Topterrorist festgenommen! Der neue Bin Laden
Geschrieben von Freiwild am 14. September 2002 23:44:05:
Als Antwort auf: Re: Topterrorist festgenommen! geschrieben von Schamane am 14. September 2002 22:00:47:
>
>Hallo BW,
>ob Dein Topterrorist wirklich ein Topterrorist ist, wird sich noch herausstellen.
>Ich glaube Du fällst immer wieder auf die amerikanische Probaganda herein.
>Laut Aussage von Venice hat dieser "Topterrorist" die Hosen voll vor Angst
>und ist außerdem noch dumm wie Bohnenstroh. Er ist zwar falsch, aber nicht
>intelligent genug. Mir scheint, dass er von der
>amerikanischen Probaganda zum "Topterrorist" hoch stilisiert wurde.
>Warum wurde er am Mittwoch festgenommen und erst jetzt der Weltöffentlichkeit
>vorgeführt?
>Warum hatte er bei der Festnahme verbundene Augen, dass man ihn erkennen konnte?
>Mußte er vorher "präpariert" werden für die Festnahme?
>Du siehst also Fragen über Fragen.
>Kannst Du die Fragen beantworten...???
>Gruß vom SchamanenDie Fragen sind wohl berechtigt, ich bin ein wie Du
ein wenig skeptisch gegenüber so manchem ..
Ich setze jedoch in die journalistische Arbeit
bei der Süddeutschen ein gewisses Vertrauen. Oder ist Dir
ein massiver Vorfall bekannt, bei dem die Süddeutsche
nicht sauber recherchiert und berichtet hat.Doch lest selbst:
Der neue Bin Laden
Ramzi Binalshibh, Mitglied der Hamburger Terrorzelle, rangiert in der al- Qaida offenbar weit höher als bisher angenommen
Von Hans Leyendecker
Gebannt saßen am Donnerstagabend beim Bundesnachrichtendienst (BND)
Übersetzer und Analysten vor dem Fernsehapparat. Sie sollten die Interviews mit dem
Kuwaiter Khalid Scheich Mohammed und dem Jemeniten Ramzi Binalshibh auswerten.
Was Binalshibh, der zu der Hamburger Terrorzelle um Mohammed Atta gehört hatte, in der
Sendung „Streng geheim" des katarischen Senders al-Dschasira sagte, passt zu dem Bild, das sich deutsche und amerikanische Sicherheitsbehörden in den vergangenen Monaten von dem 30-Jährigen gemacht haben.„In der Hierarchie der Attentäter" sei Binalshibh „sehr weit oben anzusiedeln", sagt ein
hochrangiger deutscher Sicherheitsbeamter. Beschreibungen wie, Binalshibh sei
„einer der mutmaßlichen Drahtzieher" der Massenmorde vom 11.September oder der
„Adjutant Mohammed Attas" gewesen, seien „unzureichend". Binalshibh habe vielmehr
„über Atta gestanden".Ob Binalshibh die Nummer eins der Hamburger Zelle war oder doch Atta, ist nicht unerheblich für die Bewertung der Abläufe in Deutschland vor dem 11. September. Unumstritten ist,
dass Hamburg „ganz zentral für die Operation vom 11.September war", wie
Al-Dschasira-Reporter Yusri Foda am Dienstagabend im ZDF
sagte. Drei der vier Todespiloten kamen aus Deutschland, und „Hamburg war die Küche, wo der
11.September ausgeheckt wurde" (Foda). Scheich Mohammed, der Vorsitzender
des Militärausschusses der al-Qaida sein soll, habe ihn, so erzählte Foda, in der Nähe von
Karatschi „in ein sicheres Haus" zu Binalshibh geführt. Dieser habe sich als der „Koordinator
der Anschläge" vorgestellt.Das ist auch die Rolle, die dem Jemeniten seit einer Weile von Analysten des BND und der
amerikanischen CIA zugeschrieben wird. Die lange Zeit gängige These war,
Binalshibhs Freund Atta sei nicht nur der Anführer der 19 Selbstmordattentäter gewesen,
sondern sei auch bei den Vorbereitungen der entscheidende Mann gewesen. Der
gebürtige Ägypter war der Älteste der Gruppe, er sprach am besten Deutsch, er hatte
Mitte der neunziger Jahre in Deutschland begonnen, eine Gruppe aufzubauen. Marwan al-Shehhi,
ein weiterer Todespilot, soll ihn mit „Boss" angeredet haben.Aber Auswertern fiel beim Puzzle der Ermittlungsergebnisse auf, dass Binalshibh die meisten Kontakte
nach draußen hatte. Zunächst galt es als Zufall, dass Binalshibh im Jahr 2000 an einem Treffen von
Al-Qaida-Leuten in Malaysia teilnahm. Bei diesem Treffen sollen die Anschläge auf die US- Botschaften
in Kenia und Tansania im August 1998 ausgewertet worden sein. Auch Scheich Mohammed nahm an
dem Treffen teil.Zusammen mit Atta reiste Binalshibh nach Afghanistan in ein Trainingscamp der Terroristen. Dort traf er
vermutlich wieder mit dem Scheich und wohl auch mit Osama bin Laden
zusammen. Bei diesem Treffen soll entschieden worden sein, die USA auf eigenem Boden anzugreifen.Welche Rolle hat Binalshibh wirklich? Viermal hatte er versucht, vor den Anschlägen ein Visum für die
USA zu bekommen. Ob er als vierter Terrorpilot eingeplant war oder in den USA die Aktivitäten direkt
koordinieren sollte, ist unter Sicherheitsexperten strittig. Fest steht, dass bei mehreren gefangenen oder
gefallenen Taliban-Kämpfern Kopien eines Fotos von Binalshibh gefunden wurden, als sei der
30-Jährige nicht irgendjemand, sondern eine Ikone.Reporter Yusri Foda von al-Dschasira kommt zu einem etwas verwegen klingenden Schluss. In einem Interview der Sunday Times behauptete Foda, Binalshibh sei „der kommende
Mann" der Terrororganisation: „Das ist der neue bin Laden."