Re: GRÖSSTE INTERNET-ATTACKE ALLER ZEITEN

Geschrieben von selma am 23. Oktober 2002 21:19:19:

Als Antwort auf: GRÖSSTE INTERNET-ATTACKE ALLER ZEITEN geschrieben von Hubert am 23. Oktober 2002 19:31:19:

Hallo,

gestern hab ich mal ein Virensuchprogramm durchlaufen lassen,
es waren 14 Dateien verseucht. Andauernd kommmen auch Meldungen, von viren und was von bigbear.

viele grüsse
Selma


In Spanien wird nun das Internet zensiert

Das spanische Gesetz für die Dienste der Informationsgesellschaft und des E-Commerce (LSSI) ist in Kraft getreten. Das dies ausgerechnet am 12. Oktober geschah, dem spanischen Nationalfeiertag, der bis in die 70er Jahre noch »Tag der Rasse« hieß, ist kein Zufall. Am »Tag der Streitkräfte« und am »Tag der Guardia Civil« trat Spanien vor 510 Jahren die Eroberung Amerikas an, jetzt wurde die Eroberung, Überwachung und Kontrolle des Internets auf die Tagesordnung gesetzt.
Angeblich soll das neue Gesetz den E-Commerce regeln und effektiv gegen Spam (unerwünschte E-Mails) vorgehen. Doch schaut man sich das Gesetz an, wird deutlich, daß eine »autorisierte Behörde« ohne richterliche Kontrolle eine Webseite schließen kann, auf der sich »unkorrekte Inhalte« befinden. Der Betreiber einer Webseite kann nun auch für Inhalte eine Seite verantwortlich gemacht werden, auf die ein Link besteht. Die Verbindungsdaten müssen 12 Monate gespeichert werden. Verstöße gegen das LSSI werden mit Strafen bis zu 600000 Euro geahndet. Das Gesetz setzt Information mit E-Commerce gleich, egal, ob es sich um eine Website mit Strickmustern, eine Mailinglist oder ein Weblog handelt. Selbst der Hinweis auf eine Webseite in einer E-Mail kann als Werbung verstanden werden und hat Konsequenzen: Die Betroffenen müssen sich ins Handelsregister eintragen, sind juristisch greifbar und müssen Steuern zahlen.
Etliche Webseiten haben aus Protest ihren Dienst vorerst eingestellt. Darunter auch das kritische Online-Magazin Kriptopolis (http://www.kriptopolis.com/), das den Widerstand gegen das LSSI anführte. Auf deren ehemaligen Webseite findet sich seit dem 1. Oktober eine Erklärung und eine unvollständige Liste von Webseiten, die ihren Umzug auf Server im Ausland vorbereiten. Ob es nützt, ist fraglich. Denn die Provider müssen dafür sorgen, daß kein Zugang zu »unkorrekten Inhalten« möglich ist.
Nur eine Verfassungsklage kann das Gesetz noch kippen. In einem Gutachten hat der Verfassungsrechtler Professor Guillermo Escobar Roca bestätigt, daß Teile des LSSI verfassungswidrig sind. Kriptopolis hatte dazu eine Initiative gestartet, die bisher von mehr als 4000 Netizen unterstützt wird. Am vergangenen Sonntag trugen die Gesetzesgegner den Protest aus dem virtuellen Raum auf die Straßen von Barcelona.



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