronizität zu tun.

Ja, im Grunde genommen stimmt das ... nur: bei den Insekten ist dies noch völllig unbewußt. Eine Art "Gruppenbewußtsein" steuert die einzelnen Tiere, die eher wir Zellen in einem übergeordneten Gesamt-Organismus zu betrachten sind.
Der Mensch soll diesen Zustand des ... sagen wir mal ... E i n s-Seins eben sehr bewußt und als Individuum erreichen.
Wie sagt die Mystik: "Der Eine, der Viele werden wollte..." das sei die Schöpfung. Und wenn jedes kleinste Teilchen dieser Schöpfung das Gesamt-Bewußtsein dieses E i n e n vollständig verkörpert, dann ist auch die volle Geistes-Fülle des Absolutums in jedem einzelnen bewußten Wesen vorhanden.
Der Philosoph Emerson drückte das so aus: Der Mensch ist wie ein Tropfen, der zum Ozean zurückfließt, doch er löst sich nicht im Ozean auf, sondern w i r d dadurch selbst zum ganzen Ozean.
Die Synchronizität ist ja wieder nur ein mentales Hilfsmitttel, um etwas zu begreifen, was jenseits des Mentalen liegt...


>>> Wir werden uns schon kräftig anstrengen müssen, um diese Metamorphose zu schaffen. Wir haben gute Chancen. Es ist noch alles möglich. Es kommt darauf an, wie viele den Weg gehen wollen.

Tja, wie wahr...
Und wenn man leider sieht, wie verdammt wenige sich für so eine Thematik interessieren ... :-(

>> Das Zurückschwingen würde dann logischwerweise fast die völlige Vergeistigung bedeuten.

Das wäre "Logik". Doch ich glaube nicht, daß es ins andere Extrem schwingen wird, sondern eine Synthese zwischen beiden entstehen wird. Also ein Mensch, der sich der Bedeutung der Materie sehr bewußt ist und den Geist nicht als Gegensatz zur Festigkeit empfindet, sondern beide (jetzt noch getrennte) Aspekte als e i n e n einzigen Aspekt des All-Seins begreifen wird.
Ich vermute, erst jenseits der Dualität eröffnet sich uns die Fülle des wirklichen Mensch-Seins.

Besten Gruß
wikking


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