Re: Sollen wir Völund wirklich ernstnehmen ?
Geschrieben von Ismael am 21. November 2002 14:08:17:
Als Antwort auf: Sollen wir Völund wirklich ernstnehmen ? geschrieben von franke43 am 21. November 2002 10:50:01:
>Hallo Krieger
>>Hi, Franke!
>>Wünsche, wohl geruht zu haben! Hier etwas Interessantes dazu. Nebenbei:>Ich glaube schon mal einen im Freien gesehen zu haben. hier in
>Schweden heisst der Wolf "varg".
>>Wolfszeit
>>Völuspa 45.
>>Brüder kämpfen und bringen sich Tod, Brudersöhne brechen die Sippe;
>Also Bürgerkrieg
>>arg ist die Welt, Ehbruch furchtbar
>Stimmt heute auch viel mehr als zur Wikingerzeit, wo der Ehebruch
>noch geächtet war
>>Schwertzeit, Beilzeit, Schilde bersten
>Krieg hat es immer gegeben.
>>Windzeit
>Die Klimaveränderung der letzten Jahre mit immer mehr immer
>stärkeren Stürmen und Unwettern ?
>>Wolfzeit
>In der Wikingerzeit war die Allgegenwart der Wölfe selbst-
>verständlich. Wenn man eine Zeit als Wolfszeit charakterisiert,
>denn im Gegensatz zu einer anderen Zeit, z.B. einer unmittelbar
>vorausgegangenen. Und wir haben ja in Westeuropa wirklich gut
>100 Jahre "wolfslose" Zeit hinter uns, nachdem das 19. Jahrhundert
>dank neuer Jagdwaffen mit den Wölfen überall aufgeräumt hatte.
>Inzwischen gibt es wildlebende Wölfe wieder in
>Spanien
>Frankreich
>Deutschland (die sächsischen Wölfe)
>Italien (in den Abruzzen)
>Norwegen
>Schweden
>Finnland
>Die ganze Zeit über hat es Wölfe im ehemaligen Ostblock gegeben,
>nicht nur in Russland, sondern auch in Weissrussland, Polen,
>Rumänien, Bulgarien und im Baltikum.
>>bis die Welt vergeht - keiner will des andern schonen.
>Also ein Krieg jeder gegen jeden.
>>Wölfe reißen vor allem Wild. Der Menschen fressende Wolf gehöre in das Reich >der Fabeln, hieß es von der Schutzgemeinschaft.
>Woher weiss die Schutzgemeinschaft das so 100%-ig ? In Schweden hat
>man bisher das Gleiche behauptet. Auch ist immer noch kein Wolfs-
>angriff registriert, aber trotzdem haben die Waldarbeiter Angst.
>>In den vergangenen 50 Jahren sei kein Fall bekannt geworden, dass in>
>Kunststück. Wo kein Wolf ist, kann auch kein Wolf was anstellen.
>Ich persönlich glaube, dass die Gefährlichkeit des Wolfs
>(ähnlich wie die des Menschen) ganz einfach von der
>Bevölkerungsdichte abhängt. Je mehr Wölfe und je mehr
>Konkurrenzdruck und Futterneid, desto grösser das Risiko,
>dass sich vereinzelt Wölfe auch wieder an ihren Angstgegner
>(uns) heranwagen. Solange sie wählen können, tun sie das
>lieber nicht. Die Wölfe wissen instinktiv, welche Spezies
>bei einer harten Auseinandersetzung den Kürzeren zieht.
>Wölfe sind sehr intelligent. Sie scheinen zu wissen, welche
>Spezies im Ernstfall hart und kompromisslos zurückschlagen
>würde und welche nicht. Sie scheinen zu wissen, welche
>Spezies auch nicht den Verlust einzelner alter oder
>kranker Artgenossen hinnehmen würde.
>Aber falls die Wirren ausbrechen sollten, dann ist der Einzelne
>recht wehrlos und darauf angewiesen, in den Wäldern seine
>Zuflucht zu suchen. Dann sind die Wölfe u.U. wieder ein
>existenzielles Problem, wie sie es die letzten 150 Jahre nicht
>mehr gewesen sind.
>Ergo: Wolfszeit
>Gruss
>Franke 43hallo franke,
für den, der sich von einem wolfsrudel umringt sieht, mag es nur ein geringer trost sein, daß wölfe eigentlich gar nicht so gefährlich sind und sein aktuelles problem mag dann sicherlich existenziell sein! dennoch geht auch dann, wenn man in den wäldern zuflucht suchen muß die allergrößte gefahr wohl von den zweibeinigen wölfen aus! sicherlich ist das thema "reißende tiere" durchaus etwas, was beim thema vorbereitungen bedacht werden muß. selbst wenn man nicht selbst das opfer einer wolfsattacke wird, sind da ja auch noch die vorräte, die geschützt werden wollen. das gespannte verhältnis von mensch und wolf resultiert nicht zuletzt daraus, daß beide um die gleichen ressourcen konkurieren und ein wohlgefülltes vorratslager könnte isegrimm und auch bruder pez, sofern vorhanden, durchaus zusagen! sollten menschen und wölfe in zukunft vermehrt aufeinandertreffen, so ist der terminus "wolfszeit" dennoch sehr übertrieben! mit wolfszeit scheint mir doch eher eine ur-menschliche sache gemeint zu sein, die den wölfen eigentlich unrecht tut. die wolfszeit beschreibt wohl eher der umgang der menschen untereinander, vielleicht gepaart mit dem gehäuften auftreten von wölfen/wolfsatacken aufgrund von nahrungsmangel!
wölfe meiden im allgemeinen den kontakt mit menschen! zum einen, weil sie, wie du ganz richtig sagst, sehr intelligent sind, zum anderen, weil sie ihren lebensraum schon sehr lange mit den menschen teilen mußten und sich die vorsicht, die sie den zweibeinern gegenüber an den tag legen, in ihren instinkten schon lange manifestiert hat. es sei auch daran erinnert, das auch bären, wenn sie bedroht werden, auf den hinterbeinen stehen, mag sein, daß zweibeinigkeit dem wolf signalisiert, das mit diesem gegner nicht gut kirschenessen ist. da wölfe ja auch ziemlich große tiere erfolgreich zur strecke bringen, würden menschen ja durchaus ins beuteschema passen, trotzdem jagen sie im allgemeinen keine menschen.
die gefährlichkeit von tieren ist eine frage, die nicht so leicht zu beantworten ist. so gelten zum beispiel haie im allgemeinen als gefährlich. jedes jahr kommt es weltweit zu etwa 100 haiunfällen, von denen vielleicht 3-4 tödlich für den menschen enden (schiffsunglücke, bei denen sich viele hundert menschen auf offener see im wasser befinden, können diese statistik natürlich ordentlich beeinflussen!). auf der anderen seite stehen dem etwa 20 millionen menschenunfälle gegenüber, die alle tödlich für den hai enden. ganz interessant ist, das es im jahr auch durchschnittlich zwei für den menschen tödliche zwischenfälle zwischen menschen und delfinen gibt! flipper und konsorten gelten ja eher als ausgesprochen friedlich und nett. trotzdem stehen sie den haien in punkto tödliche attacken also kaum nach, obwohl man einschränken muß, daß unfälle mit delfinen im allgemeinen provoziert sind, während die haiangriff (aus menschlicher sicht) oftmals auch unprovoziert sind.
es gibt eine menge tiere, mitunter auch in unseren breiten, die dem menschen durchaus gefährlich werden können, aber durch die leistungsfähigkeit das feuchten brötchens, welches der mensch zwischen seinen ohren spazieren trägt, steht er nie völlig wehrlos da. wenn ich in den wäldern leben muß, werde ich mich auch damit auseinandersetzen müssen, wie ich den gefahren, die dort lauern, begegnen kann. sollten die wölfe schneller sein, als die idee, wie selbigen zu begegnen sei, dann ist das pech, würde ich sagen! definitiv ist der mensch aber immer noch die reißendste aller bestien!eine fröhliche wolfszeit wünscht...
Ismael, der zwar noch keinem wolf, aber schon einigen haien dicht auf den nicht vorhandenen pelz gerückt ist und respekt und nicht angst empfand!